Xiaomi: Gewinn schlägt, doch das Kerngeschäft wankt
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Xiaomi: Gewinn schlägt, doch das Kerngeschäft wankt

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Nikolai Heger

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Xiaomi verfehlt mit 108.92 Milliarden Renminbi den Umsatzkonsens um 8.93 Milliarden Renminbi.
  • Das EPS von 0.36 Renminbi übertrifft die Erwartung um 0.13 Renminbi.
  • Das EV- und KI-Segment wächst um 17.1 Prozent auf 24.90 Milliarden Renminbi.

Q2 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz¥108.92B¥117.85B
EPS¥0.36¥0.23

Xiaomi im zweiten Quartal 2026: Umsatz unter, EPS über den Erwartungen

Xiaomi erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 108.92 Milliarden Renminbi. Damit blieb der Konzern 8.93 Milliarden Renminbi unter der Markterwartung von 117.85 Milliarden Renminbi und verfehlte den Konsens deutlich. Gegenüber dem Vorjahresquartal sank der Umsatz um 6.1 Prozent.

Beim Gewinn je Aktie fiel das Ergebnis besser aus: Das EPS von 0.36 Renminbi übertraf den erwarteten Wert von 0.23 Renminbi um 0.13 Renminbi, lag aber 20.0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das unverwässerte EPS sank von 0.46 Renminbi auf 0.37 Renminbi. Im Vorjahr hatte das verwässerte EPS 0.45 Renminbi betragen.

Der Nettogewinn sank um 20.5 Prozent auf 9.46 Milliarden Renminbi. Bereinigt ging das Ergebnis um 42.6 Prozent auf 6.22 Milliarden Renminbi zurück. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz um 8.4 Prozent auf 208.06 Milliarden Renminbi. Der Nettogewinn verringerte sich um 37.6 Prozent auf 14.20 Milliarden Renminbi, während der bereinigte Nettogewinn um 42.8 Prozent auf 12.29 Milliarden Renminbi zurückging.

EV-Wachstum bei gleichzeitigem Druck auf Smartphones und IoT

Xiaomis wichtigster Wachstumstreiber waren intelligente Elektrofahrzeuge, KI und neue Initiativen. Der Segmentumsatz stieg um 17.1 Prozent auf 24.90 Milliarden Renminbi. Eine separate Analystenschätzung lag nicht vor. Davon entfielen 23.90 Milliarden Renminbi auf Elektrofahrzeuge, ein Plus von 15.9 Prozent, und eine Milliarde Renminbi auf sonstige Geschäfte einschließlich KI, ein Zuwachs von 56.5 Prozent.

Die Fahrzeugauslieferungen erhöhten sich um 28.2 Prozent von 81 302 auf 104 199 Einheiten. Der durchschnittliche Verkaufspreis sank allerdings um 9.6 Prozent von 253 662 Renminbi auf 229 312 Renminbi und begrenzte damit das Umsatzwachstum.

Das Segment Smartphone × AIoT schrumpfte ohne verfügbaren Konsensvergleich um 11.3 Prozent auf 84.03 Milliarden Renminbi. Der Smartphone-Umsatz sank um 7.5 Prozent auf 42.12 Milliarden Renminbi. Die Auslieferungen gingen um 26.5 Prozent von 42.4 Millionen auf 31.2 Millionen Geräte zurück, während der durchschnittliche Verkaufspreis um 25.9 Prozent von 1073.2 Renminbi auf den Rekordwert von 1351.0 Renminbi stieg. Die IoT- und Lifestyle-Umsätze fielen um 19.2 Prozent auf 31.28 Milliarden Renminbi.

Analyse zu Xiaomi: Margen und Cashflows

Die Ergebnisqualität bleibt trotz des Übertreffens der EPS-Erwartung angespannt. Xiaomis Konzern-Bruttomarge sank von 22.5 Prozent auf 19.8 Prozent. Besonders deutlich war die Belastung bei Smartphones, wo die Marge von 11.5 Prozent auf 8.5 Prozent fiel. Bei IoT- und Lifestyle-Produkten ging sie von 22.5 Prozent auf 20.1 Prozent zurück.

Stabilisierend wirkten die Internetdienste: Der Umsatz sank lediglich um 0.6 Prozent auf 9.04 Milliarden Renminbi, während die Bruttomarge von 75.4 Prozent auf 76.8 Prozent stieg. Sonstige verbundene Geschäfte wuchsen um 16.3 Prozent auf 1.59 Milliarden Renminbi. Das EV-, KI- und Innovationssegment verbuchte jedoch weiterhin einen operativen Verlust von 2.60 Milliarden Renminbi.

Der freie Cashflow und der operative Cashflow wurden ebenso wie ihre jeweiligen Vorjahresveränderungen nicht angegeben. Auch zur operativen Marge machte Xiaomi keine Angabe. Das erschwert die Beurteilung der Umwandlung von Ergebnissen in Barmittel und der Kapitalintensität des EV-Ausbaus. Das Übertreffen der EPS-Erwartung ist positiv, gleicht den Umsatzrückgang, die sinkenden Margen und den Rückgang des bereinigten Gewinns aber nur teilweise aus.

Elliot-Wellen-Analyse für Xiaomi Corporation Class B


Elliot-Wellen-Analyse Chart


Xiaomi-Ausblick: Premium-Elektrofahrzeuge als nächster Test

Xiaomi gab keine neue quantitative Umsatz- oder EPS-Prognose ab. Damit fehlt ein belastbarer Referenzpunkt dafür, wann das schnell wachsende EV- und KI-Geschäft seinen operativen Verlust von 2.60 Milliarden Renminbi entscheidend reduzieren kann. Nach dem Verfehlen der Umsatzerwartung und dem Rückgang des bereinigten Nettogewinns dürfte der Markt besonders auf Skaleneffekte, Preisdisziplin und die Entwicklung der Konzern-Bruttomarge achten.

Neue Impulse sollen die Premium-Modelle SkyNomad N90 Max und N70 Max liefern. Beide Fahrzeuge sollen im September 2026 zu Vorverkaufspreisen von 299 900 Renminbi beziehungsweise 259 900 Renminbi starten. Die höheren Verkaufspreise könnten den zuletzt um 9.6 Prozent gesunkenen durchschnittlichen Fahrzeugverkaufspreis stabilisieren, sofern die Nachfrage trägt.

Für den weiteren Jahresverlauf bleibt entscheidend, ob Xiaomi steigende EV-Auslieferungen in profitableres Wachstum übersetzen kann. Gleichzeitig muss die Premiumisierung bei Smartphones den Volumenrückgang von 26.5 Prozent ausgleichen, ohne die bereits auf 8.5 Prozent gefallene Smartphone-Bruttomarge zusätzlich zu belasten.

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