Mercedes feuert Spitzenmanager - und steigt bei China-Konkurrenz ein
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Mercedes feuert Spitzenmanager - und steigt bei China-Konkurrenz ein

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

Mercedes-Benz stellt seine Führung neu auf und trennt sich von Technikchef Markus Schäfer. Sein Nachfolger wird Produktionsvorstand Jörg Burzer, während Michael Schiebe in den Konzernvorstand aufrückt. Gleichzeitig investiert Mercedes 1.34 Milliarden Yuan (etwa 188 Millionen US-Dollar) in den chinesischen Autozulieferer Chongqing Qianli Technology und sichert sich damit 3 Prozent der Anteile. Der Umbau kommt in einer schwierigen Phase: Die Nachfrage nach E-Autos ist schwächer als erhofft, die Konkurrenz aus China wächst, und zusätzliche Belastungen durch US-Strafzölle drücken auf das Geschäft. Die operative Marge fiel im ersten Halbjahr 2025 auf nur noch 4 Prozent.

Mercedes ordnet seine Führung neu

Der Vertrag von Technikvorstand Markus Schäfer wird nicht verlängert. Schäfer, der seit mehr als 30 Jahren bei Mercedes ist und zuletzt die technische Entwicklung geleitet hat, verlässt damit den Konzern. Auf seinen Posten rückt ab dem 1. Dezember 2025 Jörg Burzer, bislang zuständig für die Produktion. Mercedes betont, dass dieser Schritt die Transformation des Unternehmens beschleunigen und einen stärkeren Fokus auf Effizienz, Technologie und Kundennutzen bringen soll. Der Führungswechsel ist Teil einer größeren Strategie von CEO Ola Källenius, wichtige Positionen mit engen Vertrauten zu besetzen.

Neue Gesichter im Vorstand

Mit dem Wechsel von Burzer wird ein Platz im Vorstand frei. Diesen übernimmt Michael Schiebe, der bislang unter anderem für die Marken AMG, Maybach und die G-Klasse verantwortlich war. Schiebe gilt als erfahrener Manager mit engem Draht zu Källenius. Durch seinen Fokus auf das Luxussegment passt er in die Strategie, Mercedes noch stärker als Premiumhersteller zu positionieren. Für den Konzern bedeutet dieser Umbau eine stärkere Ausrichtung auf teure Modelle, die trotz sinkender Absatzzahlen höhere Gewinne ermöglichen sollen. Obwohl Källenius selbst erst in jüngster Vergangenheit seine Luxusstrategie infrage gestellt hatte.

Einstieg bei einem chinesischen Zulieferer

Parallel zur Personalentscheidung setzt Mercedes auch in China ein Signal. Der Konzern erwirbt für 1.34 Milliarden Yuan rund 135 Millionen Aktien des Unternehmens Chongqing Qianli Technology. Damit sichern sich die Stuttgarter 3 Prozent der Anteile. Verkäufer ist die Chongqing Lifan Holdings, einer der Hauptaktionäre von Qianli. Mercedes verpflichtet sich, die Anteile mindestens ein Jahr lang zu halten und nicht zu verkaufen. Der Schritt zeigt laut Analysten, dass der Konzern trotz wachsender Konkurrenz und politischer Risiken stärker auf den chinesischen Markt setzt, der für Mercedes einer der wichtigsten weltweit bleibt.

Die Lage des Konzerns

Der Umbau kommt in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Im ersten Halbjahr 2025 lag die operative Rendite nur noch bei 4 Prozent – halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Gründe sind eine schwache Nachfrage nach E-Autos, besonders in Europa und den USA, sowie ein härterer Wettbewerb durch chinesische Hersteller, die günstigere Modelle anbieten. Hinzu kommen US-Strafzölle, die deutsche Hersteller zusätzlich belasten. Die bisherigen Elektro-Modelle von Mercedes konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen, was die Gewinne weiter unter Druck setzte.

Bedeutung der Personalentscheidungen

Analysten werten den Wechsel an der Technologiespitze als klares Machtzeichen von CEO Källenius. Mit Burzer übernimmt ein Manager, der Erfahrung in der Produktion hat und für schnelle Anpassungen steht. Schiebe bringt Expertise aus dem Luxussegment mit, das für Mercedes ein zentraler Gewinnbringer bleibt. Der Konzern will so sicherstellen, dass die Strategie – Premiumprodukte, technologische Spitzenleistungen und effiziente Prozesse – auch unter schwierigen Marktbedingungen konsequent umgesetzt wird.

Ausblick

Die nächsten Monate werden zeigen, ob die neuen Personalien die gewünschte Wirkung entfalten. Wichtig wird, ob Mercedes seine Softwareplattform MB.OS erfolgreich einführt und mit neuen Elektro-Plattformen konkurrenzfähiger wird. Auch die Beteiligung an Qianli könnte sich als strategisch wertvoll erweisen, wenn sie bessere Partnerschaften in China ermöglicht. Ob sich die Rendite und die Verkaufszahlen erholen, wird sich spätestens mit den kommenden Quartalszahlen zeigen.

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Carlo Schmid

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