Porsche-Krise verschärft sich: Sportwagen-Gigant fliegt aus dem DAX
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Porsche-Krise verschärft sich: Sportwagen-Gigant fliegt aus dem DAX

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte 

Porsche steigt zum 22. September 2025 aus dem DAX in den MDAX ab, weil der frei handelbare Aktienanteil mit rund zwölf Prozent zu gering ist und damit die Regeln der Deutschen-Börse-Tochter ISS Stoxx nicht erfüllt werden. Der Rauswurf von Porsche und Sartorius aus dem DAX hatte sich bereits Anfang der Woche angekündigt.Für Anlegerinnen und Anleger ändert sich an ihren Beständen nichts, jedoch müssen Indexfonds die Aktie austauschen, was kurzfristig zu Kursbewegungen führen kann. Die Porsche-Aktie reagierte nach der Ankündigung mit leichten Verlusten und hat seit dem Börsengang 2022 fast die Hälfte ihres Werts eingebüßt. Vorstandschef Oliver Blume kündigte an, die Rückkehr in den DAX anzustreben. Auch Sartorius fällt aus dem Leitindex heraus, während GEA und Scout24 aufsteigen.

Warum fliegt Porsche aus dem DAX?

Porsche fliegt aus dem DAX, weil die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx die Zusammensetzung der großen Indizes regelmäßig überprüft und dabei streng nach festen Regeln entscheidet: Maßgeblich ist nicht die gesamte Marktkapitalisierung eines Unternehmens, sondern die frei handelbare Marktkapitalisierung, also der Teil der Aktien, der tatsächlich im Streubesitz ist. Bei Porsche liegt dieser Free Float nur bei gut zwölf Prozent, da der Großteil der Anteile von der Volkswagen AG gehalten wird.

Damit erfüllt Porsche die Mindestkriterien nicht, um unter den 40 größten börsennotierten Unternehmen im Leitindex zu bleiben. Nach der turnusmäßigen Überprüfung hat ISS Stoxx daher beschlossen, dass Porsche zum 22. September 2025 aus dem DAX in den MDAX absteigt. Dieses Regelwerk soll sicherstellen, dass im Leitindex vor allem Aktien vertreten sind, die breit handelbar sind und damit eine hohe Liquidität am Markt aufweisen.

Porsche fliegt aus Dax: Was Anleger jetzt wissen müssen

Der Abstieg von Porsche aus dem DAX hat für Besitzer der Aktie keine direkten Auswirkungen auf ihre Bestände: Die Aktien bleiben im Depot, Stimmrechte und Dividendenansprüche bestehen unverändert. Relevant sind vor allem die Folgen für den Markt: Indexfonds (ETFs), die den DAX abbilden, müssen die Porsche-Aktie aus ihren Portfolios entfernen und durch die neuen Aufsteiger ersetzen. Dadurch kann es kurzfristig zu stärkeren Kursbewegungen kommen.

Langfristig gilt ein Indexwechsel jedoch meist als wenig entscheidend für die Bewertung, da sich am operativen Geschäft von Porsche nichts ändert. Allerdings sinkt mit dem Wechsel in den MDAX die Sichtbarkeit des Unternehmens, wodurch die Liquidität der Aktie leicht abnehmen könnte.

Wie hat die Porsche Aktie auf den DAX-Rauswurf reagiert?

Am Morgen nach der Ankündigung des DAX-Ausstiegs (Donnerstag, 4. September 2025) reagierte die Porsche-Aktie mit leichten Verlusten: Um 08:00 MESZ notierte sie bei 44.29 Euro, ein Minus von 1.03 Prozent gegenüber dem Vortag. Das bedeutet, dass das Papier seit dem Börsengang im September 2022 damit nahezu die Hälfte seines ursprünglichen Werts eingebüßt hat.

Stimmen aus Stuttgart: Blume setzt auf Rückkehr

Oliver Blume betont, Porsche zähle „angesichts der Gesamtmarktkapitalisierung und der Strahlkraft der Marke“ weiterhin zu den großen börsennotierten Unternehmen in Deutschland und verfolge die klare Ambition, „baldmöglichst in den DAX zurückzukehren“. Strategisch verweist er auf ikonische Produkte und Ergebnisprogramme. Beispiele wie Commerzbank (2018 raus, 2023 zurück) zeigen, dass eine Rückkehr möglich ist.

Auch Sartorius fliegt aus dem DAX

Auch Sartorius scheidet zum 22. September aus dem DAX aus und wechselt in den MDAX; entschieden wurde dies wie auch in dem Fall von Porsche von der Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx im Rahmen der turnusmäßigen Überprüfung der Indexzusammensetzung. Maßgeblich ist – wie bei allen Indexentscheidungen – die frei handelbare Marktkapitalisierung; nach deutlichen Kursverlusten fiel Sartorius im Ranking zurück. Der Laborausrüster profitierte in der Pandemie stark, litt anschließend jedoch unter nachlassender Nachfrage, hohen Lagerbeständen bei Kunden und einer Marktschwäche in China; binnen drei Jahren hat sich die Aktie in etwa halbiert. Damit verfehlte Sartorius die Schwellen für den Verbleib im Leitindex und muss nach rund vier Jahren Mitgliedschaft weichen.

Wer profitiert: GEA und Scout24 rücken nach

GEA und Scout24 steigen erstmals in den DAX auf und rücken damit stärker in den Fokus internationaler Investoren. Für Indexfonds (ETF), die den DAX abbilden, bedeutet die Umbesetzung Umschichtungen. Solche Indexwechsel haben langfristig in der Regel keine großen Folgen für einzelne Aktienkurse, sind aber kurzfristig wegen ETF-Flows relevant.

FAQ

Was genau ist der MDAX?

Der MDAX ist ein deutscher Aktienindex für „mittelgroße“ börsennotierte Firmen. Er bündelt 50 Unternehmen, die zwar groß und etabliert sind, aber nicht zu den 40 Schwergewichten im DAX zählen. Der Index zeigt also, wie sich diese Mid Caps an der Börse entwickeln. So ähnlich wie die 2. Liga direkt unter der „Ersten Liga“ (DAX). Er wird laufend berechnet und regelmäßig überprüft, damit wirklich nur Unternehmen drin sind, die groß genug sind und ausreichend gehandelt werden.

Welche Firmen sind im MDAX?

Die genaue Liste wechselt mehrmals im Jahr. Grundsätzlich findet man dort bekannte Namen aus vielen Branchen, etwa Industrie, Chemie, Luftfahrt, Logistik, Immobilien, Handel oder Technologie, und ab dem 22. September eben auch Porsche. Entscheidend ist, ob ein Unternehmen groß genug ist und genügend Aktien frei am Markt gehandelt werden.

Was ist der Unterschied zwischen DAX und MDAX?

Der DAX ist die „Top-40“ der deutschen Börse – die größten und wichtigsten Konzerne. Der MDAX kommt direkt dahinter und umfasst die „Top-50“ der nächstgrößeren Unternehmen. Beide Indizes werden nach festen Regeln zusammengestellt und regelmäßig angepasst. Praktisch heißt das: DAX = sehr große Bluechips, MDAX = große, aber eben eine Nummer kleiner. Dadurch reagieren die Indizes oft etwas unterschiedlich auf Konjunktur und Branchennews.

Wie kommt man in den MDAX?

Ein Unternehmen muss an der Frankfurter Börse im regulierten Markt handeln, verlässlich berichten und genügend frei handelbare Aktien haben (also Anteile, die nicht bei Großaktionären „feststecken“). Dann zählt vor allem die Größe am Markt: Wer nach dieser Messlatte zu den größten Kandidaten unterhalb des DAX gehört, rückt – bei den turnusmäßigen Überprüfungen – in den MDAX auf. Umgekehrt kann ein MDAX-Mitglied herausfallen, wenn es kleiner wird oder die Bedingungen nicht mehr erfüllt.

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Carlo Schmid

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