MATIC wird zu POL: Geht es für Polygon wieder aufwärts?
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MATIC wird zu POL: Geht es für Polygon wieder aufwärts?

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Simeon Koch

Polygon ist eines der Sorgenkinder des aktuellen Krypto-Bullenmarktes. Obwohl sich der MATIC-Token im letzten Bärenmarkt mehr als vernünftig hielt und inmitten des tiefsten Blockchain-Blues sogar die eine oder andere Rallye aufs Parkett zaubern konnte, kam der Token ausgerechnet in den letzten Wochen und Monaten heftig unter die Räder. Ähnlich wie Quant (QNT) und Polkadot (DOT) schien MATIC im Sommer zurück in den Bärenmarkt zu taumeln und schrieb sogar neue Mehrjahrestiefs. Viele Analysten veranlasste diese schwache Performance zu einem vernichtenden Urteil: Die alten Helden des letzten Bullenmarktes sind out. So einfach will sich Polygon aber nicht abschreiben lassen und bastelt emsig an einem umfassenden Update für die eigene Blockchain. Dieses Update ging vor wenigen Tagen in seine finale Phase, die offensichtlichste Veränderung betrifft den MATIC-Token, der nun unter dem Ticker POL firmiert. Die Netzwerk-Reform geht aber weit über dieses kosmetische Detail hinaus: Polygon will mit höherer Skalierbarkeit und innovativer Zero-Knowledge-Technik zurück an die Spitze der Ethereum-Altcoins.

Was ändert sich mit dem neuen POL-Token?

MATIC wird zu POL. So weit, so gut. Bei Polygons nativer Währung ändert sich aber nicht nur der Name, sondern auch die Anwendungsmöglichkeiten des Coins. Was bedeutet diese Umstellung also für das Netzwerk? Zunächst ist die Migration von MATIC zum neuen POL-Token Teil des Polygon 2.0-Updates und damit integraler Bestandteil der bisher wichtigsten Umstellung auf der Polygon-Blockchain. Ziel dieser Migration ist es, die Funktionalität und Flexibilität des Netzwerks zu verbessern. Die wichtigsten Schlagwörter sind dabei Skalierbarkeit und Interoperabilität. Für die Skalierung, also die Möglichkeit, den Durchsatz an Transaktionen im Netzwerk zu steigern, nutzt Polygon zwei separate Chains, nämlich Polygon PoS (Proof of Stake) und das Rollup-Netzwerk Polygon zkEVM. Ein Rollup-Netzwerk ist eine parallellaufende Blockchain, die mehrere Transaktionen gebündelt verarbeiten und somit an der Haupt-Blockchain vorbei schleusen kann. Bestätigt werden die Transaktionen wiederum auf der Haupt-Chain, in diesem Fall im Polygon-Netzwerk auf Ethereum. Polygon kann dadurch deutlich mehr Transaktionen verarbeiten und vertraut dafür auf das sogenannte Zero-Knowledge-Prinzip, das man in weiten Teilen selbst entwickelt hat.

Polygon scheint mit zkEVM erste Erfolge zu verzeichnen: Im Jahresvergleich verdoppelte sich das Transaktionsvolumen

Die Zero-Knowledge-Technologie spielt eine zentrale Rolle, um die Skalierbarkeitsprobleme von Blockchain-Netzwerken zu lösen. Vor allem bei Ethereum, wo die Anzahl der Transaktionen stark ansteigt, stießen die klassischen Layer-1-Netzwerke an ihre Grenzen. Hier setzt Polygons zkEVM an, eine innovative Lösung, die das Ethereum-Netzwerk schneller, sicherer und kostengünstiger macht. Dabei kombiniert zkEVM die Zero-Knowledge-Rollup-Technologie mit der Ethereum Virtual Machine (EVM). Die Ethereum Virtual Machine (EVM) ist wie ein dezentraler Computer, der im Ethereum-Netzwerk läuft und dafür sorgt, dass alle Programme und Smart Contracts richtig funktionieren. Diese Kombination erlaubt es, viele Transaktionen in einem einzigen Validierungsprozess zu bündeln und so die Verarbeitungszeiten drastisch zu reduzieren. Die Belastung des Netzwerks sinkt erheblich, da die Transaktionen nicht direkt auf der Blockchain verarbeitet werden, sondern außerhalb des Netzwerks. Dieser Mechanismus führt außerdem zu einer massiven Reduzierung der Gasgebühren für die Nutzer.

Zero Knowledge: Polygons Trumpf für den Bullrun?

Die besondere Stärke von zkEVM liegt in der Zero-Knowledge-Methode. Diese Technik ermöglicht es, Transaktionen ohne vollständige Einsicht in alle Daten zu verifizieren. Nur ein kleiner Teil der Transaktionsdaten ist notwendig, um die Richtigkeit der Transaktion zu bestätigen. Das beschleunigt den Prozess erheblich, da aufwendige Berechnungen wegfallen und die Blockverifizierung effizienter gestaltet wird. Verglichen mit der klassischen EVM, die jeden einzelnen Teil einer Transaktion verarbeiten muss, stellt Polygons zkEVM eine radikale Verbesserung dar. Diese innovative Technologie hilft Ethereum, seine Skalierungsprobleme zu überwinden, ohne die Sicherheit oder Dezentralisierung des Netzwerks zu beeinträchtigen. Zudem spart sie enorme Mengen an Rechenleistung und Energie, was sich langfristig positiv auf die Gesamtkosten der Netzwerktransaktionen auswirkt.

Obwohl zkEVM im März 2023 eingeführt wurde und das Potenzial hat, die Skalierbarkeit von Ethereum nachhaltig zu verbessern, hat sich die Marktakzeptanz bisher langsamer entwickelt als erwartet. Die native Kryptowährung MATIC, die eng mit Polygon verbunden ist, erlebte seit der Einführung von zkEVM einen Abwärtstrend. Die Gründe dafür liegen in einer schleppenden Nutzerakzeptanz und dem Wettbewerb mit anderen Layer-2-Lösungen. Trotzdem bleibt zkEVM eine der vielversprechendsten Entwicklungen im Bereich der Skalierbarkeit von Blockchains und soll mit der Migration zu POL wieder Fahrt aufnehmen. Der POL-Token soll die Umsetzung der technischen Innovationen im Netzwerk vereinfachen und die Nutzerfreundlichkeit erhöhen – Ziele, die auch Polkadot mit seinem großen Polkadot 2.0-Update verfolgt. Neben der Verbesserung von Polygons Skalierbarkeit wird POL auch eine Rolle bei neuen Staking-Funktionen spielen, die 2025 eingeführt werden. POL soll zudem zur Interoperabilität des Netzwerks beitragen und damit die Zukunft von Polygon langfristig absichern.

Was ändert sich für MATIC-Investoren?

Beim Migrationsprozess von MATIC zu POL gibt es für MATIC-Halter ein paar Dinge zu beachten. Für Nutzer, die MATIC auf dem Polygon PoS-Netzwerk halten, erfolgt die Umstellung automatisch. Das bedeutet, dass keine weiteren Schritte notwendig sind, außer möglicherweise die Anpassung des Token-Symbols in der Wallet von MATIC auf POL. Diese Änderung kann einfach in den Einstellungen der Wallet vorgenommen werden. Anders gestaltet sich die Situation für MATIC-Inhaber, die ihre Token auf dem Ethereum-Netzwerk oder dem zkEVM-Netzwerk halten. In diesen Fällen muss die Migration manuell über das Polygon Portal Interface durchgeführt werden. Nutzer verbinden ihre Wallet, wählen die Anzahl der MATIC-Token, die sie umstellen möchten, und übernehmen die nötigen Transaktionsgebühren. Liegen die Token auf zkEVM, müssen sie vor der Umstellung erst auf Ethereum übertragen werden. Dieser Vorgang kann über Brücken wie die Polygon Bridge durchgeführt werden.

Polygon erklärt den Umtausch von MATIC in POL auf der eigenen Webseite. Wer MATIC auf Ethereum oder Polygons zkEVM hält, muss selbst tauschen

Viele zentralisierte Krypto-Börsen erledigen die Migration ihrer Nutzer automatisch. Zu beachten sind dabei die offiziellen Verlautbarungen der jeweiligen Plattform. Nutzer großer Anbieter wie Coinbase, Binance oder Bybit sollten bereits persönlich benachrichtigt worden sein oder zeitnah die notwendigen Informationen erhalten. Wer die Migration nicht durchführt, riskiert, den Zugang zu wesentlichen Funktionen des Polygon-Netzwerks zu verlieren. So dürfte es bald nicht mehr möglich sein, mit MATIC für Transaktionen zu bezahlen oder die alten Token zu staken. Bei einigen Börsen und Analyse-Plattformen kommt es mit der POL-Migration zu grundlegenden Umstellungen auf dem ehemaligen MATIC-Chart. Da mit der Migration zu POL die fundamentalen Charakteristiken des Tokens wie etwa Umlaufangebot oder Marktkapitalisierung und auch der Preis gleich bleibt, knüpft unsere POL-Analyse nahtlos an jene von MATIC an. Entsprechend bleibt POL Teil unseres Altcoin-Pakets, etwaige Änderungen wegen der Polygon-Migration teilen wir unseren Abonnenten selbstverständlich umgehend mit.

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Simeon Koch

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