Siemens: Ende der Siegessträhne
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Siemens: Ende der Siegessträhne

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Emre Şentürk

Als National Champions werden Unternehmen und Marken bezeichnet, die global so bekannt und erfolgreich sind, dass sie das gesamte Land repräsentieren. In den USA sind das Unternehmen wie Starbucks, McDonald´s, Microsoft oder Amazon. Italien hat Ferrari, Japan hat Sony und die Niederlande haben Heineken. In Deutschland gibt es mehrere solcher National Champions: Mercedes, Audi, Volkswagen, BMW und Adidas sind alles Marken, die global bekannt sind. Ein weiterer Champion ist Siemens. Es ist das größte europäische Industrieunternehmen und somit ein wichtiger Akteur in der europäischen Wirtschaft. Heute veröffentlichte Siemens die Quartalszahlen und muss nach 12 Jahren positiver Bilanz den ersten Quartalsverlust hinnehmen.

Ein Minus von insgesamt €1.5 Milliarden hat die Siemens AG erlitten. Operativ würde es dem Unternehmen wohl gut gehen, so der CEO Roland Busch. Der gesteigerte Auftragseingang zum Vergleichsquartal im letzten Jahr und die im zweistelligen Prozentbereich gestiegenen Umsatzerlöse untermalen diese Aussage. Auch das industrielle Geschäft boomt mit 27%iger Gewinnsteigerung. Wo also ist der Haken? Der Kostenpunkt, der Siemens ins Minus gezogen hat, war eine €2.85 Milliarden schwere Abschreibung der Beteiligung an der Siemens Energy AG. Das ehemalige DAX-Unternehmen ist eine Abspaltung des Mutterkonzerns aus München, welcher damals noch 35% an der Siemens Energy AG hielt.

Durch die Kurseinbrüche der Siemens Energy-Aktie musste Siemens seine Beteiligung deutlich abschreiben. Bedingt seien die schwachen Kurse der Energie-Tochter durch Unstimmigkeiten mit der Windkraftsparte in Spanien, Siemens Gamesa. Hier scheint es wohl nicht so rund zu laufen, denn durch Gamesa verlor Siemens Energy, ebenfalls im abgelaufenen Quartal, mehr als €500 Millionen. Dabei wollte man sich mit dem Windkraftgeschäft stärker positionieren und europäischen Wettbewerbern, wie Oersted A/S, Konkurrenz machen. Nun soll Siemens Gamesa mit einer Komplettübernahme von der Börse geholt werden.

Auch wenn sich das alles erstmal unangenehm anhört, so sind es eigentlich keine größeren Probleme – weder bei Siemens noch bei Siemens Energy. Dem Mutterkonzern geht es operativ gut und mit der aktuellen Auftragslage sollte bald schon wieder das Plus stehen. Bei Siemens Energy ist einfach die strukturelle Lage der ausschlaggebende Faktor für den langfristigen Erfolg des Unternehmens. Das Thema Energie wird immer wichtiger und Staaten werden massiv auf die Weiterentwicklung und Diversifizierung von Energiequellen setzen. Als ein Unternehmen mit massiver Unterstützung in Form von Kapital und Expertise, sollte Siemens Energy in der Lage sein, das Ruder herumzureißen und zu einem der zentralen Energieakteure Europas werden.

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Emre Şentürk

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