SEC genehmigt Solana-ETF: Startschuss für die Altcoin-Season?
#Kryptowährungen

SEC genehmigt Solana-ETF: Startschuss für die Altcoin-Season?

Author

Simeon Koch

„Demnächst verfügbar: Der erste Krypto-ETF mit Staking in den USA!“ Mit diesen Worten kündigte die Investmentfirma REX Shares gestern noch vorläufig an, was kurz darauf Gewissheit wurde: Die US-Börsenaufsicht SEC hat nach monatelangen Verhandlungen eine Genehmigung für die ersten Solana-Spot-ETFs der US-Börsengeschichte ausgesprochen. Nach Bitcoin und Ethereum wird Solana damit zur dritten Kryptowährung, die in den Vereinigten Staaten einen Spot-ETF bekommt – und die erste, deren Anlagefonds auch Staking ermöglicht.


Bisher performt Solana in diesem Zyklus stärker als Ethereum, aber schwächer als Bitcoin. Startet mit dem ETF eine große SOL-Rallye?
Künftig können Börsianer nicht nur auf die Entwicklung des SOL-Kurses spekulieren, sondern auch noch passive Rendite durch Onchain-Belohnungen verdienen. Für die Ethereum-ETFs bedeutet die Entscheidung ebenfalls einen Paradigmenwechsel, der zu einem Altcoin-Boom im traditionellen Finanzsektor führen könnte. Sind die Solana-ETFs der Startschuss zur Altcoin-Season? Oder grätscht das Sommerloch wieder mal dazwischen?

Was ist der Solana ETF?

Der Solana-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der es Anlegern ermöglicht, in die Kryptowährung Solana (SOL) zu investieren – ganz ohne Wallets oder Kryptobörsen. Er bildet nicht nur den Solana-Kurs ab, sondern schüttet auch automatisch Staking-Erträge aus, also Belohnungen dafür, dass SOL-Token im Netzwerk zur Transaktionssicherung eingesetzt werden. Damit bietet der ETF eine einfache, regulierte Möglichkeit für traditionelle Investoren, an der Wertentwicklung und den laufenden Erträgen von Solana teilzuhaben – über normale Brokerkonten.

Solana hat sich vom April-Crash erholt, die 200-Dollar-Marke aber noch nicht zurückerobert. Das April-Tief könnte nochmal unterschritten werden.
Damit ist der neue REX-Osprey Solana and Staking ETF (benannt nach den Vermögensverwaltern, die ihn beantragt haben) der erste börsengehandelte Fonds (ETF) in den USA, der Anlegern gleichzeitig Zugang zur Kursentwicklung von Solana und zu den Erträgen aus dem Staking der Kryptowährung bietet. Bisher mussten Anleger ihre Coins an Kryptobörsen abgeben oder selbst komplexe technische Setups einrichten, um Staking-Erträge zu erzielen. Dieser ETF senkt die Einstiegshürde deutlich: Er ermöglicht traditionellen Investoren eine passive Beteiligung an Solana inklusive der laufenden Erträge durch das Netzwerk-Staking. Der Fonds startet am morgigen 2. Juli 2025 offiziell an der Börse.



Regulatorisch basiert der ETF auf dem US-amerikanischen Investment Company Act von 1940, allerdings in einer ungewöhnlichen Struktur: als sogenannte C-Corporation. Diese rechtliche Hülle ermöglicht es dem ETF, die variablen Staking-Erträge rechtssicher an die Anleger weiterzugeben. Bisherige Krypto-Fonds, meist als Trusts strukturiert, konnten solche Erträge nicht effizient ausschütten, weil regulatorische und steuerliche Hürden dagegensprachen. Der C-Corp-Ansatz löst dieses Dilemma, ohne zusätzliche Genehmigungsverfahren wie die komplizierte 19b-4-Regel durchlaufen zu müssen, die bei früheren Anträgen für Solana-ETFs für Schwierigkeiten gesorgt hatten.

Bekommen Ethereum-ETFs jetzt eine Staking-Option?

Staking ist im Kontext von Krypto-ETFs bisher immer ein Hinderungsgrund gewesen, weil es regulatorisch und steuerlich nicht einfach in klassische Finanzprodukte passt. Beim Staking erhalten Investoren Belohnungen dafür, dass sie ihre Coins zur Verfügung stellen, um Transaktionen im Netzwerk abzusichern – ähnlich wie Zinsen. Doch aus Sicht der US-Aufsicht (SEC) gelten diese Belohnungen oft als laufendes Einkommen, was komplexe steuerliche Pflichten mit sich bringt. Trust-basierte ETFs oder Spot-ETFs sind meist nicht dafür ausgelegt, variable Erträge wie Staking-Rewards flexibel und regelkonform auszuschütten.


Langfristig hat Solana laut unserer Analyse großes Potenzial. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent startet die große Rallye direkt.
Zudem sind Custody-Fragen heikel (also die Verwahrung der jeweiligen Kryptowährung): Die gestakten Coins müssen technisch sicher verwahrt werden, ohne dass Anleger oder Verwalter ungewollt als aktive Netzwerkteilnehmer oder Dienstleister gelten – was rechtliche Folgen haben könnte. Staking erfordert also eine speziell angepasste Struktur, wie etwa die C-Corp im Solana-ETF, um mit bestehenden Gesetzen kompatibel zu sein. Die Struktur als C-Corporation bedeutet, dass der ETF wie ein eigenständiges Unternehmen behandelt wird – ähnlich wie eine normale Aktiengesellschaft. Für Anleger ist das wichtig, weil diese Rechtsform es dem Fonds erlaubt, Staking-Erträge (also Belohnungen fürs Mitwirken am Netzwerk) rechtlich und steuerlich sauber an die Investoren weiterzugeben.

Bei klassischen Krypto-Fonds (etwa den Spot-ETFs wie die Bitcoin-ETFs von BlackRock) geht das nicht so einfach, weil laufende Erträge aus Staking hier rein rechtlich nicht vorgesehen sind. Dennoch versuchen Anbieter von Ethereum-ETFs schon seit Monaten, Staking-Optionen für ihre ETFs genehmigt zu bekommen. Die Sache bleibt aber verzwickt. Für mögliche Ethereum-Staking-ETFs wäre dieser C-Corp-Weg theoretisch auch möglich, aber komplizierter, weil Ethereum zusätzliche Risiken im Staking und lange Sperrfristen hat. Deshalb ist Staking bei den neuen Ethereum-Spot-ETFs vorerst nicht vorgesehen, könnte aber mit einer ähnlichen Struktur wie bei Solana in Zukunft denkbar sein.

Was bedeuten die Solana-ETFs für den Altcoin-Sektor?

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte am 30. Mai noch Bedenken geäußert, ob das Fondsmodell tatsächlich als C-Corp, also als Investmentgesellschaft gelten kann. Doch am vergangenen Freitag erklärte sie gegenüber den Emittenten REX Shares und Osprey Funds, dass sie „keine weiteren Kommentare“ habe – ein stilles Einverständnis, das in der ETF-Branche als grünes Licht gilt und mit der offiziellen Zulassung gestern noch bestätigt wurde.

Damit hat die SEC einen Präzedenzfall geschaffen: Der Weg ist frei für ähnliche ETFs, etwa auf Ethereum-Staking. Die Börsenaufsicht zeigt sich also nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber Staking, sondern verlangt lediglich eine rechtskonforme Verpackung, die mit traditionellen Finanzstandards harmoniert.

Der Altcoin-Season-Index zeigt seit Wochen deutliche Bitcoin-Stärke an. Zeit für eine Trendwende – und für die Altcoin-Season?
Die Zulassung des Solana-ETFs könnte dem gesamten Altcoin-Sektor einen erheblichen Schub geben, weil sie zeigt, dass auch kleinere Kryptowährungen als Bitcoin oder Ethereum regulatorisch akzeptiert werden können – zumindest mit der richtigen Struktur. Für institutionelle Investoren, die bisher nur über Spot-Bitcoin-ETFs Zugang zum Kryptomarkt hatten, entsteht so ein neuer, regulierter Zugang zu wachstumsstarken Projekten außerhalb der Top-2-Coins.

Damit stärkt der Solana-ETF als Vorreiter das Vertrauen in Altcoins als Anlageklasse. Solana dient hier als Pionier: Gelingt der ETF, könnte das Signal an die Märkte lauten, dass auch andere Altcoins langfristig ETF-fähig sein könnten – etwa Avalanche oder Litecoin.


Damit es den Altcoins gut geht, muss Ethereum Stärke zeigen. Kurzfristig könnte ETH in Richtung 4000 Dollar klettern. Dann erwarten wir eine Korrektur.
Ein weiterer möglicher Effekt betrifft den Wettbewerb um Innovation und Kapital: Da Solana durch das ETF-Modell nun auch reguliertes Staking für Privatanleger ermöglicht, steigt der Druck auf andere Netzwerke, ebenfalls Lösungen für konforme Staking-Modelle zu finden. Projekte mit stabiler Governance, guter Skalierbarkeit und nachvollziehbarem Use Case könnten dadurch vermehrt Aufmerksamkeit institutioneller Anleger erhalten.

Die ETF-Zulassung könnte also nicht nur Kapital in Solana lenken, sondern auch zu einem breiteren Umdenken in der Bewertung von Altcoins führen – weg vom reinen Spekulationsobjekt, hin zu ernstzunehmenden Infrastrukturprojekten mit regelmäßigem, stabilem und vor allem rechtlich konformem Ertragsmodell.

Startet Solana die Altcoin-Season?

Die Zulassung der Solana-ETFs wurde seit Monaten erwartet, konnte den Kryptomarkt bisher aber kaum beflügeln. Schwerfällig starteten Altcoins in die Woche, viele erreichten in den vergangenen Tagen neue Zyklustiefs. Während der Bitcoin mit dem Ausbruch auf neue Allzeithochs kämpft, um den Aktienmärkten zu folgen, die sich zumindest in den USA zuletzt wieder auf Rekordstände schwangen, scheint immer mehr Liquidität aus kleineren Kryptowährungen abzufließen. Ein Grund dafür ist wohl auch das allgemein dünnere Handelsvolumen im ominösen Sommerloch, das dem Kryptomarkt schon im vergangenen Jahr ziemlich zu schaffen machte.


Damit die Altcoin-Season starten kann, muss die Bitcoin-Dominanz fallen. Das Ende des Altcoin-Bärenmarktes könnte bald erreicht sein.
Dass ETF-Zulassungen erst verspätet die angemessene Euphorie aufkommen lassen, ist im Kryptomarkt allerdings nichts Neues: Auch Bitcoin und Ethereum gingen nach den historischen Zulassungen ihrer Spot-Anlagefonds – beim Bitcoin im Januar, bei Ethereum im Mai vergangenen Jahres – erstmal in ausgedehnte Korrekturen.

Bitcoin profitierte erst mit etwas Verzögerung massiv von den konstant hohen Zuflüssen der Spot-ETFs, bei Ethereum zeichnet sich so langsam ein positiver Trend ab. Und genau das macht im Altcoin-Sektor gerade Hoffnung: Der Altcoin-Marktführer Ethereum scheint langsam, aber sicher damit zu beginnen, Bitcoin in der relativen Preis-Performance zu überflügeln. In früheren Zyklen war das ein Anzeichen für eine nahende Altcoin-Season.


Die Risikofreude kehrt langsam zurück. Anzeichen dafür: Gold hat seinen parabolischen Anstieg unterbrochen, Ethereum performt besser als Bitcoin.
Zum ersten Mal seit über einem Jahr hat ETH ein besseres Quartal hingelegt als der Bitcoin. Während BTC in den drei Monaten von April bis Juni knapp 30 Prozent zulegte, verzeichnete Ethereum sogar ein Plus von mehr als 36 Prozent. Zwar hatte Ethereum nach dem dicken Minus von gut 45 Prozent im ersten Quartal auch deutlich mehr aufzuholen als Bitcoin, der Anfang des Jahres nur knapp zwölf Prozent verlor – der Trend aber geht in die (für Altcoins) richtige Richtung.

Sollte der Solana-ETF auf hohe Nachfrage treffen und die Tür für weitere Altcoin-Anlagefonds öffnen, könnte ausgerechnet aus dem traditionellen Finanzsektor neue Altcoin-Euphorie in den Kryptomarkt herüberschwappen. Schließlich profitieren Altcoins am meisten, wenn Liquidität und Risikofreude nach den schwierigen letzten Monaten zurückkehren.

Author

Simeon Koch

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.