Microsoft überrascht: Azure und KI geben Vollgas
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Microsoft überrascht: Azure und KI geben Vollgas

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Muriel Ayari

Das Wichtigste in Kürze:

  • Microsoft übertrifft die Umsatzprognose um 2.4 Milliarden US-Dollar.
  • Der Gewinn je Aktie steigt um 32 Prozent auf 4.81 US-Dollar.
  • Die Intelligent Cloud wächst um 32 Prozent auf 39.3 Milliarden US-Dollar.

Q4 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz$90.0B$87.6B
EPS$4.81$4.24
Produktivität und Geschäftsprozesse$37.8BN/A
Intelligente Cloud$39.3BN/A
Persönliches Computing$12.9BN/A

Microsoft übertrifft im vierten Quartal 2026 die Erwartungen

Microsoft hat das vierte Quartal 2026 mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg abgeschlossen. Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 18 Prozent auf 90.0 Milliarden US-Dollar. Der Marktkonsens lag bei 87.6 Milliarden US-Dollar. Microsoft übertraf den Konsens damit um 2.4 Milliarden US-Dollar.

Auch beim Gewinn lagen die Zahlen über den Erwartungen. Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 4.81 US-Dollar und lag damit 0.57 US-Dollar über der Erwartung von 4.24 US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich das GAAP-Ergebnis je Aktie um 32 Prozent. Dabei profitierte der Gewinn allerdings auch von Investmenterträgen und weiteren Sondereffekten. Auf bereinigter Basis legte das Ergebnis je Aktie dennoch um 23 Prozent zu.

Der Nettogewinn belief sich auf 35.8 Milliarden US-Dollar. Insgesamt zeigen die Zahlen, dass Microsoft trotz seiner Größe weiterhin ein deutlich zweistelliges Wachstum erzielt und die Markterwartungen auf breiter Basis übertreffen kann.

Cloud und KI treiben das Wachstum - Gaming-Geschäft rückläufig

Die Intelligent Cloud war der wichtigste Wachstumsmotor. Der Segmentumsatz erhöhte sich um 32 Prozent auf 39.3 Milliarden US-Dollar und steuerte rund 70 Prozent zum gesamten Umsatzanstieg von Microsoft bei. Separate Marktschätzungen für das Segment wurden nicht angegeben. Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen dank der hohen Nachfrage nach KI- und Cloud-Workloads um 43 Prozent. Azure überschritt damit erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz.




Produktivität und Geschäftsprozesse lieferten mit einem Umsatzplus von 14 Prozent auf 37.8 Milliarden US-Dollar eine zweite Wachstumsstütze. Auch hier lag keine Segmentprognose vor. Microsoft 365 Commercial Cloud wuchs vergleichbar um 16 Prozent, das Consumer-Cloud-Geschäft um 24 Prozent. LinkedIn legte um zwölf Prozent und Dynamics 365 um 13 Prozent zu. Microsoft 365 Copilot erreichte mehr als 30 Millionen bezahlte Nutzerplätze.

Belastend wirkte das persönliche Computing: Der Umsatz sank um vier Prozent auf 12.9 Milliarden US-Dollar. Xbox-Inhalte und -Dienste verloren zehn Prozent, Windows OEM und Devices gaben um sieben Prozent nach.

Einordnung und Analyse für Microsoft

Die hohe Ertragskraft von Microsoft zeigt sich in einer operativen Marge von 45.1 Prozent und einer Bruttomarge von 67.2 Prozent. Der operative Cashflow stieg gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent auf 55.4 Milliarden US-Dollar und unterstreicht, wie viel Liquidität das Cloud- und Softwaregeschäft generiert.

Beim freien Cashflow ergibt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Dieser sank um 23 Prozent auf 19.6 Milliarden US-Dollar, weil Microsoft seine Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur erhöhte. Allein die Investitionsausgaben erreichten im Quartal 35.8 Milliarden US-Dollar. Kurzfristig belastet dieser Kapitaleinsatz die Cashflow-Umwandlung. Langfristig soll er zusätzliche Azure-Kapazitäten schaffen und Lieferengpässe reduzieren.

Aus Anlagesicht ist deshalb nicht nur das Umsatzwachstum entscheidend, sondern zunehmend die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Die operative Entwicklung bleibt positiv, doch Microsoft muss zeigen, dass die hohen KI-Ausgaben dauerhaft zu profitablen Erlösen führen. Der operative Cashflow verschafft dem Konzern dafür erheblichen finanziellen Spielraum.


Elliot-Wellen-Analyse Chart



Ausblick und Prognose für Microsoft

Microsoft veröffentlichte mit dem Quartalsbericht keine konkrete Prognose für das nächste Quartal. Damit fehlen zunächst offizielle Zielwerte für Umsatz, Margen und Ergebnis je Aktie. Für den Markt verlagert sich der Blick deshalb auf die Auftragslage, die Verfügbarkeit zusätzlicher Rechenzentrumskapazitäten und das Tempo der KI-Monetarisierung.

Die kommerziellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen um 84 Prozent auf 678 Milliarden US-Dollar. Dieser Auftragsbestand weist auf umfangreiche langfristige Cloud- und KI-Verträge mit großen Unternehmen hin und verbessert die Sichtbarkeit künftiger Erlöse. Der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung hängt allerdings von der Bereitstellung der Leistungen und den verfügbaren Infrastrukturkapazitäten ab.

Der Microsoft-Cloud-Umsatz legte um 27 Prozent auf 59.3 Milliarden US-Dollar zu. Gleichzeitig erhöht das Investitionsniveau von 35.8 Milliarden US-Dollar die Erwartungen an das künftige Wachstum. Entscheidend wird sein, ob Microsoft die Nachfrage schnell genug in nutzbare Kapazität, steigende Umsätze und stabil hohe Margen übersetzen kann.

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Muriel Ayari

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