Rigetti: Staatsgeld im Rücken, Aktie weiter auf der Suche nach Halt
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Rigetti: Staatsgeld im Rücken, Aktie weiter auf der Suche nach Halt

Author

Nikolai Heger

Chart des Tages:

In diesem Format ordnen unsere Analysten regelmäßig ein, welche Werte und Märkte sie gerade besonders beschäftigen. Heute geht es um den Quantencomputing-Spezialisten: Rigetti Computing. Die wichtigsten Punkte:

•       Kursbild: Nach dem Einbruch vom Hoch im Herbst 2025 notiert die Aktie im unteren Bereich ihrer Handelsspanne, eine Trendwende ist nicht bestätigt.

•       Fundamentaldaten: Liquidität von 541.3 Millionen US-Dollar und neue Staatsförderung stehen einem Quartalsumsatz von 5.1 Millionen US-Dollar gegenüber.

•       Einstieg: Langfristig interessant, doch unser Analyst wartet auf eine belastbare Bodenbildung und operative Belege.

Anfang September unterzeichnete Rigetti Computing eine verbindliche Vereinbarung mit dem US-Handelsministerium über 100 Millionen US-Dollar Forschungsförderung. Der Staat erhält dafür eine Minderheitsbeteiligung. Die Aktie steht trotzdem weiter deutlich unter ihrem Hoch vom Herbst 2025. Unser Analyst nennt den Quantencomputer-Anbieter einen „spekulativen Beobachtungskandidaten“ und sieht noch keinen bestätigten Aufwärtstrend. Eine mögliche langfristige Einstiegsgelegenheit bleibt im Blick, setzt aber Bestätigung voraus.

Charttechnik: Eine grüne Tageskerze bestätigt noch keine Wende

Vom Hoch im Herbst 2025 hat die Aktie rund drei Viertel verloren und notiert im unteren Bereich ihrer bisherigen Handelsspanne. Unser Analyst beobachtet die Kursstruktur auf Tages- und Wochenbasis, das Handelsvolumen und die gleitenden Durchschnitte. Nach einem so starken Rückgang reiche eine einzelne grüne Tageskerze für eine Trendwende nicht aus. Positiv würde das Bild, wenn der Kurs höhere Tiefs bildet, wichtige Widerstände zurückerobert und Anstiege von höherem Volumen getragen werden. Ein nachhaltiger Bruch des jüngsten Tiefbereichs wäre ein klares Warnsignal.

Rigetti Computing im Tageschart

Rigetti Computing im Tageschart: Nach dem Rückgang vom Hoch im Herbst 2025 notiert die Aktie im unteren Bereich ihrer Spanne

Fundamentale Lage: Viel Liquidität, kleiner Umsatz, hohe Verluste

Im zweiten Quartal 2026 erzielte Rigetti rund 5.1 Millionen US-Dollar Umsatz, nach 1.8 Millionen im Vorjahresquartal. Der operative Verlust lag bei 28.1 Millionen US-Dollar. Zum Quartalsende standen 541.3 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln und Wertpapieren bereit. Das schafft Spielraum für Forschung, ersetzt laut unserem Analysten aber keine nachhaltige Profitabilität. Technisch berichtet das Unternehmen vom 108-Qubit-System Cepheus-1-108Q, besseren Gate-Fidelities und einer Roadmap zu Systemen mit rund 1000 Qubits. Mit Hewlett Packard Enterprise und dem Pittsburgh Supercomputing Center entstehen hybride Quanten-klassische Hochleistungsrechner. Die Staatsförderung wertet unser Analyst als positiven Katalysator, aber noch nicht als Beweis für breite kommerzielle Nachfrage.

Rigetti in Zahlen

Rigetti in Zahlen: Umsatz und operativer Verlust im zweiten Quartal 2025 und 2026 sowie die Liquidität zum Ende des zweiten Quartals 2026

Chancen und Wettbewerb: Quantencomputing als langfristiges Thema

Quantencomputer arbeiten mit einer grundlegend anderen Rechenarchitektur als klassische Rechner. Langfristig könnten sie bei ausgewählten Aufgaben in Chemie, Materialforschung, Medikamentenentwicklung und Optimierung Vorteile bieten. Rigetti entwickelt eigene supraleitende Quantenprozessoren, baut Systeme und bietet Cloud-Dienste an. Die Chance liegt laut unserem Analysten in der frühen Positionierung in einem möglichen Zukunftsmarkt. Mit IonQ, D-Wave und großen Technologiekonzernen ist der Wettbewerb allerdings intensiv. Die modulare Chiplet-Architektur kann bei der Skalierung helfen, garantiert aber keinen Vorsprung.

Risiken: Technik, Kommerzialisierung und mögliche Verwässerung

Das zentrale Risiko bleibt die technische Unsicherheit. Mehr Qubits allein ergeben noch keinen praktisch nutzbaren Quantencomputer, entscheidend sind Fehlerquoten, Kohärenzzeiten, Fehlerkorrektur und Skalierbarkeit. Forschungsinteresse und Fördergelder ersetzen zudem keinen großen, wiederkehrenden Kundenmarkt. Verzögerungen bei der Roadmap oder ausbleibende Kundenumsätze würden die Investmentthese deutlich schwächen. Hohe Kursschwankungen und die Staatsbeteiligung, die bestehende Aktionäre verwässern kann, kommen hinzu.

Fazit: Spekulative Zukunftswette mit begrenztem Kapitaleinsatz

Die Technologie ist noch nicht breit kommerziell etabliert, und der Umsatz ist im Verhältnis zu den Kosten gering. Unser Analyst fasst Rigetti als „spekulative Zukunftswette“ auf die Kommerzialisierung von Quantencomputing zusammen. Für einen Einstieg will unser Analyst eine bestätigte Bodenbildung im Chart und weitere operative Fortschritte abwarten. Zudem rät unser Analyst, die Positionsgröße so zu wählen, dass auch ein erheblicher oder vollständiger Kapitalverlust verkraftbar bleibt.

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Nikolai Heger

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