Krypto-Newsflash: "Big Beautiful Bill" pusht Bitcoin, Musk-Partei fördert Krypto, Ripple will Banklizenz
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Krypto-Newsflash: "Big Beautiful Bill" pusht Bitcoin, Musk-Partei fördert Krypto, Ripple will Banklizenz

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Carlo Schmid

Trumps Big Beautiful Bill gibt Bitcoin Rückenwind

Die US-Regierung hat am 3. Juli das milliardenschwere Haushaltsgesetz One Big Beautiful Bill verabschiedet, das die Schuldenobergrenze um fünf Billionen Dollar anhebt. Obwohl keine der ursprünglich geplanten Krypto-Steuererleichterungen enthalten sind, erwarten Analysten steigende Bitcoin-Kurse. Denn mehr Staatsverschuldung bedeutet möglicherweise auch mehr Geldschöpfung und Bitcoin gilt vielen als Schutz gegen Inflation. Während nur zwei Republikaner gegen das Gesetz stimmten, kam Kritik von allen Seiten, allen voran von Elon Musk.

Die Kehrseite: Das Gesetz bringt massive Steuererleichterungen für Reiche, Kürzungen bei Sozialleistungen und mögliche neue Strafzölle auf Importe. Diese Mischung könnte globalen Inflationsdruck auslösen, was Bitcoin kurzfristig in die Karten spielt, aber die Weltwirtschaft destabilisieren könnte. Währenddessen startet Washington mit der Crypto Week eine neue Gesetzesoffensive für digitale Assets, die u. a. Stablecoins und eine Anti-CBDC-Initiative umfasst. Diese soll die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) verhindern.

Elon Musk gründet Partei – und bekommt Krypto-Support

Elon Musk hat am 6. Juli offiziell seine neue politische Partei America Party bei der US-Wahlkommission registriert. Die Bewegung, deren Schatzmeister Teslas Finanzchef Vaibhav Taneja ist, soll laut Musk eine Antwort auf das „kaputte Zwei-Parteien-System“ sein. Unterstützt wird die Initiative von prominenten Köpfen aus der Krypto-Szene, etwa dem Dogecoin-Team und dem pro-Krypto-Anwalt John Deaton. Musk selbst hatte sich zuvor unzufrieden mit Trumps Politik und vor allem mit der Big Beautiful Bill gezeigt.

Musk hatte unter Trump kurzzeitig eine Regierungsrolle übernommen, ehe er sich öffentlich vom Establishment distanzierte. Nun will er mit der America Party neue politische Wege gehen, offenbar mit Rückhalt aus der Blockchain-Welt. Viele Kryptofans sehen in ihm einen Fürsprecher für digitale Freiheit. Dass der Name des Ministeriums, dem er vorsaß – DOGE – ausgerechnet wie Dogecoin klingt, dürfte dabei kein Zufall gewesen sein. Am Montag schrieb Elon Musk auf seiner Kurznachrichtenplattform X auf die Frage, ob seine Partei Bitcoin unterstützen werde: "Das Fiat-Geldsystem ist kaputt. Also ja."

Auf der Ethereum-Konferenz in Cannes hat Chainlink-Mitgründer Sergey Nazarov erklärt, dass die Tokenisierung von Vermögenswerten ein Finanzmarktphänomen von bisher ungekanntem Ausmaß werden könnte, „tausendmal größer als der Einstieg von BlackRock in Bitcoin“. Nazarov ruft Krypto-Firmen dazu auf, sich stärker an den Spielregeln der traditionellen Finanzwelt zu orientieren und diese nicht zu ignorieren oder zu bekämpfen.

Dabei spricht er vor allem von sogenannter Compliance – also der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Standards, etwa zu Geldwäsche, Steuern oder Anlegerschutz. Laut Nazarov ist das kein lästiges Hindernis, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Banken, Fonds und große Investoren in den Blockchain-Markt einsteigen. Nur wer sich an die Regeln hält, kann von den Milliarden profitieren, die aus dem traditionellen Finanzsystem in die Tokenwelt fließen könnten.

Ripple bemüht sich um Banklizenz in den USA

Der Krypto-Zahlungsdienstleister Ripple hat laut einem Reuters-Bericht offiziell eine nationale Banklizenz in den USA beantragt. Ziel ist es, unter streng regulierten Bedingungen Finanzdienstleistungen anzubieten und damit näher an traditionelle Banken heranzurücken. Die Lizenzanträge laufen bereits bei zwei US-Behörden, darunter dem Office of the Comptroller of the Currency (OCC). Auch ein Antrag auf eine Trust-Lizenz im Bundesstaat New York wurde gestellt.

Ripple möchte damit laut eigenen Aussagen neue Geschäftsfelder erschließen, etwa Verwahrung von digitalen Vermögenswerten, Zahlungslösungen und Stablecoins. Eine nationale Banklizenz würde Ripple erlauben, direkt mit dem US-Finanzsystem zu arbeiten, ohne Umwege über Drittanbieter. Für Krypto-Firmen ist das ein großer Schritt: Wer solche Lizenzen erhält, signalisiert nicht nur Seriosität, sondern auch die Bereitschaft, sich vollständig an Finanzaufsicht und Gesetze zu halten. Ripple unterhält seit Jahren eine Reihe wichtiger Partnerschaften mit großen Banken aus verschiedenen Staaten.

Twitter-Gründer testet Blockchain-WhatsApp

Jack Dorsey, Mitgründer von Twitter und CEO von Block, hat mit Bitchat eine neue dezentrale Messaging-App vorgestellt, die ganz ohne Internet funktioniert. Die App nutzt ein Bluetooth-Mesh-Netzwerk, um Nachrichten lokal zwischen Geräten zu übertragen, verschlüsselt und ohne zentrale Server. Laut einem frisch veröffentlichten Whitepaper ist bereits eine Beta-Version verfügbar, die auch ohne Telefonnummer oder Account nutzbar ist.

Dorsey will laut eigenen Aussagen mit Bitchat eine Alternative zu klassischen Messenger-Diensten wie Metas WhatsApp schaffen, die oft auf zentrale Systeme setzen und persönliche Daten sammeln. Ein sogenanntes Bluetooth-Mesh-Netzwerk bedeutet: Jedes Gerät dient als Knotenpunkt, über das Nachrichten wie in einem Funknetz weitergereicht werden. Die App speichert dabei laut Dorsey keine Daten dauerhaft und verschlüsselt alle Nachrichten.

Das war's schon mit dem Krypto-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Montag

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