Mit KI generiert
Chart des Tages: In diesem Format ordnen HKCM-Analysten regelmäßig ein, welche Werte und Märkte sie gerade besonders beschäftigen. Heute geht es um einen Comeback-Kandidaten aus der Telemedizin: Teladoc Health. Die wichtigsten Punkte:
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Lange galt Teladoc Health als einer der großen Verlierer nach dem Telemedizin-Boom der Pandemiejahre. Vom Rekordhoch bei 308 US-Dollar im Februar 2021 hat die Aktie bis heute mehr als 97 Prozent an Wert verloren. Im Sommer folgte der nächste Kurssturz. Von 9.18 US-Dollar Ende Juli rutschte das Papier bis Anfang Oktober auf 5.42 US-Dollar ab, ein Minus von rund 41 Prozent. Doch seither dreht sich das Bild. Allein im Oktober legte die Aktie um fast 47 Prozent zu und ging bei 8.51 US-Dollar aus dem Monat. Rückenwind lieferten vor allem die jüngsten Quartalszahlen.
Einer unserer HKCM-Analysten hat sich den Wert deshalb genauer angesehen. Sein erstes Fazit fällt bemerkenswert positiv aus: „Strukturell sieht das gerade echt vernünftig aus.“ Mehr noch: Nach der laufenden Bewegung könnte sich aus seiner Sicht eine interessante Gelegenheit für einen langfristigen Einstieg ergeben.
Starke Q3-Zahlen: Das Versicherungsgeschäft von BetterHelp zündet
Ende Juli hatte Teladoc seine Umsatzprognose für 2026 deutlich gekappt, die Aktie brach daraufhin um mehr als 26 Prozent ein. Auslöser war die Psychotherapie-Plattform BetterHelp: Selbstzahler sprangen schneller ab als erwartet. Gleichzeitig war die Nachfrage nach Sitzungen, die Krankenversicherungen bezahlen, größer als die Zahl verfügbarer Therapeuten.
Am 28. Oktober folgte die Wende. Der Umsatz lag im dritten Quartal mit 605.1 Millionen US-Dollar zwar drei Prozent unter Vorjahr, aber über den Erwartungen der Analysten. Das bereinigte EBITDA stieg um 14 Prozent auf 79.4 Millionen US-Dollar und übertraf die eigene Prognose. Der Verlust je Aktie schrumpfte auf 0.15 US-Dollar, erwartet worden waren 0.21 US-Dollar. Die Aktie sprang daraufhin um rund elf Prozent nach oben.
Den größten Sprung machte das Versicherungsgeschäft von BetterHelp. Die Erlöse kletterten binnen eines Jahres von 3.7 auf 32.1 Millionen US-Dollar. Pro Woche rechnet Teladoc inzwischen rund 27 000 Sitzungen über Versicherer ab, hochgerechnet mehr als 140 Millionen US-Dollar im Jahr. Die Umsatzprognose für 2026 präzisierte das Management auf 2.395 bis 2.441 Milliarden US-Dollar und hob dabei die Untergrenze an.
„Die Earnings waren richtig gut“, sagt unser Analyst. „Gerade beim Versicherungsgeschäft sieht man jetzt schwarz auf weiß, dass der Umbau greift.“

Teladoc Health im dritten Quartal 2026: Umsatz, Ergebnis, Cashflow und das rasant wachsende Versicherungsgeschäft von BetterHelp im Überblick
KI-Werkzeuge und Teladoc One sollen das Wachstum zurückbringen
Im Kerngeschäft Integrated Care, das virtuelle Arztbesuche und Programme für chronisch Kranke bündelt, wuchs der Umsatz um zwei Prozent. Die Teilnehmerzahl der Programme für chronische Erkrankungen stieg um 15 Prozent auf 1.34 Millionen. Mit Teladoc One rollt der Konzern zudem ein Versorgungsmodell mit fachübergreifenden Behandlungsteams aus, das ab 2027 breiter verfügbar sein soll.
Für KI-Anleger ist vor allem die Technik dahinter spannend. Teladoc setzt auf eine eigene KI-Plattform namens Pulse, auf automatische Dokumentation von Arztgesprächen und auf kontaktlose Messung von Vitalwerten. Die Zahl KI-gestützter Self-Service-Kontakte legte binnen eines Jahres um 30 Prozent zu. Das soll Kosten senken und den Behandlungsteams Zeit verschaffen.
Auch die Bilanz entspannt sich. Im Quartal erzielte Teladoc einen Free Cashflow von 75.9 Millionen US-Dollar und verfügt über knapp 850 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln. Damit und mit klassischen Krediten will das Management einen Großteil der rund eine Milliarde US-Dollar schweren Wandelanleihe zurückkaufen, die im Juni 2027 fällig wird.
Chartbild: Saubere Aufwärtsstruktur seit dem Tief im Oktober
Vom Tief Anfang Oktober aus gerechnet beträgt das Plus sogar mehr als 50 Prozent. Für unseren Analysten zählt dabei weniger das Tempo als die Form der Bewegung. „Die Anstiege laufen impulsiv, die Rücksetzer bleiben klein und kontrolliert“, sagt er. „Genau so sollte der Beginn eines neuen Aufwärtstrends aussehen.“

Teladoc im Zwei-Stunden-Chart: Seit dem Tief im Oktober sieht unser Analyst eine impulsive Aufwärtsstruktur nach der Elliott-Wellen-Theorie
Nach seiner Lesart der Elliott-Wellen-Theorie hat Teladoc im Oktober eine monatelange Korrekturphase abgeschlossen. Seitdem baut sich eine übergeordnete Aufwärtswelle auf, die bereits ein fortgeschrittenes Teilstück erreicht hat. Nach einem letzten Schub nach oben rechnet er mit einer Verschnaufpause. „Nach so einem steilen Anstieg ist eine Konsolidierung völlig normal. Verläuft sie sauber, kann daraus eine spannende Chance für den langfristigen Einstieg werden.“
Ganz vom Tisch ist ein Rückfall allerdings nicht. Einem Szenario mit neuen Tiefs räumt der Analyst noch eine Wahrscheinlichkeit von rund 30 Prozent ein. Fundamental bleibt das schrumpfende Selbstzahlergeschäft von BetterHelp ein Bremsklotz, im vierten Quartal soll der Segmentumsatz erneut deutlich sinken. „Der Umbau ist noch nicht durch, aber Zahlen und Chart ziehen gerade an einem Strang“, fasst er zusammen.
Die vollständige Analyse zu Teladoc mit allen relevanten Marken, Zielzonen und Alternativszenarien finden Sie im KI-Paket von HKCM. Dort begleiten unsere Analysten regelmäßig Unternehmen, die künstliche Intelligenz zum Kern ihres Geschäftsmodells machen.



