Das Wichtigste in Kürze:
Gold gilt als stabiler Wertspeicher in Krisenzeiten.
Goldminen-Aktien reagieren stärker auf Goldpreisschwankungen.
Goldminen-ETFs zeigen hohe, aber nicht perfekte Korrelation zum Goldpreis.
Gold vs. Goldminen-Aktien: In was investieren?
Der Angriff auf Iran treibt Anleger in sogenannte sichere Häfen. Als einer der sichersten gilt Gold. Physisches Gold oder Gold-ETCs gelten als direkte Absicherung gegen Inflation, geopolitische Risiken und Währungsabwertung. Die Gold-Nachfrage wird hauptsächlich durch makroökonomische Faktoren wie Zinsen, Inflationserwartungen und geopolitische Spannungen beeinflusst.
Gold selbst generiert jedoch keinen laufenden Ertrag wie etwa Zinsen oder Dividenden. Der Investmentcase basiert daher primär auf Wertstabilität, langfristigem Kapitalerhalt und Wertsteigerungen. Zuletzt lag der Goldpreis für eine Unze bei rund 4450 Euro.
Goldminen-Aktien spiegeln dagegen nicht nur die Entwicklung des Rohstoffpreises wider. Sie reagieren zusätzlich auf operative Faktoren wie Produktionskosten, Fördermengen, Managemententscheidungen und geopolitische Risiken in Förderländern. Unternehmen wie Barrick Gold, Newmont oder Royal Gold aus unserem Minen-Paket schütten im Regelfall ihren Gewinn zu einem Teil an die Aktionäre aus. Der weltgrößte Goldproduzent Newmont erhöhte zuletzt seine Dividende.
Gold vs. Goldminen-Aktien: Hebelwirkung und Risiken
Goldminen-Aktien werden häufig als gehebeltes Investment auf den Goldpreis betrachtet. Steigt der Goldpreis, können die Gewinne von Minengesellschaften überproportional zulegen, weil ein großer Teil der Förderkosten relativ konstant bleibt. Dadurch kann sich die Profitabilität deutlich erhöhen.
Doch Vorsicht: Diese Hebelwirkung wirkt jedoch auch in die andere Richtung. Fällt der Goldpreis oder steigen Produktionskosten, können Gewinne schnell unter Druck geraten. Zusätzlich kommen klassische Aktienrisiken hinzu, etwa politische Risiken in Förderregionen, operative Probleme in Minen oder Managemententscheidungen.
Diverse Studien zeigen zudem, dass Goldminen-Aktien eine deutliche, aber nicht vollständige Korrelation zum Goldpreis aufweisen. Betrachtet man diese statistische Beziehung der letzten drei Jahre, zeigt sich, dass die Korrelation im Zeitverlauf stark schwankt und Werte zwischen etwa 0.3 und 0.9 erreicht. Eine Korrelation von 1.0 würde bedeuten, dass sich beide Werte vollständig parallel bewegen. Es ist also nicht alles Gold, was glänzt.
Goldminen-ETFs: Breiter aufgestellt
Goldminen-ETFs bündeln zahlreiche Produzenten und reduzieren damit das Einzelrisiko eines Unternehmens. Sie bleiben jedoch auch eng mit der Entwicklung des Aktienmarktes verbunden und reagieren somit stärker auf Volatilität als physisches Gold.
In unserem Minen-Paket befinden sich die VanEck Gold Miners ETF und der VanEck Gold Junior Miners ETF. Achtung: Trotz der breiteren Aufstellung sind sie etwas volatiler als physisches Gold, doch über die letzten fünf Jahre war die Wertentwicklung beider ETFs größer.
Newmont erzielte über diesen Zeitraum lediglich eine Wertsteigerung von rund 115 Prozent. Royal Gold schnitt mit 190 Prozent besser ab, aber die Goldminen.ETFs erzielten immer noch eine größere Wertsteigerung. Die Diversifikation der ETFs mindert zudem das Risiko von Totalverlust beispielsweise durch die Insolvenz eines einzelnes Minenbetreibers.
Gold vs. Goldminen-Aktien: Welche Rolle im Portfolio?
Für Investoren erfüllen beide Anlageformen unterschiedliche Funktionen im Portfolio. Gold dient vor allem als Absicherungsinstrument gegen systemische Risiken und als langfristiger Wertspeicher. Seine Entwicklung korreliert häufig schwach mit Aktienmärkten, weshalb es zur Diversifikation beitragen kann. Man kann schon fast von einer negativen beziehungsweise gegenläufigen Korrelation sprechen, wie es die letzten Tage rund um den Iran-Krieg an den Märkten gezeigt haben.
Goldminen-Aktien und entsprechende ETFs sind hingegen eher zyklische Investments. Sie können von steigenden Goldpreisen profitieren, reagieren jedoch sensibler auf Marktvolatilität und operative Risiken. Dadurch schwanken ihre Kurse in der Regel stärker als der Goldpreis selbst.
Für Anleger bedeutet das: Gold eignet sich eher als stabilisierender Bestandteil eines Portfolios, während Goldminen-Aktien eine spekulativere Ergänzung darstellen können. Wer die höhere Volatilität akzeptiert, kann mit Goldminen-Aktien und ETFs stärker an Aufwärtsbewegungen des Goldpreises partizipieren, muss jedoch auch größere Schwankungen einplanen.
Leseempfehlung: Bitcoin-Miner Riot und MARA kapitulieren: Das braucht BTC jetzt für neue Hochs
FAQ
Was ist ein Goldminen-ETF genau?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der laut gängiger Finanzliteratur einen Index – etwa den MSCI World oder den DAX – möglichst exakt nachbildet. Anders als aktiv gemanagte Fonds wird er passiv verwaltet und kann wie eine Aktie jederzeit an der Börse gekauft oder verkauft werden. Neben breiten Markt-ETFs existieren auch spezialisierte Varianten, etwa Goldminen-ETFs, die Aktien von Goldförderunternehmen bündeln und so indirekt an der Entwicklung des Goldsektors teilnehmen lassen.
Für wen lohnt sich ein ETF?
ETF-Investments eignen sich besonders für Anleger, die laut vielen Finanzratgebern kostengünstig, breit gestreut und langfristig investieren möchten. Durch die automatische Nachbildung eines Index entfällt die aktive Titelauswahl, was sie vor allem für Einsteiger und passive Anleger attraktiv macht. Spezielle Produkte wie Goldminen-ETFs können zusätzlich für Investoren interessant sein, die gezielt auf Rohstoff- oder Goldsektoren setzen wollen, ohne einzelne Minenunternehmen auswählen zu müssen.


Wertentwicklung VanEck Gold Miners ETF (GDX) und der VanEck Gold Junior Miners ETF (GDXJ) und Gold in US-Dollar in den vergangen fünf Jahren. (Stand: 04.03.2026) 
