Volkswagen hat erstmals ein Werk in China geschlossen, da der Konzern seine Strategie auf den Ausbau der Elektromobilität fokussiert, während in Europa die Nachfrage nach E-Autos stark ansteigt. Volkswagen verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 weltweit einen Anstieg der Fahrzeugauslieferungen um 1.3 Prozent auf 4.4 Millionen Einheiten. Der wesentliche Treiber dieses Wachstums war der Boom bei Elektrofahrzeugen in Europa, wo VW seinen Marktanteil auf 28 Prozent ausbauen konnte. In Westeuropa ist mittlerweile jedes fünfte ausgelieferte Fahrzeug elektrisch, was durch die verschärften CO2-Grenzwerte der EU begünstigt wird. Diese Entwicklung steht im Kontrast zu den Herausforderungen, denen VW in China gegenübersteht.
VW-Fabrik in China schließt
In China hat Volkswagen mit einem Rückgang der Verkaufszahlen um 2.3 Prozent zu kämpfen. Auch deshalb hat sich der Konzern entschieden, das Werk in der chinesischen Industrieregion Nanjing zu schließen, da es sich aufgrund seiner Lage nicht für eine Umrüstung auf Elektromobilität eignet. Die Produktion wird in das benachbarte Werk von Yizheng verlagert, das über ein bestehendes Netzwerk von mehr als 100 Zulieferern verfügt. Der chinesische Markt ist von einem intensiven Preiskampf geprägt, insbesondere im Bereich der Elektrofahrzeuge, wo einheimische Hersteller wie BYD dominieren.
Für Volkswagen dürfte es kurzfristig noch ein gutes Stück abwärts gehen. Danach sollte eine mehrjährige Korrektur abgeschlossen sein.
Volkswagen hat sich in China verstärkt auf das Geschäft mit Verbrennerfahrzeugen konzentriert, um den Absatz zu stabilisieren. Trotz der Herausforderungen konnte der Konzern im zweiten Quartal ein leichtes Plus von 2.8 Prozent erzielen. Die Schließung des Werks in Nanjing ist Teil einer umfassenden Strategie, das Produktionsnetzwerk zu optimieren und die Umstellung auf Elektromobilität zu beschleunigen.
BYD will VW auch in Europa wehtun
Der chinesische Elektroautomarkt, einst führend, zeigt Anzeichen von Überkapazitäten und einem intensiven Wettbewerb. BYD, der Marktführer in China, verzeichnete im ersten Quartal 2025 nur ein Wachstum von 5.5 Prozent, während der Gesamtmarkt um 45 Prozent zulegte. Der Konzern sieht sich mit hohen Lagerbeständen und einem Rückgang der Verkaufszahlen konfrontiert. Um diesen Trend zu bremsen, hat BYD Rabatte von bis zu 34 Prozent auf 22 Modelle eingeführt.
Der BYD-Aktie steht eine weitere Rallye bevor, sofern die Unterstützung bei HK-Dollar 111 hält.
Trotz der Herausforderungen bleibt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in China hoch. Der Markt ist jedoch durch die Vielzahl an Herstellern und die staatlichen Subventionen stark fragmentiert. Um den Absatz zu steigern, plant BYD eine Expansion nach Europa, mit Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Dollar. Neue Werke in Ungarn und der Türkei sind geplant, um die hohen EU-Importzölle zu umgehen.
Startet in Europa der nächste E-Auto-Boom?
Volkswagen und BYD stehen vor der Herausforderung, sich in einem sich schnell verändernden globalen Automobilmarkt zu behaupten. Während Volkswagen seine Strategie auf die Elektromobilität ausrichtet und seine Präsenz in Europa stärkt, sucht BYD ebenfalls nach neuen Absatzmärkten in Europa, um den Druck auf dem heimischen Markt zu entlasten. Die Entwicklungen in China und Europa werden die zukünftige Ausrichtung der Automobilindustrie maßgeblich beeinflussen.




