Öl-Schock und ETF-Story: Warum BTC und ETH am Makro-Tropf hängen
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Öl-Schock und ETF-Story: Warum BTC und ETH am Makro-Tropf hängen

Author

Nikolai Heger

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Ölpreisanstieg infolge des Iran-Konflikts drängt ETF-News in den Hintergrund und belastet BTC und ETH über Inflations- und Zinsängste.
  • Trotz starker Zuflüsse bleibt Krypto in Stressphasen klar makrogetrieben.
  • Entscheidend ist nun, ob Bitcoin wichtige Marken hält.

Öl notiert weiterhin nahe den 100 US-Dollar, und dennoch wirkt die Krypto-Erholung zum Wochenauftakt stabiler. Gerade jetzt, vor der Fed-Sitzung am Mittwoch, schaut der Markt erneut auf den alten Makro-Reflex: teures Öl, neue Inflationssorgen und Angst vor Abverkäufen von Risiko-Assets. Trotzdem steigt der Kryptomarkt. Genau darin liegt die spannendere Geschichte dieser Woche. Und die Erholung ist nicht ohne Fundament. Denn auch die Zuflüsse zu den Krypto-ETFs treiben Bitcoin und Ethereum.

Ungemütliche Zeiten: Inflation stark, Arbeitsmarkt schwach

Die US-Daten liefern der Fed ein zunehmend unbequemes Bild: CPI-Inflation im Februar +2.4 Prozent (Core +2.5 Prozent), PCE-Inflation im Januar +2.8 Prozent (Core-PCE +3.1 Prozent). Gleichzeitig schwächelt der Arbeitsmarkt: Im Februar gingen 92.000 Stellen verloren, die Arbeitslosenquote stieg auf 4.4 Prozent, während die wöchentlichen Erstanträge mit 213 000 weiter niedrig bleiben. Und auf der ETF-Seite kommt mit BlackRocks iShares Staked Ethereum Trust (ETHB) ein neues Rendite-Element via Staking hinzu.

Dabei sah das Bild vor wenigen Tagen noch weniger freundlich aus. In der vergangenen Woche flossen rund 1 Milliarden US-Dollar in digitale Anlageprodukte. Davon entfielen 881 Millionen US-Dollar auf Bitcoin. Ethereum verzeichnete zugleich seine stärkste Woche seit Mitte Januar.

Erholung, dann Öl-Schock: Achterbahn für den Markt

Der Wochenverlauf zeigt das fast lehrbuchhaft. Nach den erneuten Komplikationen an der Straße von Hormus stieg der Öl-Preis abermals deutlich an. Dennoch hält sich der Bitcoin in einer soliden Seitwärts-Range zwischen 62 000 und 72 000 US-Dollar. Damit zeigt der Krypto-Markt, besonders aber BTC und ETH anhaltend relative Stärke zum Gesamtmarkt und reagiert weniger volatil als andere Assets.

Genau das machte die Lage so interessant. Bitcoin und Ethereum wirkten plötzlich wie Vermögenswerte, die einen geopolitischen Schlag nicht nur überstehen, sondern rasch verdauen können.

Warum Öl und die FED jetzt den Ton angeben

Zum Start in die Fed-Woche ist der Druck wieder da. Zu beobachten sind anhaltend hohe Ölpreise bei WTI und BRENT um 95 US-Dollar. Gleichzeitig fielen US-Index- und Aktienfutures deutlicher. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4.17 Prozent. Das ist genau das Umfeld, das Krypto ungemütlich macht.

Der Mechanismus dahinter ist einfach. Teures Öl nährt die Sorge vor neuer Inflation. Höhere Inflation verschiebt Zinssenkungsfantasien nach hinten. Der Markt preist wieder höhere Risikoprämien ein. Für BTC und ETH ist das heikel. In Stressphasen werden beide oft noch wie klassische Risikoanlagen behandelt. Genau deshalb wirkt der Ölpreis diese Woche als Makro-Trigger – während ETF-Flows weiter wichtig sind, aber eher den Unterbau liefern.


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Die nächste Wegmarke ist die Fed-Sitzung am 17./18. März (Entscheidung am Mittwoch). Aktuell gehen die Märkte überwiegend von einer Zinspause aus – entscheidender wird daher, ob Jerome Powell angesichts des Öl- und Inflationsrisikos hawkisher klingt oder Spielraum für spätere Zinssenkungen andeutet.

Bitcoin kämpft um 70 000 US-Dollar – aber ist das schon Makro-Stärke?

Und trotzdem kippt die Geschichte nicht eindeutig gegen Krypto. Zum Donnerstag notiert Bitcoin um 70 000 US-Dollar, während Ethereum ebenfalls leicht im Plus lag. Bitcoin hat seit Beginn des Konflikts immer noch um etwa 3.5 Prozent zugelegt und damit Aktien und Gold übertroffen. Das ist kein Befreiungsschlag. Aber es ist ein echter Belastungstest unter Live-Bedingungen, der die Stärke von Kryptowährungen in makroökonomisch schwierigen Zeiten verdeutlicht.

Genau daran wird sich die Woche entscheiden. Hält Bitcoin die Zone um 68 000 bis 72 000 US-Dollar, obwohl Öl hoch bleibt und die Inflationsangst steigt, gewinnt die These vom widerstandsfähigen Makro-Asset an Substanz. Rutschen BTC und ETH dagegen mit Aktien und Renditen erneut weg, bleibt vom Safe-Haven-Narrativ wenig übrig. Dann wäre die eigentliche Nachricht nicht ein weiterer ETF-Zufluss, sondern die alte Erkenntnis: In echten Stressphasen regiert erst einmal das Makro.

Gerade in solchen Phasen erhöhter Volatilität hilft unsere Elliott-Wellen-Analyse zu Bitcoin und Ethereum, kühlen Kopf zu behalten. Sie ersetzt keine eigene Entscheidung, kann aber durch nüchterne technische Betrachtung helfen, Kursstrukturen, Wahrscheinlichkeiten und kritische Marken besser einzuordnen, wenn Schlagzeilen den Markt im Minutentakt bewegen und Unsicherheit den Handel dominiert.

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Nikolai Heger

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