Google-Schock: Diese KI-Zahlen spalten jetzt die Börse
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Google-Schock: Diese KI-Zahlen spalten jetzt die Börse

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Arcan Askin

Mit KI generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Microsoft liefert starke Cloud-Zahlen.

  • Alphabet enttäuscht beim Cashflow.

  • Software bleibt auf der Watchlist.

Die Bewährungsprobe für die KI-Rally ist da – und sie fällt gemischt aus. Microsoft überzeugte mit starkem Cloud-Wachstum und einem deutlich besseren Cashflow als erwartet. Alphabet meldete ebenfalls kräftiges Wachstum bei Google Cloud, wurde vorbörslich aber dennoch massiv abgestraft. Der Grund: Das Suchgeschäft blieb hinter den Erwartungen zurück, während die Investitionen in KI-Infrastruktur den Cashflow belasten.

Für unseren Marktanalysten bestätigt diese Entwicklung den Kern seiner bisherigen Einschätzung. Der übergeordnete Aufwärtstrend kann weiterlaufen, gerade weil viele Anleger nach den jüngsten Rücksetzern weiter skeptisch sind. Doch der Markt wird deutlich wählerischer. Gute Schlagzeilen oder ein bloßes Übertreffen der Erwartungen reichen nicht mehr automatisch aus. Wichtig bleibt wie Umsatz, Margen, Cashflow und Ausblick zusammenspielen.

„Die Stimmung ist durchwachsen. Der Markt könnte aber gerade deshalb noch einmal weiter nach oben laufen – das wäre der Pain Trade, mit dem viele derzeit nicht rechnen.“ 

 

Die Skepsis ist für ihn noch kein Verkaufssignal

Mit Pain Trade ist an der Börse eine Bewegung gemeint, die möglichst viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt. In der aktuellen Lage wäre das aus Sicht unseres Analysten kein plötzlicher Einbruch, sondern ein weiterer Anstieg, obwohl viele Investoren auf eine stärkere Korrektur eingestellt sind.

Die Zahlen von Microsoft und Alphabet liefern dafür ein anschauliches Bild. Microsoft steigerte den Umsatz im ersten Fiskalquartal um 19 Prozent auf 92.3 Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen der Cloud-Sparte wuchsen um 30 Prozent, das Azure-Geschäft um 48 Prozent. Gleichzeitig lag der freie Cashflow laut Reuters deutlich über den Erwartungen. Vorbörslich gewann die Aktie zunächst rund 1.8 Prozent.

Alphabet zeigte die andere Seite. Der Konzern steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um 25 Prozent auf 127.6 Milliarden US-Dollar, während Google Cloud um mehr als 100 Prozent auf 30.71 Milliarden US-Dollar zulegte. Doch die Suchwerbung entwickelte sich schwächer als erwartet. Hinzu kamen hohe Investitionsausgaben: Alphabet rechnet für 2026 inzwischen mit 195 bis 205 Milliarden US-Dollar an Kapitalausgaben. Das Wertpapier lag vorbörslich zeitweise 11.5 Prozent im Minus.

Für unseren Analysten ändert das nichts an seiner grundsätzlich konstruktiven Haltung zum Markt. Es zeigt jedoch, dass die neue Tech-Phase mehr Differenzierung verlangt. Ein Aufwärtstrend kann weiterlaufen, während einzelne Schwergewichte und Themenbereiche deutlich korrigieren.

Warum Software jetzt stärker in den Fokus rückt

Innerhalb des Tech-Sektors schaut unser Analyst besonders auf Softwareunternehmen. Sein Referenzpunkt ist der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF mit dem Kürzel IGV. Der ETF bündelt 106 nordamerikanische Unternehmen aus Anwendungs- und Systemsoftware sowie in kleinerem Umfang digitale Medien- und Serviceanbieter. Er ist damit kein Einsatz auf einen einzelnen Gewinner, sondern ein Stimmungsbarometer für einen breiten Teil des Softwaremarkts.

Der letzte offizielle Nettoinventarwert des IGV lag am 27. Oktober bei 111.75 US-Dollar. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 117.06 US-Dollar fehlten damit noch knapp fünf Prozent. Für unseren Analysten ist das kein fertiges Signal. Die Entwicklung macht den Sektor jedoch wieder interessanter, falls sich die Tech-Erholung fortsetzt.

Die heutige Marktreaktion erinnert zugleich daran, wie selektiv Anleger inzwischen vorgehen. ServiceNow verlor vorbörslich 18.7 Prozent nach einem Gewinnrückstand gegenüber den Erwartungen, Fortinet sogar 26.1 Prozent. Gute Technologie-Geschichten werden dadurch nicht wertlos. Doch der Markt honoriert ihre operative Entwicklung deutlich weniger großzügig als noch vor wenigen Monaten.

„Bei Software schaue ich jetzt genauer hin. Der Sektor kann in einer weiteren Tech-Bewegung anziehen – aber auch dort muss der Markt die Story letztlich mit Zahlen bestätigen.“ 

 

Softwarewerte bleiben zudem besonders zinssensibel. Steigende Renditen können langfristige Wachstumserwartungen belasten, weil ein größerer Teil der erwarteten Gewinne oft weit in der Zukunft liegt. Ebenso wichtig bleibt die Frage, ob KI-Funktionen konkret zu höherem Umsatz, besseren Margen oder sinkenden Kosten führen.

BlackRock weist beim IGV außerdem auf die Konzentration auf einen einzelnen Sektor hin. Der ETF enthält zwar 106 Unternehmen und ist damit breiter aufgestellt als eine Einzelaktie. Fast alle diese Unternehmen verdienen ihr Geld jedoch mit Software, Cloud-Diensten oder digitalen Geschäftsmodellen. Treffen steigende Zinsen, schwächere IT-Budgets oder enttäuschende KI-Zahlen den gesamten Sektor, können viele Positionen im ETF gleichzeitig unter Druck geraten. Der IGV senkt somit das Risiko, dass ein einzelnes Unternehmen enttäuscht – er schützt aber nicht vollständig vor einem breiten Rücksetzer bei Softwareaktien.

Ein Beat ist nicht automatisch ein gutes Ergebnis

Damit rückt für unseren Analysten ein Punkt in den Mittelpunkt, der in der Berichtssaison leicht übersehen wird: Ein Earnings Beat bedeutet zunächst nur, dass ein Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten übertroffen hat. Das wiederum kann ein starkes Signal sein, muss es aber nicht.

Seine erste Frage lautet deshalb: Wie hoch waren die Erwartungen vor den Zahlen wirklich? Wenn Analysten ihre Schätzungen im Vorfeld deutlich gesenkt haben, fällt es einem Unternehmen leichter, diese Marke zu übertreffen. Ein überzeugendes Ergebnis besteht aus mehr als einer Schlagzeile: Umsatz, Gewinn, Ausblick, Auftragseingang und Margenentwicklung müssen zusammenpassen.

Die Gegenüberstellung von Microsoft und Alphabet zeigt, warum diese Einordnung wichtig ist. Microsoft überzeugte den Markt mit starkem Azure-Wachstum und freiem Cashflow. Bei Alphabet reichte das sehr starke Google-Cloud-Wachstum dagegen nicht aus, weil das Kerngeschäft mit Suchwerbung und die wachsende Investitionsrechnung stärker ins Gewicht fielen.

„Nicht jeder Beat ist gleich viel wert. Anleger sollten prüfen, ob ein Unternehmen wirklich stärker geworden ist – oder ob es nur eine zuvor gesenkte Erwartung übertroffen hat.“ 

 

Auch die Kursreaktion gehört für ihn zur Analyse. Steigt eine Aktie nach guten Zahlen kaum oder fällt sogar, verlangt der Markt womöglich bereits mehr. Umgekehrt kann ein solider Bericht mit einem überzeugenden Ausblick eine positive Überraschung auslösen.

Amazon liefert den nächsten Praxistest

Mit Amazon steht heute nach US-Börsenschluss der nächste große Test an. Besonders wichtig werden Aussagen zur AWS-Cloud-Sparte, zur Nachfrage nach Rechenleistung sowie zu Investitionen und Margen. Amazon ist damit der letzte große Hyperscaler dieser Woche, der den Markt noch in eine neue Richtung bewegen kann.

Unser Analyst achtet dabei vor allem auf drei Ebenen: Wie entwickeln sich Cloud- und Softwareumsätze? Wie fällt der Ausblick aus? Und wie reagiert die Aktie auf die Zahlen? Die Antworten helfen zu beurteilen, ob die jüngste Tech-Erholung mehr Substanz bekommt oder ob sich die Unsicherheit fortsetzt.

Sein Fazit bleibt differenziert: Für die Indizes sieht er weiter Aufwärtspotenzial, solange die großen Technologieunternehmen operativ überzeugen. Software bleibt für ihn eine Beobachtungszone mit Chancen, aber ohne Selbstläufer. Die Berichtssaison zeigt jetzt sehr konkret, welche Unternehmen ihre Wachstumsversprechen in belastbare Zahlen übersetzen können. Genau Chartanalysen, Einstiegsbereiche und schriftliche Updates erhalten Sie hier.

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Arcan Askin

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