"Wirtschaftliche Lähmung droht": Schwache Konjunkturprognosen für Deutschland
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"Wirtschaftliche Lähmung droht": Schwache Konjunkturprognosen für Deutschland

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

Führende Wirtschaftsinstitute erwarten für 2025 in Deutschland nur noch ein Mini-Wachstum: Das IfW Kiel prognostiziert +0.1 Prozent, das ifo-Institut und das RWI jeweils +0.2 Prozent, ebenso das IWH. Gründe sind geringere staatliche Impulse, strukturelle Wettbewerbsprobleme und die Belastung durch US-Zölle. Erst 2026 soll die Wirtschaft etwas anziehen, doch ein Großteil dieses Wachstums wäre staatlich „erkauft“. Die Arbeitslosenquote dürfte im kommenden Jahr auf 6.3 Prozent steigen. Insgesamt liegt die deutsche Wirtschaftsleistung derzeit auf dem Niveau von 2019.

Mini-Wachstum statt Aufschwung

Die Hoffnungen auf eine echte Konjunkturerholung im kommenden Jahr haben sich zerschlagen. Mehrere führende Institute haben ihre Prognosen für 2025 deutlich nach unten korrigiert. Statt der im Sommer noch erhofften Belebung rechnen sie nun nur noch mit Wachstumsraten, die kaum über der Nulllinie liegen. Für die führenden Wirtschaftsinstitute ist das ein Alarmsignal: Die erhoffte Wende bleibt aus, die Stagnation hält an.

Gründe für die Korrekturen

Als Hauptursachen nennen die Ökonomen, dass viele staatliche Maßnahmen weniger Wirkung entfalten, als zuvor angenommen. Entlastungen wie die Stromsteuersenkung oder neue Investitionsprogramme sind nur begrenzt spürbar. Hinzu kommen die Zölle der USA, die deutschen Exporteuren das Geschäft erschweren. Zwar konnte eine Einigung mit Washington die Unsicherheit etwas verringern, die bestehenden Zollbelastungen bleiben aber bestehen. Gleichzeitig fehlen Impulse aus dem Inland: Investitionen in Digitalisierung, Infrastruktur und Energiewende kommen nur langsam voran.

Aussicht auf 2026: „Erholung auf Pump“

Für 2026 rechnen die Institute mit einer Wachstumsbeschleunigung – doch sie warnen davor, die Zahlen überzubewerten. Ein Teil des Aufschwungs ergibt sich allein durch mehr Arbeitstage im Kalenderjahr, ein weiterer durch umfangreiche staatliche Ausgaben. Zieht man diese Effekte ab, bleibt die reale Dynamik äußerst schwach. Mit anderen Worten: Die erwartete Erholung ist weniger Ausdruck neuer Stärke, sondern beruht auf staatlichen Impulsen, die die strukturellen Probleme überdecken. Ohne Reformen könnte Deutschland nach dem Strohfeuer wieder in eine Phase der Schwäche zurückfallen.

Arbeitsmarkt: Belastung vor Besserung

Auch auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich das schwierige Umfeld. Für 2025 wird mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet. Besonders betroffen sind Industriebereiche, die stark vom Export abhängen. Erst ab 2026 deuten die Prognosen auf eine leichte Entspannung hin. Die Lage bleibt dennoch angespannt: Die Beschäftigung steigt nicht im erhofften Maße, während die Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhaltend sind. Damit wächst der Druck auf die Politik, Rahmenbedingungen für mehr Investitionen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Strukturelle Schwächen als Dauerproblem

Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht, dass Deutschland nicht nur ein konjunkturelles, sondern auch ein strukturelles Problem hat. Die hohe Abgabenlast, komplizierte Genehmigungsverfahren, langsame Digitalisierung und steigende Energiekosten bremsen die Wettbewerbsfähigkeit. Experten fordern daher tiefgreifende Reformen, um wieder mehr Dynamik zu schaffen. Ohne einen Kurswechsel drohe die deutsche Wirtschaft, über Jahre hinweg in einer Phase schwachen Wachstums gefangen zu bleiben.

Politische Dimension: Die verschobene „Wirtschaftswende“

Die Bundesregierung hatte eine „Wirtschaftswende“ angekündigt, doch aus Sicht der Institute bleibt sie bislang aus. Zwar zeigen die Planungen für die kommenden Jahre höhere Investitionen und steuerliche Anreize, doch reicht dies nach Einschätzung vieler Fachleute nicht aus, um die strukturelle Lähmung zu überwinden. Die deutsche Wirtschaft läuft damit Gefahr, dauerhaft hinter anderen großen Industriestaaten zurückzufallen. Dass die Wirtschaftsleistung trotz massiver Programme noch immer auf dem Stand von 2019 stagniert, unterstreicht laut den Instituten die Dringlichkeit des Problems.

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Carlo Schmid

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