Tesla, Dogecoin und eine Milliarden-Klage: Elon Musks nächste Krypto-Eskapade
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Tesla, Dogecoin und eine Milliarden-Klage: Elon Musks nächste Krypto-Eskapade

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Simeon Koch

Elon Musk und Dogecoin – das ist eine ziemlich absurde Romanze. 2019 tweetete Musk zum ersten Mal über den Ur-Meme Coin, im Bullenmarkt 2021 führten Musks wechselhafte Äußerungen zu Doge und Krypto dabei allgemein zu heftigen Kapriolen in der Preisentwicklung. Mal bezeichnete der launische Milliardär Dogecoin als seine „Lieblings-Kryptowährung“, dann wieder in einem TV-Sketch als „Schwindel“. Über Monate zog sich anschließend ein milliardenschwerer Prozess gegen Musk, nachdem ihm eine Reihe von Krypto-Investoren Marktmanipulation vorgeworfen hatten. Daraufhin wurde es still um Musk und Krypto. Tesla und SpaceX stießen große Anteile ihrer Bitcoin-Bestände ab. Nach seiner jüngsten Krypto-Auszeit scheint Musk aber wieder Gefallen an kryptischen Aussagen zu Bitcoin und Co. gefunden zu haben. Ohne große Ankündigung ermöglichte Tesla im Mai Zahlungen mit Dogecoin, kurz zuvor hatte Musk in seiner Giga-Factory in Grünheide laut darüber nachgedacht, Kryptowährungen wieder bei Autokäufen zu akzeptieren. Vor wenigen Stunden tweetet Musk dann ein Bild von sich selbst mit einer unübersehbaren Doge-Botschaft. Der Dogecoin-Kurs jedoch reagierte kaum. Das ist nach Musks Krypto-Eskapaden der Vergangenheit ein sehr gutes Zeichen für den Markt.

Bitcoin „brillant“ und Dogecoin „meine Lieblings-Krypto“

Elon Musks Haltung gegenüber Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin und Dogecoin, hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Anfangs zeigte er sich gegenüber Kryptowährungen skeptisch und hielt Bitcoin für ein Mittel, das hauptsächlich für illegale Transaktionen genutzt werden könnte, was jedoch nicht „unbedingt schlecht“ sei, da „manche Dinge vielleicht nicht illegal sein sollten.“ Zu diesem Zeitpunkt besaß er jedoch selbst keine Bitcoins und äußerte sich nur sporadisch zu dem Thema. Erst 2019 begann Musk, sich ernsthafter mit Kryptowährungen in der Öffentlichkeit auseinander zu setzen. In einem Podcast lobte er die Struktur von Bitcoin als „ziemlich brillant“ und merkte an, dass auch Ethereum Potenzial habe. Zwischenzeitlich hielten ihn einige Medien sogar für Satoshi Nakamoto, dieses Gerücht verflog aber rasch wieder – auch, weil Musk nur eines von vielen Gesichtern war, die in den letzten Jahren für den Bitcoin-Entwickler gehalten wurden. So gelangte der australische Programmierer Craig Wright zu fragwürdigem Ruhm, weil er jahrelang felsenfest behauptete: „Ich bin Satoshi“. Ein Gericht erklärte seine vermeintlichen Beweise und damit auch seine Behauptung, der Bitcoin-Vater zu sein, im Frühjahr für nichtig.

Schon 2022 wurde Musk milliardenschwer verklagt: Er soll durch Tweets und einen TV-Auftritt den Preis von Dogecoin manipuliert haben. Musk fand die Anklage lächerlich.

Aber zurück zu Musk. Wer den letzten Bullenmarkt miterlebt hat, der erinnert sich an absurde Preisbewegungen, die auf einschlägige Tweets von Elon Musk folgten. Phasenweise schien der Tesla-Geschäftsführer mit seinen fragwürdigen Kommentaren und einer Mischung aus Faszination und Ironie den Kryptomarkt regelrecht zu seiner Marionette zu machen. Seine Beziehung zu Dogecoin begann eher spielerisch. Im April 2019 tweetete er, dass Dogecoin „vielleicht meine Lieblings-Kryptowährung“ sei, was den Preis des Coins in die Höhe schnellen ließ. Besonders seine Tweets zu Dogecoin führten immer wieder zu erheblichen Preisschwankungen: Ein einziges Wort Doge führte 2020 zu einem Anstieg um etwa 120 Prozent in kürzester Zeit, bevor eine Kritik an der ungleichen Verteilung der Dogecoin-Vermögen einen Preissturz auslöste. Obwohl Musk also offensiv mit dem Kryptomarkt liebäugelte, hielt er sich 2019 noch betont zurück, was mögliche Krypto-Zahlungen für Tesla-Fahrzeuge anbelangte. Doch auch diese Hemmung sollte bald fallen.

Doge-Investoren verklagen Musk auf Milliarden

Ein aufsehenerregender Wendepunkt in Musks Engagement für Kryptowährungen war nämlich die Ankündigung von Tesla im Februar 2021, Bitcoin im Wert von $1.5 Milliarden gekauft zu haben und die Kryptowährung als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Diese Nachricht befeuerte die aufbrandende Krypto-Euphorie im Frühjahr 2021, der den Bitcoin auf das erste Top im vergangenen Zyklus katapultierte. Die Freude über die prominente Unterstützung des Doge-Edelfans war aber nicht von langer Dauer, denn das Blatt wendete sich schon im Mai 2021, als Musk überraschend erklärte, Tesla würde aufgrund von Bedenken bezüglich des Energieverbrauchs keine Bitcoin-Zahlungen mehr akzeptieren. Diese löste heftige Diskussionen über Musks Einfluss auf die Emotionen und das Anlegerverhalten im Kryptomarkt an. Seitdem scheinen sich Bitcoin und Co. von Musk emanzipiert zu haben, in jüngster Vergangenheit schlugen sich fragwürdige Musk-Kommentare kaum mehr spürbar in den Kursen relevanter Kryptowährungen nieder.

Das mag auch damit zu tun haben, dass Musk sich immer mehr vom Kryptomarkt abzuwenden schien: Im Winter 2021 verkaufte Tesla 75 Prozent seiner Bitcoin-Bestände, im August 2023 wurde bekannt, dass Musks Weltraumfirma SpaceX $373 Millionen in BTC abgestoßen hatte. Musk schien sich ohne große Worte aus der Affäre ziehen zu wollen, denn auch juristisch drohte nach den Turbulenzen des Bullenmarktes 2021 Ungemach. Gleich mehrfach wurde Musk seit 2022 in einer Sammelklage von Krypto-Investoren vorgeworfen, den Markt manipuliert zu haben. Konkret wurde Musk beschuldigt, durch Twitter-Posts, bezahlte Online-Influencer und Zitate im Fernsehen den Preis von Dogecoin künstlich in die Höhe getrieben zu haben, nur um dann von den Kursgewinnen zu profitieren. Ein Beispiel, das die Anklage anführte, war Musks kolportierter Verkauf von Dogecoin im Wert von etwa $124 Millionen Dollar im April 2023, kurz nachdem er das Twitter-Emblem durch das Hundelogo von Dogecoin ersetzt hatte, woraufhin der Preis der Kryptowährung um rund ein Drittel angestiegen war. In der $258 Milliarden schweren Klage wurde Musk ebenfalls bezichtigt, Dogecoin vorsätzlich in den Crash getrieben zu haben. Im Mai 2022 hatte Musk seinen Favoriten Doge in der TV-Sendung Saturday Night Live mit einem Augenzwinkern als „Schwindel“ bezeichnet.

Dogecoin und Bitcoin als Zahlungsmittel auf X?

Laut den geschädigten Investoren habe Musk sie durch eine „vorsätzliche Reihe von Marktschreien, Marktmanipulationen und Insiderhandel“ betrogen und sich selbst sowie seine Unternehmen bereichert. Musk und Tesla bezeichneten die Vorwürfe als „wunderbares Werk der Fiktion“ und beantragten eine Abweisung der Klage. Verurteilt wurde Musk in diesem Fall bis heute nicht, seine Anwälte schmetterten die Vorwürfe als haltlos ab. Musks Statements wie „Doge Rulz“ oder „No highs, no lows, only Doge” seien zu vage, um als Kaufempfehlung verstanden zu werden. Dazu erklärten Musks Anwälte: „Es ist nicht rechtswidrig, einzelne Worte oder lustige Bilder in Unterstützung einer legitimen Kryptowährung mit einer Marktkapitalisierung von mehreren Milliarden Dollar zu posten“. Musk selbst war vom Gerichtsprozess nicht eingeschüchtert und ließ im Mai 2024 erneut aufhorchen, als er Dogecoin zur Bezahlung von Tesla-Fahrzeugen zuließ. Dies geschah ohne große Ankündigung, wurde aber schnell publik, als die entsprechende Zahlungsfunktion auf der Tesla-Website entdeckt wurde. Kurz zuvor hatte Musk bei einem Besuch der Berliner Giga-Factory Grünheide laut überlegt, Doge wieder als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Am Dienstag tweetete Musk ein Bild mit unverkennbarer Doge-Botschaft.

Gleichzeitig kamen auch heiße Spekulationen über eine mögliche Implementierung von Dogecoin als Zahlungsmittel auf Musks Social-Media-Plattform X, vormals Twitter, auf. Musk will X zu einer Super-App mit verschiedensten Dienstleistungen umbauen, zu denen auch digitale Zahlungen und Geldverwahrung zählen sollen. Dafür sicherte sich Musk wichtige Lizenzen in einigen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten, konkrete Pläne wurden über eine mögliche Krypto-Integration aber nicht publik. Nach der monatelangen Korrekturphase des Altcoin-Sektors scheint Musk sein Engagement nun also wieder hochzufahren – und lieferte das nächste Indiz dafür vor wenigen Stunden: Auf X postete Musk ein Bild von sich selbst hinter einem Rednerpult mit der Aufschrift Department Of Government Efficiency (dt. Ministerium für Regierungseffizienz), abgekürzt: D.O.G.E. Als Überschrift schrieb Musk in seinem Tweet: „Ich bin bereit zu dienen“. Die Idee zu diesem Witz war entstanden, als Trump vor wenigen Tagen ankündigte, Musk ein hohes Amt zu geben, sofern er wieder ins Weiße Haus einziehen sollte. Daraufhin hatte ein Twitter-Nutzer das D.O.G.E-Ministerium vorgeschlagen, was Musk begeistert aufgriff. Der Kurs von Dogecoin reagierte kaum auf Musks neuerlichen Spaß – angesichts der Verwerfungen der vergangenen Jahre wohl ein gutes Zeichen. Wie es mit Musks ausgewiesener Lieblings-Kryptowährung weitergeht, erfahren Sie in unseren regelmäßigen Altcoin-Updates – ganz ohne Marktmanipulation und markige Musk-Sprüche.

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