US-Dollar erlebt größten Crash seit 50 Jahren: Was das für Bitcoin und Co. bedeutet
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US-Dollar erlebt größten Crash seit 50 Jahren: Was das für Bitcoin und Co. bedeutet

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Erkenntnisse des Artikels auf einen Bick:

Der US-Dollar hat in der ersten Jahreshälfte 2025 stark an Wert verloren, um rund 10.8 Prozent gegenüber einem Währungskorb aus Euro, Yen und Pfund, was laut Analysten die schlechteste Halbjahresbilanz seit 1973 darstellt. Hauptgründe sind geopolitische Unsicherheiten, Trumps Wirtschaftspolitik, neue Zölle, wachsende Staatsverschuldung und Spekulationen über eine politisch motivierte Neubesetzung der US-Notenbankführung.

Investoren rechnen mit baldigen Zinssenkungen, was zusätzlich auf den Dollar drückt. Auch ausländische Investoren ziehen sich zunehmend zurück, was die Kapitalflucht verstärkt. Laut der Deutschen Bank könnte der Wechselkurs zum Euro langfristig auf 0.62 Euro pro US-Dollar fallen (aktuell 0.85 Euro). Das belastet nicht nur die US-Wirtschaft, sondern bringt auch Unruhe in die globalen Finanzmärkte.

US-Dollar fällt: Gold steigt 

Der US-Dollar hat in der ersten Jahreshälfte 2025 erhebliche Schwäche gezeigt, was auf eine Kombination aus geopolitischen Spannungen und wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Trump-Administration zurückzuführen ist. Seit Jahresbeginn ist der Dollar um 10.8 Prozent gegenüber einem Durchschnitt anderer wichtiger Währungen, wie dem Euro, dem Yen oder dem britischen Pfund gefallen. Das ist die schlechteste Halbjahresperformance seit 1973.


Inmitten geopolitischer Unsicherheit ist der Goldpreis zuletzt stark angestiegen. Nach der jüngsten Konsolidierung ist noch Luft nach oben.
Die Entwicklung hat den Dollar-Index auf den niedrigsten Stand seit März 2022 gedrückt und das britische Pfund auf ein Dreijahreshoch von 1.37 US-Dollar gehoben. Ein weiterer Profiteur des schwachen Dollars ist der Goldpreis, dieser ist seit Jahresbeginn um 25 Prozent gestiegen, weil Anleger in unsicheren Zeiten wie diesen vermehrt in sogenannte sichere Häfen investieren.

Schwacher US-Dollar: Zölle, Fed-Streit und Staatsverschuldung

Die schlechteste Halbjahresperformance des US-Dollars seit über 50 Jahren wird vor allem auf wirtschaftspolitische Unsicherheiten unter Präsident Trump zurückgeführt. Analysten von Unicredit betonen, dass der Dollar wegen wachsender Investoren-Sorgen über Trumps Politik 10 Prozent gegenüber anderen Währungen verloren hat. Auch der Analyst David Morrison vom britischen Neo-Broker Trade Nation nennt Trumps Zölle, das als chaotisch empfundene Regierungshandeln und die steigende US-Staatsverschuldung als Gründe für den Vertrauensverlust.


Der Einbruch des US-Dollars (hier der Dollar-Index DXY im Vergleich zu anderen Währungen) war technisch vorhersehbar und dürfte sich fortsetzen.
Der Dollar gerät zusätzlich unter Druck, weil viele Anleger erwarten, dass die US-Zinsen bald sinken. Senkt die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins, so werden Kredite billiger, wodurch mehr Dollar-Liquidität in den Markt fließt. Diese Vergünstigung des US-Dollars wirkt sich auch auf seine Wechselkurse zu anderen Währungen aus. Die Erwartung baldiger geldpolitischer Lockerung wurde noch verstärkt, weil Donald Trump Fed-Chef Jerome Powell öffentlich kritisiert und angedeutet hat, ihn durch jemanden zu ersetzen, der eher zu Zinssenkungen bereit ist. Das hat das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Notenbank geschwächt und den Dollar weiter belastet.

Kapitalflucht und strukturelle Probleme belasten den Dollar

Ein weiterer Faktor, der zur Schwäche des US-Dollars beiträgt, ist die zunehmende Zurückhaltung ausländischer Investoren, in US-Vermögenswerte zu investieren. Laut Analysten der Deutschen Bank könnte das den Dollar um bis zu 35 Prozent abwerten, was einen Wechselkurs von 1.59 US-Dollar pro Euro bedeuten würde. Diese Entwicklung wird durch eine stille Kapitalflucht befeuert, da ausländische Investoren immer weniger US-Anleihen und -Aktien kaufen. Die USA sind jedoch auf diesen Kapitalzufluss angewiesen, um ihr Leistungsbilanzdefizit von etwa 4 bis 5 Prozent des BIP zu finanzieren.

Die protektionistischen Maßnahmen der USA, wie Strafzölle, haben bisher kaum strukturelle Verbesserungen in der Handelsbilanz gebracht. Die USA importieren weiterhin mehr, als sie exportieren, was ohne frisches ausländisches Kapital zu einem Ungleichgewicht in den Zahlungsströmen führt. Der negative Netto-Auslandsvermögensstatus der USA, der derzeit bei etwa -90 Prozent des BIP liegt, stellt ein langfristiges Risiko dar und könnte das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der USA beeinträchtigen. Der negative Netto-Auslandsvermögensstatus von 90 Prozent des BIP der USA bedeutet, dass die USA dem Ausland mehr schulden, als sie dort besitzen, und dieser Unterschied entspricht 90 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung.

Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte

Die Schwäche des US-Dollars hat weitreichende Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte. Während der Dollar an Wert verliert, hat der Euro in den letzten sechs Monaten um mehr als 13 Prozent zugelegt. Spekulative Investoren setzen zunehmend auf einen schwächeren Dollar, was sich auch in den Optionsmärkten widerspiegelt. Die Divergenz in der Geldpolitik zwischen den USA und der Eurozone verstärkt diesen Trend, da die Märkte in den USA mit Zinssenkungen rechnen, während die Europäische Zentralbank nur moderate Anpassungen erwartet.


Ein schwacher Dollar tut dem Bitcoin in der Regel gut. Wiederholt sich das Muster aus Donald Trumps erster Amtszeit im Bullrun 2017?
Die strukturelle Schwäche des Dollars wird durch politische Unsicherheiten und das Haushaltschaos in Washington weiter verschärft. Spekulationen über eine mögliche Neubesetzung des Fed-Vorsitzes durch Trump könnten den Dollar weiter unter Druck setzen, insbesondere wenn ein besonders dovisher Kandidat gewählt wird.   Ein dovisher Kandidat (von englisch dove = Taube) ist in der Geldpolitik jemand, der tendenziell für eine lockere Geldpolitik steht. Das bedeutet: Er oder sie befürwortet niedrige Zinsen und gegebenenfalls andere Maßnahmen, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Was bedeutet der Dollar-Crash für die Zukunft?

Sollte sich die Prognose der Deutschen Bank bewahrheiten, könnte ein Wechselkurs von 1.59 US-Dollar pro Euro ein deutliches Zeichen für eine Verschiebung der globalen Machtverhältnisse im Finanzsystem sein. Dies könnte insbesondere für exportorientierte Nationen wie Deutschland Herausforderungen mit sich bringen, weil Güter aus den USA deutlich teurer werden. Für Risiko-Assets wie den Bitcoin ist ein schwacher Dollar historisch allerdings gut. Eine größere Wirtschaftskrise sollte daraus in den USA aber nicht werden. Denn das würde schwer auf Aktien und Kryptowährungen lasten, ungeachtet des Dollar-Kurses.

In den kommenden Monaten wird es entscheidend sein, wie die US-Regierung und die Federal Reserve auf die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen reagieren, um das Vertrauen in den Dollar wiederherzustellen und die Stabilität der internationalen Märkte zu gewährleisten. Einiges wird auch davon abhängen, wen Donald Trump als Nachfolger für Jerome Powell installiert und vor allem, wann.

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Carlo Schmid

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