US-Atomwaffen betroffen: Hacker aus China kapern Microsoft-Systeme
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US-Atomwaffen betroffen: Hacker aus China kapern Microsoft-Systeme

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Simeon Koch

Chinesische Hacker haben sich Anfang der Woche über eine Sicherheitslücke in Microsoft-Programmen Zugang zu sensiblen Daten zahlreicher Unternehmen und selbst staatlicher Einrichtungen verschafft. Einem Bericht von Bloomberg zufolge war davon sogar die US-Behörde für Nuklearwaffen betroffen, die für die Wartung und den Ausbau der Atomwaffenbestände in den Vereinigten Staaten verantwortlich ist.

Laut ersten Angaben soll das US-Atomprogramm durch den Cyberangriff nicht gefährdet sein. An anderer Stelle entstand dafür umso größerer Schaden. Microsoft selbst bemühte sich umgehend, das Leck zu schließen und beschuldigte in einem ersten Statement staatliche chinesische Hackergruppen für die folgenschwere Attacke. Das FBI ermittelt.

FBI und Pentagon ermitteln gegen China-Hacker

Es war Samstagnachmittag, als bei Microsoft alle Alarmglocken schrillten: „Wir haben aktive Attacken auf SharePoint-Server und technische Schwachstellen festgestellt“, warnte das Unternehmen prompt in einer vorläufigen Stellungnahme. Etwas später erklärte der Windows-Entwickler den Vorfall genauer. Lokale SharePoint-Server seien durch sogenanntes Spoofing, also das Vortäuschen einer falschen Identität durch den Angreifer, kompromittiert worden.


Seit dem deutlichen Anstieg im Mai geht es für Microsoft schrittchenweise aufwärts. Ein kurzer Abverkauf dürfte kurz bevorstehen.
Genutzt wurden dafür laut Microsoft Sicherheitslücken, die umgehend per Update behoben wurden. Betroffen waren offenbar nur SharePoint-Server, die von der Mutterfirma selbst betrieben werden. Die Cloud sei verschont geblieben, versicherte der Konzern. Die Schuldigen waren rasch ausgemacht – und erste Erkenntnisse besitzen beträchtliche politische Brisanz: „Wir haben beobachtet, dass zwei namentlich bekannte chinesische Gruppen, Linen Typhoon und Violet Typhoon, die Schwachstellen ausgenutzt haben und weiterhin auf SharePoint Server mit Internetanschluss abzielen“, warnte Microsoft in einem weiteren Statement.

Ein dritter chinesischer Akteur sei ebenfalls involviert, weitere Ermittlungen habe man umgehend aufgenommen. Kurz darauf gab die staatliche US-Polizeibehörde FBI bekannt, den Fall übernommen zu haben. Auch mit dem Cyber-Kommando des US-Verteidigungsministeriums Pentagon stimmte Microsoft sich ab.

Tagelanger Angriff: „Tausende“ Server betroffen

Die Täter sind keine Unbekannten: Laut Microsoft-Informationen ist die im vorläufigen Bericht genannten Gruppe Linen Typhoon schon länger bekannt. Seit nunmehr 13 Jahren soll das Hscker-Kollektiv auf „den Diebstahl von geistigem Eigentum“ spezialisiert sein. Abgesehen hatten es die Cyberkriminellen diesmal „vor allem auf Organisationen in den Bereichen Regierung, Verteidigung, strategische Planung und Menschenrechte“. Damit waren die chinesischen Hacker erfolgreich. Zumindest zwei wichtige staatliche Institutionen der Vereinigten Staaten sollen der Sicherheitslücke zum Opfer gefallen sein, darunter die Behörde für nukleare Sicherheit (NNSA).


Übergeordnet befindet sich Microsoft im Anstieg zu einem längerfristigen Top. Anschließend rechnen wir mit anhaltenden, deutlichen Abverkäufen.
Bereits am vergangenen Freitag sei die Energie-Abteilung der NNSA angegriffen worden, gab ein Sprecher gegenüber Bloomberg zu Protokoll. Diese Abteilung ist dafür zuständig, Atomwaffen zu produzieren und wieder zu demontieren. Die NNSA selbst, die weitere Vorfälle in anderen Abteilungen meldete, ist dafür zuständig, nukleare Waffen zu stationieren, nukleare Reaktoren für die Marine zu betreiben und bei radioaktiven Notfällen für Sicherheit zu sorgen. Der NNSA-Sprecher versicherte kurz nach Bekanntwerden des Angriffs: „Die Behörde war nur minimal betroffen, weil primär Microsoft-Cloud-Produkte und starke Sicherheitssysteme genutzt werden. Alle attackierten Systeme sind wieder sicher.“

Während die Nuklearbehörde den Angriff laut offiziellen Angaben ohne den Verlust sensibler Daten überstand, hatten zahlreiche Energieversorger, mittelständische Unternehmen und Universitäten weniger Glück. Ein Manager der IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks sagte der Washington Post zu Wochenbeginn, dass Attacken auf „Tausende“ Server registriert worden seien und Zehntausende gefährdet seien. Microsoft gab umgehend ein Sicherheits-Update heraus, um das digitale Einfallstor für die Cyberkriminellen zu schließen, die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde rief vor allem staatliche Institutionen und große Unternehmen auf, umgehend aktiv zu werden.

Angriffe auf Behörden in den USA, Europa und Nahost

Der Fall erinnert an frühere Microsoft-Hacks, bei denen sensible Daten wie Zugangsinformationen wichtiger Behörden und Unternehmen entwendet wurden. Erst im Jahr 2023 hatten mutmaßlich chinesische Hacker über eine Systemlücke Zugriff auf E-Mails von US-Behörden erhalten. Auch damals waren der öffentliche Aufschrei und die Verunsicherung groß gewesen. Die Folgen der jüngsten Sicherheitslücke sind noch nicht vollständig bekannt. Klar ist allerdings, dass nationale Regierungen in Europa und im Nahen Osten ebenso zum Opfer der laut Microsoft mit China in Verbindung stehenden Hackergruppen wurden wie etwa das US-Bildungsministerium.



Politisch brisant ist der Angriff vor allem, weil die Angreifer in Verbindung zur chinesischen Regierung stehen sollen. China und die USA gerieten in den vergangenen Monaten vor allem in Handels- und Technologiefragen aneinander. Bereits Anfang 2024 hatte US-Präsident Joe Biden den Export leistungsstarker KI-Prozessoren nach China eingeschränkt, sein Nachfolger Donald Trump verhängte Anfang April erst horrende Zölle gegen chinesische Waren und verschärfte das Chip-Embargo erneut.

Halbleitergiganten wie Nvidia warnten vor milliardenschweren Umsatzeinbrüchen und gerieten sogar ins Visier chinesischer Ermittler. Mitte Mai kam es dann zunächst zu einer Entspannung, als das Weiße Haus eine Zollpause für 90 Tage bekanntgab. Der SharePoint-Hack könnte nun zu weiteren diplomatischen Spannungen führen, eine offizielle Reaktion staatlicher US-Behörden steht noch aus. Auch die chinesische Botschaft in Washington äußerte sich auf Nachfrage des Politik-Magazins Politico nicht zu den Vorfällen.

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Simeon Koch

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