Wie waren die Quartalszahlen von Siemens?
Siemens lieferte paradoxe Quartalszahlen ab, die Rekorde und Risiken gleichermaßen offenbaren. Das Geschäftsjahr 2025 brachte einen historischen Nettogewinn von 10.4 Milliarden Euro, einen Rekord-Free-Cash-Flow von 10.8 Milliarden Euro und das dritte Rekordjahr in Folge. Doch das vierte Quartal zeigte bereits Risse: Der Gewinn sank um 13 Prozent auf 1.8 Milliarden Euro, während die Aktie trotz der Rekorde um über fünf Prozent abstürzte. Ein klassisches Warnsignal für überhöhte Erwartungen und strukturelle Probleme.
Das Rekord-Paradoxon: Warum die Börse nicht feiert
Siemens CEO Roland Busch jubelte über das Meilenstein-Jahr mit dem dritten Rekordgewinn in Folge. Die Zahlen sind tatsächlich beeindruckend: 11.8 Milliarden Euro Profit im Industriegeschäft, ein EPS von 12.95 Euro und eine Dividendenerhöhung auf 5.35 Euro. Doch die Börse reagierte mit einem Kursrutsch auf 237 Euro. Der Grund liegt im vierten Quartal, das bereits die Schwächen der kommenden Jahre andeutet. Trotz drei Prozent Umsatzwachstum sank der Gewinn um 13 Prozent, belastet durch Akquisitionskosten und operative Herausforderungen.
Währungs-Tsunami bedroht 2026
CFO Ralf Thomas warnte explizit vor starken negativen Währungseffekten für das Geschäftsjahr 2026. Für einen globalen Industriekonzern mit 60 Prozent Auslandsumsatz können Währungsturbulenzen verheerende Auswirkungen haben. Eine USD-Schwäche würde das größte Einzelgeschäft treffen, während Emerging Markets-Währungen bereits unter Druck stehen. Bei Siemens können Währungseffekte schnell zwei bis drei Milliarden Euro Gewinn kosten. Die Hedging-Kosten steigen parallel, was die Margen zusätzlich belastet und das Risiko eines dramatischen Gewinneinbruchs erhöht.
Healthineers-Abspaltung als Risikobombe
Die geplante Entkonsolidierung von Siemens Healthineers soll das Portfolio fokussieren, birgt aber massive Risiken. Siemens will 30 Prozent der 67-Prozent-Beteiligung direkt an die Aktionäre abgeben und langfristig komplett aussteigen. Diese komplexe Transaktion steht unter regulatorischen Vorbehalten und benötigt Hauptversammlungsbeschlüsse beider Unternehmen. Scheitert die Abspaltung oder verzögert sie sich, droht ein Bewertungsabschlag für die Konglomerat-Struktur. Analysten von RBC sehen die Pläne bereits als "Kompromisslösung", die Anleger enttäuschen könnte.
50-Prozent-Crash: Die drei Szenarien
Ein Absturz um 50 Prozent auf 120 bis 140 Euro ist bei drei Szenarien realistisch. Erstens könnte eine globale Rezession die Industrieinvestitionen um 40 Prozent einbrechen lassen, was den Gewinn auf sechs bis sieben Milliarden Euro drücken würde. Zweitens könnten Währungsturbulenzen zwei bis drei Milliarden Euro Gewinn vernichten und Guidance-Kürzungen auslösen. Drittens könnte eine gescheiterte Healthineers-Abspaltung die Fokussierungsstrategie zum Scheitern bringen. Bei einem aktuellen KGV von 22 bis 23 wäre Siemens bei Gewinnrückgängen extrem verwundbar, da zyklische Industriekonzerne historisch mit 10 bis 12-fachem Gewinn bewertet werden.
FAQ
Ist Siemens eine sichere Aktie?
Siemens gilt traditionell als solide, aber die aktuellen Risiken sind erheblich. Die starke Bilanz mit 10.8 Milliarden Euro Free Cash Flow und die progressive Dividendenpolitik bieten Schutz. Jedoch machen Währungsrisiken, zyklische Gefahren und die komplexe Healthineers-Abspaltung die Aktie volatiler als in der Vergangenheit. Hier sei angemerkt, dass wir als Elliott-Wellen-Analysehaus entsprechend Fundamentalereignisse lediglich als Katalysator für Bewegungen und nicht als Ursache sehen.
Wie hoch kann die Siemens Aktie steigen?
Analysten sehen unterschiedliche Ziele: Jefferies erhöhte das Kursziel auf 291 Euro, RBC bleibt bei 245 Euro. Doch schauen wir mal in unsere Analyse rein:
Warum ist die Siemens Aktie abgestürzt?
Trotz Rekordergebnissen stürzte die Aktie ab, weil der Q4-Gewinnrückgang von 13 Prozent und die Warnung vor Währungsrisiken 2026 die Anleger erschreckten. Die hohe Bewertung von über 20-fachem Gewinn lässt keinen Raum für Enttäuschungen. Zudem wird die Healthineers-Abspaltung als kompliziert und riskant wahrgenommen.



Siemens-4h-Chart: Aus übergeordneter Perspektive bleibt die Siemens-Aktie im Abwärtstrend, zeigt sich derzeit jedoch in einer zwischenzeitlichen, korrektiven Erholung. Zugang zu allen Zielzonen und potenziellen Szenarien erhalten Sie hier.

