Nach Porsche-Enttäuschung: Volkswagen kann E-Auto-Verkäufe fast verdoppeln
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Nach Porsche-Enttäuschung: Volkswagen kann E-Auto-Verkäufe fast verdoppeln

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Arcan Askin

Die wichtigsten Punkte

Volkswagen meldet sich mit einem Paukenschlag zurück: Während die Konzerntochter Porsche in der China-Krise versinkt, explodieren die E-Auto-Verkäufe der Kernmarke in Europa. Mit einem Plus von 78 Prozent und 522 600 ausgelieferten Stromern lässt VW die Konkurrenz hinter sich. Doch der Erfolg hat einen bitteren Beigeschmack: Im wichtigsten Zukunftsmarkt China brechen die E-Auto-Verkäufe um 42 Prozent ein. Die VW-Aktie bleibt im Keller, technisch überverkauft und von der Marktskepsis gelähmt.

Europa-Triumph: VW deklassiert die Konkurrenz

Die Wolfsburger zeigen, dass sie die E-Mobilität doch beherrschen – zumindest in Europa. Von Januar bis September 2025 lieferte der Konzern 522 600 vollelektrische Fahrzeuge aus, ein sattes Plus von 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit hat VW bereits jetzt die Zahlen des gesamten Jahres 2024 übertroffen und sichert sich einen dominanten Marktanteil von 27 Prozent.

Besonders beeindruckend ist die Dynamik im ersten Halbjahr, in dem die Verkäufe um 89 Prozent zulegten. In Westeuropa ist mittlerweile jedes fünfte ausgelieferte Fahrzeug ein reiner Stromer. Die ID-Modelle, allen voran der ID.4 und ID.5, entwickeln sich zu echten Verkaufsschlagern und lassen die Konkurrenz von Tesla und Co. zumindest in Europa hinter sich.

China-Desaster: Der Drache spuckt Feuer

Doch der europäische Erfolg wird von einem dramatischen Einbruch in China überschattet. Ausgerechnet im größten und wichtigsten Automarkt der Welt verliert Volkswagen den Anschluss. Die Verkäufe von E-Autos brachen in den ersten neun Monaten um 42.5 Prozent auf nur noch 85 100 Fahrzeuge ein. Der Konzern wird von der aggressiven Billigkonkurrenz chinesischer Hersteller wie BYD regelrecht überrollt.

Auch bei den Verbrennern sieht es nicht besser aus. Der Gesamtmarktanteil in China schrumpft, und die einst so dominante Position gerät ins Wanken. Die neue Strategie, mit "In China for China" entwickelten Modellen zu kontern, ist ein verzweifelter Versuch, das Ruder herumzureißen. Doch ob das gegen 150 lokale Konkurrenten und einen brutalen Preiskampf reicht, ist mehr als fraglich.

Porsche-Absturz: Die Perle verliert ihren Glanz

Die Krise bei Volkswagen wird durch die desaströse Entwicklung bei der Konzerntochter Porsche noch verschärft. Die Sportwagenschmiede, einst der strahlende Gewinnbringer, versinkt in der China-Krise. Die Verkäufe brachen dort um 26 Prozent ein, weltweit gingen die Auslieferungen um sechs Prozent zurück. Die Marge, einst im zweistelligen Bereich, ist auf unter zwei Prozent geschrumpft.

Wie wir bereits berichteten, kämpft Porsche mit hausgemachten Problemen und einer verfehlten Modellpolitik. Der einstige Hoffnungsträger ist zur Belastung für den Konzern geworden. Die Enttäuschung bei Porsche macht den Erfolg der Kernmarke VW umso wichtiger, doch die China-Schwäche bleibt die Achillesferse des gesamten Konzerns.

USA: Ein Hoffnungsschimmer mit Zoll-Risiko

Ein Lichtblick neben Europa sind die USA. Dort konnte Volkswagen seine E-Auto-Verkäufe um beeindruckende 85.2 Prozent steigern. Allerdings ist der Markt noch klein, und die drohenden Strafzölle von Donald Trump könnten den Aufschwung schnell wieder abwürgen. Der Konzern ist gefangen zwischen europäischem Erfolg, chinesischem Desaster und amerikanischer Unsicherheit.

Die regionalen Verwerfungen zeigen das ganze Dilemma des Wolfsburger Riesen. Während die E-Auto-Offensive in Europa zündet, verliert der Konzern in den beiden anderen wichtigen Märkten an Boden. Diese Schieflage erklärt, warum die VW-Aktie trotz der positiven Nachrichten aus Europa am Boden bleibt.

Aktie im Keller?

Die VW-Aktie spiegelt die Zerrissenheit des Konzerns wider. Mit einem Kurs von unter 90 Euro notiert sie 18 Prozent unter ihrem Jahreshoch und deutlich unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten.

Doch die fundamentalen Probleme, allen voran die China-Schwäche und die Porsche-Krise, lasten schwer auf dem Papier. Die Anleger trauen dem Braten nicht und warten auf den Zwischenbericht am 30. Oktober. Erst dann wird sich zeigen, ob die Elektro-Explosion in Europa ausreicht, um die bereits gesenkte Gewinnprognose zu halten.

Primär dürfte der türkisfarbene Dreiteiler im weiteren Verlauf für weitere Abverkäufe verantwortlich sein, ehe die Welle C dann spürbar unterhalb der Unterstützung bei 78.86€ ihr Tief etablieren und zugleich die große Welle (II) in Blau abschließen sollte.

FAQ

Wie lange wird es Volkswagen noch geben?

Volkswagen ist einer der größten Automobilhersteller der Welt und wird trotz aktueller Krisen auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Die Transformation zur E-Mobilität ist eine enorme Herausforderung, aber der Konzern verfügt über die finanziellen Mittel und die technologische Basis, um sie zu meistern. Die entscheidende Frage ist, ob VW den Turnaround in China schafft.

Steckt Volkswagen in der Krise?

Ja, Volkswagen steckt in einer tiefen strukturellen Krise. Der Konzern verliert im wichtigsten Markt China massiv an Boden, die Software-Probleme sind noch nicht vollständig gelöst, und die Konzerntochter Porsche ist zur Belastung geworden. Der Erfolg bei den E-Autos in Europa ist ein wichtiger Lichtblick, kann die fundamentalen Probleme aber nicht allein lösen.

Was ist bei Volkswagen los?

Volkswagen befindet sich im größten Umbruch seiner Geschichte. Der Konzern muss den Übergang vom Verbrenner zum E-Auto bewältigen, seine Software-Probleme in den Griff bekommen und seine Position in China verteidigen. Gleichzeitig kämpft VW mit internen Machtkämpfen und einer komplexen Konzernstruktur. Die kommenden Jahre werden entscheidend für die Zukunft des Unternehmens.

Warum fällt die VW-Aktie?

Da wir ein Elliot-Wellen-Analysehaus sind sehen wir Fundamentalereignisse lediglich als Katalysator für Bewegungen und nicht als Ursache. Wir erwarten primär weitere Abverkäufe entlang der Welle C in Türkis, welche sich noch weit bis unter die Unterstützung bei 78.86€ ausdehnen dürfte. Negative Nachrichten wie die China-Schwäche oder die Porsche-Krise wirken als Brandbeschleuniger und verstärken den Verkaufsdruck.

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Arcan Askin

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