Stellenabbau, Werkschließungen, Gewinnsteigerung: Henkel geht im Umbauprozess in Runde zwei
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Stellenabbau, Werkschließungen, Gewinnsteigerung: Henkel geht im Umbauprozess in Runde zwei

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Florian Winter

Vor rund zwei Jahren startete beim Düsseldorfer Handelsriesen Henkel ein umfangreicher Umbauprozess. Grundsätzlich zielte CEO Carsten Knobel mit der Umstrukturierung darauf ab, das Unternehmen zukunftssicher, effizienter und wettbewerbsfähiger zu machen. Der Umbau sei notwendig, um auf die veränderten Marktbedingungen und Herausforderungen zu reagieren, einschließlich des zunehmenden Wettbewerbsdrucks, der Digitalisierung und der Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften. Der Fokus liegt dabei auf der Konzentration auf das Kerngeschäft, indem weniger profitable oder nicht strategische Geschäftsfelder veräußert und die Ressourcen in wachstumsstarke Marken wie Persil, Schwarzkopf und Loctite investiert werden. Seit Beginn des Prozesses wurden Marken mit einem Umsatz von rund 650€ Millionen eingestampft respektive verkauft. Um die Effizienz zu steigern, verschlankt Henkel zudem seine Organisationsstrukturen, reduziert Verwaltungskosten und optimiert die Lieferketten. Unter anderem wurden das Waschmittel- und das Kosmetikgeschäft zusammengelegt. In der ersten Phase der Umstrukturierung baute Henkel circa 2000 Stellen ab, etwa 300 entfielen hierbei auf Standorte in Deutschland. Nun geht der Unternehmensumbau in die zweite Phase – und abermals werden hierbei laut Knobel „auch Lager- und Produktionsstätten (…) und damit Arbeitsplätze“ wegfallen.

Der Unternehmenschef teilte der Süddeutschen Zeitung mit, dass man auch weiterhin an der Optimierung von „Produktion, Einkauf, Logistik und Lager“ arbeiten werde. Dass Werke in Deutschland den Einsparungen zum Opfer fallen, schloss Knobel hierbei aus. Wo genau Werke gegebenenfalls geschlossen werden – Henkel betreibt rund 170 Produktionsstätten in über 60 Ländern auf unterschiedlichen Kontinenten –, und wie viele Jobs insgesamt und explizit an deutschen Standorten wegfallen, dazu äußerte sich die Unternehmensführung bislang noch nicht. Weltweit beschäftigt das Dax-Unternehmen rund 48 000 Mitarbeiter, wovon etwa 83 Prozent außerhalb Deutschlands ihrer Tätigkeit nachgehen.

„Insgesamt eine sehr gute Geschäftsentwicklung“

Die jüngsten Unternehmenszahlen legen nahe, dass die seit über zwei Jahren laufende Umstrukturierung bereits Früchte trägt: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte der Umsatz im ersten Halbjahr 2024 um 2.9 Prozent auf 10.8€ Milliarden nach oben geschraubt werden, beim bereinigten operativen Gewinn wurde gar eine Steigerung in Höhe von 28.4 Prozent verzeichnet, lag dieser doch bei rund 1.6€ Milliarden. Die Ebit-Marge – also die operative Rentabilität – erhöhte sich hierbei von 11.5 auf 14.9 Prozent, Konzernchef Knobel zeigt sich entsprechend zufrieden: „Wir haben im ersten Halbjahr insgesamt eine sehr gute Geschäftsentwicklung erzielt. Das belegt, dass wir mit unserer Strategie auf dem richtigen Weg sind und unsere Ausrichtung auf ganzheitliches Wachstum greifbare Erfolge bringt“. In diesem Jahr hob Henkel bereits zweimal seine Prognosen an, das Management geht davon aus, dass man die langfristigen Ziele bereits deutlich früher – genauer: in den kommenden zwei bis vier Jahren – erreichen werde.

Fundamentale Entwicklung vs. Elliott-Wellen-Chartanalyse  

Aus fundamentaler Sicht blickt der DAX-Konzern also äußerst zuversichtlich in die Zukunft. Bei diesen durchaus positiven Aussichten sollte man meinen, dass auch die Aktie des Unternehmens in den kommenden Jahren nur eine Richtung kennt – nämlich nach oben. Dass fundamentale Entwicklungen aber nicht zwangsläufig Hand in Hand mit unserer Chartanalyse auf Basis des Elliott-Wellen-Konzepts gehen, das haben unsere Prognosen über die verschiedensten Märkte hinweg in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt. Und auch unsere Erwartungen an die Henkel-Aktie spiegeln nicht unbedingt die fundamentale Stärke des Unternehmens wider: Wie Sie dem Tageschart entnehmen können, verorten wir den Titel in unserem Primärszenario in einer übergeordneten Welle-(II)-Korrektur, welche uns mittel- respektive langfristig Kurse unterhalb der 56.56€-Marke bescheren dürfte. Vorher sollte es aber noch zu korrektiven [B]-Wellen-Anstiegen kommen, welche jedoch spätestens an der runden 100€-Marke in die beschriebenen Abverkäufe übergehen dürften. Dass es hier zu einem nachhaltigen Ausbruch kommt, sprich: die Korrektur schon durch ist, halten wir im Rahmen unserer Alternative zu lediglich 30 Prozent für wahrscheinlich.

Der Henkel-Tageschart.

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Florian Winter

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