Palantir-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen
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Palantir-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen

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Carlo Schmid

Palantir hat am gestrigen 5. Mai am Unternehmenssitz in Denver seine Geschäftszahlen für das erste Quartal 2025 bekannt gegeben. Der Spezialist für Künstliche Intelligenz (KI) und Datenanalyse hat dabei sowohl die Markterwartungen erfüllt als auch seine Prognosen für das laufende Jahr erhöht. Palantir meldete ein Umsatzwachstum von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einen Gewinnanstieg um fast ein Viertel. CEO Alex Karp bezeichnete die Entwicklungen von Palantir in seinem Aktionärsbrief als „tektonischen Verschiebung“ und betonte, dass der finanzielle Erfolg des Unternehmens die eigenen Erwartungen übertreffe.

Palantir wächst im privaten Sektor

Palantir erzielte im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres einen Umsatz von 884 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, in dem 634 Millionen US-Dollar erwirtschaftet wurden, entspricht das einem Anstieg von 39 Prozent. Der Umsatz im Kernmarkt USA allein stieg um 55 Prozent auf 628 Millionen US-Dollar, nachdem er im Vorjahr bei 406 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Unterm Strich blieb Palantir ein Nettogewinn von gut 214 Millionen Dollar – auch hier ein dickes Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Palantir steigert Umsatz und Gewinn deutlich. Besonders positiv fiel der kräftig wachsende Umsatz mit Privatkunden auf.


Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit US-Privatkunden, die Palantirs Software für Bereiche wie Produktion, Logistik oder Finanzanalysen einsetzen: Hier wuchs der Umsatz um 71 Prozent auf 255 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Das Geschäft mit Regierungskunden, traditionell eine der wichtigsten Säulen von Palantir, wuchs im gleichen Zeitraum um 45 Prozent auf 373 Millionen US-Dollar. Hauptkunden sind unter anderem US-Behörden wie das Verteidigungsministerium und verschiedene Nachrichtendienste sowie Unternehmen aus Branchen wie Gesundheitswesen, Energie und Finanzdienstleistungen.

Auch in Deutschland nutzen einige Polizeibehörden und private Unternehmen, wie etwa der Medienkonzern Axel Springer, die Software von Palantir. Und die Nachfrage größerer Kunden steigt stetig: Palantir konnte im ersten Quartal 139 neue Verträge über mindestens eine Million US-Dollar abschließen. Diese Zahl umfasst sowohl Regierungskunden, etwa US-Behörden und Verteidigungsministerien, als auch privatwirtschaftliche Unternehmen aus Branchen wie Energie, Gesundheit und Finanzen. Im Vorjahreszeitraum waren es 120 Verträge gewesen.

Besonders hervorzuheben ist, dass 51 dieser neuen Verträge ein Volumen von mindestens fünf Millionen US-Dollar hatten und 31 Verträge sogar einen Wert von mehr als zehn Millionen Dollar erreichten. Der sogenannte Bookings-Wert, also der Gesamtwert neu abgeschlossener Verträge, stieg im Bereich der US-Privatkunden um 183 Prozent auf 810 Millionen US-Dollar. Diese Bookings (dt. Bestellungen) umfassen neu abgeschlossene Verträge, deren Umsatz jedoch oft erst in zukünftigen Quartalen realisiert wird und sich daher nicht vollständig im aktuellen Umsatz widerspiegelt.

Palantir hebt Earnings-Prognose

Als Resümee der guten Quartalszahlen hat Palantir seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Das Unternehmen erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 3.8 und 3.9 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von rund 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders im US-Privatkundenbereich rechnet Palantir mit einer Umsatzsteigerung von mindestens 68 Prozent. Zusätzlich prognostiziert das Unternehmen für das Gesamtjahr einen operativen Gewinn (bereinigtes Betriebsergebnis) zwischen 1.71 und 1.72 Milliarden US-Dollar sowie einen freien Cashflow zwischen 1.6 und 1.8 Milliarden US-Dollar.

Der operative Gewinn bezeichnet das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft vor Zinsen und Steuern und zeigt, wie profitabel das Kerngeschäft ist. Der freie Cashflow (engl. Free Cashflow) gibt an, wie viel Geld nach Abzug aller laufenden Kosten und Investitionen tatsächlich zur Verfügung steht. Er ist ein wichtiger Indikator dafür, wie viele Mittel ein Unternehmen für Dividenden, Schuldentilgung oder Investitionen verwenden kann – also wie es um die Zahlungsfähigkeit steht.

Alex Karp: “Die, die euch hassen...”

Wie üblich wurden die Quartalszahlen von einem persönlichen Brief des Palantir-Geschäftsführers Alexander Karp an seine Aktionäre begleitet. Karp ist für markige Statements und unverblümte Einschätzungen der politischen Lage bekannt. Im vergangenen Herbst etwa betonte Karp, dass es für ihn “kein Problem sei”, wenn “unsere Feinde sterben”. Kritikern von Palantirs Unterstützung für Israel hatte er kurz zuvor die provokante Frage entgegengeschleudert: “Glauben Sie überhaupt an den Westen?”

Diesmal eröffnete Karp seinen Aktionärsbrief mit der Feststelung, dass das Unternehmen früh auf Künstliche Intelligenz (KI) gesetzt hat und nun die Früchte dieser Strategie erntet. Er sprach von einer "tektonischen Verschiebung" in der Technologiebranche und erklärte: "Unsere finanzielle Leistung, dieses grobe Maß, mit dem der Markt versucht, den Wert in dieser Welt zu messen, übertrifft weiterhin viele unserer größten Erwartungen."


Palantir ist gestern auf ein neues Allzeithoch gesprungen, dann aber wieder deutlich unter den Widerstand bei $125.40 zurückgefallen.

Dabei machte Karp deutlich, dass Palantir nicht nur finanziellen Erfolg anstrebt, sondern eine tiefere, idealistische Mission verfolgt, insbesondere im Bereich der US-Verteidigung. Er betonte: "Unsere Verpflichtung, Software für jene zu bauen, die bereit sind, sich Gefahren auszusetzen, bleibt bestehen, sowohl in Zeiten, in denen es populär ist, als auch in Zeiten, in denen es unpopulär ist." Dabei zitierte Karp den mittelalterlichen Kirchengelehrten Augustinus: „Alle Menschen sollen gleich geliebt werden, aber man muss besonders für jene sorgen, die einem durch Umstände näher stehen“.

Auch den ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon zitierte er in seinem Brief: „Diejenigen, die euch hassen, gewinnen nur, wenn ihr selbst hasst“. Passend dazu konstatierte der exzentrische CEO, dass Palantir eine "Weltanschauungsgemeinschaft" (eine Gruppe, die durch gemeinsame Werte und Geschichte verbunden ist) verkörpere, die langfristige Ziele verfolgt. Auch wenn Begriffe wie Künstliche Intelligenz oft abstrakt klingen, gehe es bei Palantir konkret um Software, die große Datenmengen auswertet, daraus Muster erkennt und Unternehmen sowie Behörden hilft, bessere Entscheidungen zu treffen.

Allzeithoch und Abverkauf für PLTR

Trotz der positiven operativen Entwicklung gab die Aktie von Palantir nach Börsenschluss um rund neun Prozent nach – allerdings erst, nachdem der Kurs kurzzeitig auf ein neues Allzeithoch gesprungen war. Analysten erklärten den Kursrückgang vor allem mit sogenannten Gewinnmitnahmen: Anleger verkaufen dabei Aktien, nachdem diese im Kurs stark gestiegen sind, um ihre erzielten Gewinne zu sichern. Solche Verkäufe können den Kurs kurzfristig belasten, auch wenn sich die fundamentalen Unternehmensdaten nicht verschlechtert haben.


Mittelfristig dürfte sich die PLTR-Rallye fortsetzen und auf neue Rekordstände führen. Anschließend rechnen wir mit einer deutlichen Korrektur.
Laut CNBC lobten Marktbeobachter dennoch die robuste Umsatzentwicklung und die klare Zukunftsstrategie von Palantir. Das Unternehmen bleibt damit weiterhin eine der am besten performenden Aktien im S&P 500 und hat seit Mitte Januar gut 75 Prozent an Wert gewonnen. Allein jüngste Rallye vom Tief am 7. April bis zum zwischenzeitlichen Hoch am gestrigen 5. Mai brachte eine zwischenzeitliche Verdopplung des Aktienkurses. Dass auf so eine steile Aufwärtsbewegung zeitnah eine Zwischenkorrektur folgen musste, war absehbar. Der gestrige Rücksetzer geschah dann in Reaktion auf den von uns in der Analyse eingezeichneten Widerstand bei gut 125 US-Dollar.

Palantir Aktie kaufen oder nicht?

Ob ein Einstieg in die Palantir-Aktie derzeit sinnvoll ist, hängt von der individuellen Risikobereitschaft ab. Auf der einen Seite zeigt das Unternehmen starke Wachstumszahlen, insbesondere in den USA, und profitiert vom Trend zur Künstlichen Intelligenz. Auf der anderen Seite ist die Aktie nach der starken Kursentwicklung seit Jahresbeginn bereits hoch bewertet, was Anleger beachten sollten. Analysten bewerten Palantir unterschiedlich: Einige verweisen auf das anhaltend hohe Wachstumspotenzial, andere warnen vor möglichen Rückschlägen, falls die Erwartungen an den KI-Markt nicht erfüllt werden.

Laut unserer Analyse hat Palantir das Ende der bullischen Fahnenstange kurzfristig noch nicht erreicht. In der aktuellen Impulsbewegung dürfte das Wertpapier sein letztes Allzeithoch von Mitte Februar noch einmal deutlich übersteigen, bevor die nächste übergeordnete Korrektur ansteht und zurück unter 100 Dollar führen kann. Abonnenten unseres KI-Aktienpaktes bekommen regelmäßig Analysen und Updates zur Palantir-Aktie und den Wertpapieren von einer ganzen Reihe weiterer aufstrebender oder etablierter KI-Unternehmen. Darunter etwa US-Giganten wie Tesla und Nvidia sowie aufstrebende asiatischen Konkurrenten um Samsung, XPeng und Alibaba.

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