Die wichtigsten Punkte
Oliver Blume beendet seine umstrittene Doppelrolle und verlässt den Porsche-Chefposten ab Januar 2026. Der 57-Jährige konzentriert sich künftig vollständig auf Volkswagen, muss aber drastische Gehaltskürzungen hinnehmen. Statt 10.6 Millionen Euro wie 2024 erhält er ab 2026 elf Prozent weniger Vergütung. McLaren-Ex-Chef Michael Leiters übernimmt bei Porsche in einer Zeit schwerer Krise. Der Sportwagenbauer flog aus dem DAX, senkte dreimal die Gewinnprognose und kämpft mit Absatzeinbrüchen in China. Blumes Millionen-Verzicht zeigt die Schwäche der deutschen Autoindustrie und das Ende einer Ära überbezahlter Doppelmandate.
Ende einer umstrittenen Doppelherrschaft
Die Kritik an Oliver Blumes Doppelrolle erreichte ihren Höhepunkt, als VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo öffentlich forderte: "Der Vorstandsvorsitzende kann in Wolfsburg kein Halbtags-Chef sein." Seit 2022 führte Blume parallel Porsche und den VW-Konzern - eine Konstellation, die Investoren und Analysten als Interessenkonflikt kritisierten. Automobilexperte Stefan Bratzel begrüßt das Ende: "Das sind jeweils riesige Aufgaben, erst recht in diesen Zeiten, wo es der Automobilindustrie nicht besonders gut geht." Der Aufsichtsrat zwang Blume nun zur Entscheidung und beendete das umstrittene Doppelmandat.
Millionen-Verzicht als Realitätsschock
Blume war 2024 mit 10.6 Millionen Euro der Spitzenverdiener im DAX - diese Zeiten sind vorbei. Ab 2026 muss er elf Prozent seines Gehalts abgeben, von 2027 bis 2029 sind es 8.5 Prozent weniger. Ab 2030 sinkt die Vergütung um 6.5 Prozent, danach um 5.5 Prozent. Der Millionen-Verzicht ist Teil eines konzernweiten Sparprogramms, das Aufsichtsrat und Betriebsrat durchsetzten. Ein VW-Sprecher bestätigte: "Der vereinbarte Entgelt-Verzicht soll auch für Oliver Blumes neuen Vertrag als Konzern-CEO ab 2026 gelten." Die Gehaltskürzung symbolisiert das Ende der goldenen Jahre für deutsche Autobosse.
McLaren-Chef als Porsche-Retter
Michael Leiters übernimmt ab Januar 2026 die Führung bei Porsche - und erbt ein Trümmerfeld. Der 54-jährige promovierte Maschinenbauer war drei Jahre McLaren-CEO und kennt Porsche aus 13 Jahren Firmengeschichte. Er entwickelte den Cayenne und gilt als Vertrauter der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. Nach Stationen als CTO bei Ferrari und Chef bei McLaren kehrt er in einer dramatischen Phase zurück. Porsche flog aus dem DAX, senkte dreimal die Gewinnprognose und kämpft mit einem Strategieschwenk, der 3.1 Milliarden Euro kostet.
Porsche in der Existenzkrise
Der einst profitabelste deutsche Autobauer steckt in der tiefsten Krise seiner Geschichte. Massive Absatzeinbrüche in China, dem wichtigsten Markt, und US-Zölle setzen Porsche unter enormen Druck. Ohne eigene Produktion in den USA treffen Trumps Handelsbeschränkungen den Sportwagenbauer besonders hart. Die Elektrostrategie wurde zusammengestrichen, was allein 2025 Kosten von 3.1 Milliarden Euro verursacht. Zum dritten Mal senkte Porsche die Gewinnprognose - ein beispielloser Absturz für eine Marke, die jahrelang Rekordrenditen erzielte. Der DAX-Abstieg besiegelte das Desaster.
VW im Überlebenskampf
Während Blume bei Porsche scheiterte, kämpft er bei VW um das Überleben des Konzerns. Die Kernmarke Volkswagen befindet sich auf Sanierungskurs, Werksschließungen stehen im Raum. Blumes neuer Fünf-Jahres-Vertrag ab 2026 ist ein Vertrauensbeweis, aber auch ein Risiko. Investoren begrüßen das Ende der Doppelrolle, wie Union Investment betont: "Es wäre allen geholfen, wenn man den handelnden Personen vollends vertrauen kann." Blume muss nun beweisen, dass er VW allein retten kann - bei deutlich weniger Gehalt und ohne Porsche-Prestige.
FAQ
Wie viel verdient Oliver Blume im Monat?
Oliver Blumes genaues Monatsgehalt ist nicht öffentlich, da sich Vorstandsvergütungen aus Fixum und variablen Boni zusammensetzen. 2024 erhielt er insgesamt 10.6 Millionen Euro, was etwa 883 000 Euro pro Monat entspricht. Ab 2026 sinkt seine Vergütung um elf Prozent, was einem Verlust von über einer Million Euro jährlich gleichkommt.
Wie reich ist Oliver Blume?
Oliver Blumes Gesamtvermögen ist nicht öffentlich bekannt. Als langjähriger Porsche-Chef seit 2015 und VW-Konzernchef seit 2022 mit Millionengehältern dürfte er ein beträchtliches Vermögen angesammelt haben. Seine Vergütung von 10.6 Millionen Euro 2024 machte ihn zum bestbezahlten DAX-Vorstand, was auf erheblichen Wohlstand hindeutet.
Wer wird Nachfolger von Oliver Blume?
Michael Leiters wird ab Januar 2026 neuer Porsche-CEO. Der 54-jährige promovierte Maschinenbauer war zuletzt drei Jahre Chef von McLaren Automotive. Zuvor arbeitete er 13 Jahre bei Porsche und entwickelte den Cayenne. Als ehemaliger CTO bei Ferrari bringt er umfangreiche Sportwagen-Expertise mit. Der Aufsichtsrat muss seine Ernennung noch formal bestätigen.
Hat Oliver Blume einen Doktortitel?
Nein, Oliver Blume hat keinen Doktortitel. Er studierte Maschinenbau an der Technischen Universität Braunschweig und schloss mit einem Diplom ab. Seine Karriere begann 1994 bei Audi, bevor er 2013 zu Porsche wechselte. Trotz fehlender Promotion stieg er durch operative Erfolge zum CEO auf. Sein Nachfolger Michael Leiters hingegen ist promovierter Ingenieur.



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