Am Morgen des 28. April häuften sich Nutzerberichte über Störungen bei den Online-Diensten der Commerzbank. Insbesondere beim Einloggen in das Online-Banking kam es zu erheblichen Problemen. Auch die Website der Bank war zeitweise nicht erreichbar. Netzwelt.de bestätigte die Störung nach eigenen Tests und berichtete von Ladefehlern in mehreren Browsern. Betroffen waren vor allem Großstädte wie Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und München.
Die häufigsten Meldungen betrafen:
•Login-Probleme (45 Prozent der Meldungen)
•Störungen beim Online-Banking (29.6 Prozent)
•Schwierigkeiten mit der App-Nutzung (11.8 Prozent)
•Ladeprobleme der Website (6.9 Prozent)
Quelle: Netzwelt
Offizielle Stellungnahmen der Commerzbank zur Ursache der Störung blieben zunächst aus. Nutzerinnen und Nutzer wurden empfohlen, alternative Zugangsmöglichkeiten wie die mobile App oder das Telefonbanking zu nutzen. Auch von möglichen Wartungsarbeiten war die Rede, ohne dass diese bestätigt wurden. Auf ihren Portalen verweist die Commerzbank für Störungsfälle auf ihre Hotline und den Kunden-Support.
Wann kauft UniCredit die Commerzbank?
Während viele Commerzbank-Kunden von den technischen Störungen verunsichert wurden, steht die Bank auch strategisch vor großen Veränderungen. Die italienische Großbank UniCredit hat von der Europäischen Zentralbank (EZB) vor einigen Tagen die Genehmigung erhalten, ihren Anteil an der Commerzbank auf bis zu 29,9 Prozent zu erhöhen. Damit wäre UniCredit ein entscheidender Schritt in Richtung einer möglichen Übernahme gelungen.
Ob und wann es zu einer vollständigen Übernahme kommt, bleibt allerdings unklar. UniCredit kündigte an, sich mit einer endgültigen Entscheidung noch Zeit zu lassen und sprach davon, dass ein Zusammenschluss "deutlich über das Jahr 2025 hinaus" dauern könnte. Gründe dafür seien unter anderem der erhebliche Anstieg des Commerzbank-Aktienkurses, der eine Übernahme verteuern würde.
Die Aktie der Commerzbank hat im Februar ein neues Mehrjahreshoch erreicht und dürfte bald scharf korrigieren.
Aktuell hält UniCredit rund 28 Prozent der Commerzbank-Anteile – 9.5 Prozent direkt und 18.5 Prozent über Finanzinstrumente. Ab einem Anteil von 30 Prozent wäre UniCredit gesetzlich verpflichtet, ein Übernahmeangebot an alle übrigen Aktionäre zu machen.
Die Commerzbank selbst gibt sich betont gelassen. Ein Sprecher betonte, dass sich für die Bank durch den jüngsten Anstieg der Unicredit-Anteile auf knapp unter 30 Prozent nichts ändere und man weiterhin an einer Strategie für profitables Wachstum und Eigenständigkeit festhalte. Besonders wichtig sei der Commerzbank auch die enge Verbindung zum deutschen Mittelstand.
Commerzbank-Übernahme: Was passiert mit der Aktie?
Mit der Übernahmeabsicht wächst der Druck auf die Commerzbank: Während UniCredit auf eine strategische Neuausrichtung setzt, wirbt die Commerzbank ihrerseits mit höheren Renditezielen und einer steigenden Dividende um die Gunst der Aktionärinnen und Aktionäre. Die Aktie der Commerzbank hatte inmitten der weltweiten Börsen-Turbulenzen Ende März zwischenzeitlich rund 30 Prozent an Kurswert verloren, kletterte zuletzt aber wieder zurück in Richtung ihres erst kürzlich erreichten Mehrjahreshochs bei rund 25€.
Übergeordnet ist die CBK-Aktie weit von ihrem Allzeithoch aus den frühen 2000ern entfernt, könnte aber bald über 71.29€ ansteigen.
Sollte UniCredit die Commerzbank tatsächlich vollständig übernehmen, müssten wichtige Fragen für Aktionärinnen und Aktionäre geklärt werden. Sobald UniCredit mehr als 30 Prozent der Commerzbank-Aktien hält, wäre sie laut deutschem Übernahmerecht verpflichtet, ein formales Angebot für die restlichen Anteile vorzulegen. Dabei könnten Commerzbank-Aktionäre entweder ein Kaufangebot annehmen oder ihre Aktien behalten, sofern UniCredit das Unternehmen nicht komplett von der Börse nehmen möchte.
Was ändert sich für Kunden?
Der Preis des Pflichtangebots müsste sich dabei an gesetzlichen Mindestanforderungen orientieren und könnte höher liegen als der aktuelle Börsenkurs, insbesondere wenn die Commerzbank ihre Eigenständigkeit verteidigen möchte. Solange jedoch nur eine Beteiligung unter 30 Prozent besteht, bleibt die Commerzbank weiterhin eigenständig an der Börse gelistet und Anleger behalten ihre bestehenden Rechte. Wie es mit dem Kurs der Commerzbank-Aktie weitergeht, erfahren unsere Kunden in den Analysen unseres DAX40 Aktien Pakets.
Für die meisten Kundinnen und Kunden der Commerzbank würde sich bei einer Übernahme durch UniCredit zunächst wenig ändern. Bestehende Konten, Kredite und Verträge bleiben in der Regel unverändert bestehen. Allerdings könnte es langfristig zu Veränderungen bei Produkten, Konditionen oder im Filialnetz kommen, insbesondere wenn UniCredit eigene Strukturen einführen oder Synergien heben möchte. Erfahrungen aus früheren Bankübernahmen zeigen, dass Anpassungen meist schrittweise erfolgen und oft erst nach vollständiger Integration spürbar werden.
Fazit: Hat die CBK-Aktie Zukunft?
Trotz technischer Probleme und der Unsicherheit durch die Übernahmepläne bleibt die Commerzbank eine bedeutende Größe im deutschen Bankenmarkt. Ihre starke Position im Mittelstandsgeschäft, die laufenden Digitalisierungsinitiativen und die klaren Renditeziele sprechen für eine eigenständige Zukunft. Dennoch wird entscheidend sein, wie die Bank auf mögliche Veränderungen im Aktionärskreis reagiert und ob sie ihren Kurs unabhängig von UniCredit erfolgreich fortsetzen kann.




