„Innovation Box Tax“: So spart Booking.com Steuern in Milliardenhöhe
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„Innovation Box Tax“: So spart Booking.com Steuern in Milliardenhöhe

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Florian Winter

Dass viele große, global agierende (Tech-)Konzerne wie Microsoft, Alphabet oder Meta äußerst findig beim Einsparen von Steuern sind, ist kein Geheimnis. So wird hier in der Regel auf akribische Art und Weise jede noch so kleine Grauzone ausgenutzt. Während dies aus moralischer Sicht natürlich – gelinde gesagt – nicht das Gelbe vom Ei ist, bewegen sich die Unternehmen hierbei für gewöhnlich im gesetzlichen Rahmen, der ihnen eben solche Tricksereien „erlaubt“. Kreativ geht in dieser Hinsicht auch das Management des digitalen Reiseportals Booking.com vor, dessen Firmensitz in der niederländischen Metropole Amsterdam angesiedelt ist…

Booking.com stellt Reisenden eine Onlineplattform zur Verfügung, auf der sie Unterkünfte wie Hotels, Ferienwohnungen oder Hostels weltweit suchen, vergleichen und buchen können. Geld verdient das Unternehmen, indem es eine Provision von den Unterkunftsanbietern für jede erfolgreiche Buchung erhält, die über die Plattform getätigt wird.

Einnahmen werden als Innovation deklariert

Entsprechend werden die Dienste des Portals in ganz unterschiedlichen Teilen der Welt angeboten und in Anspruch genommen – und dennoch versteuert Booking.com einen Großteil der erwirtschafteten Erträge in den Niederlanden. Dort greift der Konzern auf die „Innovation Box Tax“ zurück, wobei es sich um eine besondere Art der Steuervergünstigung handelt. Im Rahmen dieser Regelung verbucht das Unternehmen „einen großen Teil seiner Einnahmen als Innovation und forschungsbedingt“, wie Christoph Trautvetter vom Netzwerk Steuergerechtigkeit im Gespräch mit der Tagesschau erläutert. Solche Einnahmen müssen nach niederländischem Steuerrecht nicht mit den üblichen 25, sondern lediglich mit neun Prozent besteuert werden. Da Booking.com als milliardenumsetzende Firma einer der größten Steuerzahler der Niederlande ist, vermutet Trautvetter, dass die dortigen „Steuerbehörden bei der Auslegung dieser ‚Innovation Box Tax‘ sehr großzügig sind und ganz normale Verwaltungsausgaben als Innovation durchgehen lassen, obwohl es das Gesetz gar nicht zulässt“. Auf diese Weise soll Booking.com zwischen 2011 und 2022 beinahe 3€ Milliarden an Steuern eingespart haben.

Gewinnverschiebung zur Absenkung der Steuerlast?

Auch soll sich Booking.com, wie viele andere weltweit aktive Konzerne, die Möglichkeit der sogenannten Gewinnverschiebung zunutze machen; der „Vorwurf“: Das Unternehmen soll seinen in den unterschiedlichen Ländern agierenden Tochtergesellschaften deutlich niedrigere Gewinne „zuschreiben“, als es eigentlich der Fall sein sollte. Das Gesetz besagt, dass Erträge dort versteuert werden müssen, wo sie eingefahren wurden – entsprechend ist es natürlich von Vorteil für Unternehmen, wenn Gewinne in Länder umgeschichtet werden, in denen niedrigere Steuern bezahlt werden müssen. Erst im vergangenen Jahr stritt sich Booking.com – und auch das Unternehmen Airbnb – vor Gericht mit dem italienischen Fiskus. Hierbei ging es um Vermietungen zwischen 2013 und 2019, in deren Rahmen das Unternehmen insgesamt 153€ Millionen an Steuern hinterzogen haben soll. Die Parteien einigten sich letztlich auf eine nachträgliche Zahlung in Höhe von 94€ Millionen.

Wie eingangs bereits aufgeführt, sind die Steuertricksereien der Unternehmen unter moralischen Gesichtspunkten natürlich durchaus in Frage zu stellen. Am Ende muss man hier aber berücksichtigen, dass Firmen in der Regel so effizient wie möglich arbeiten wollen respektive müssen. Solange die Politik also solche Schlupflöcher bietet, werden die Konzerne diese auch zukünftig nutzen, um bestmöglich Kapital zu schlagen.

Kapital schlagen? Das konnten in den vergangenen Monaten mit der Booking.com-Aktie auch die Kunden unseres TECH33-Aktienpakets: Seit dem letzten markanten Tief im Sommer 2022, welches wir mit einer handelbaren Zielzone abfangen konnten, schob sich das Wertpapier auf impulsive Art und Weise nach oben; in der Spitze stehen hier Anstiege in Höhe von über 120 Prozent zu Buche. Was wir nun für den weiteren Verlauf der Aktie prognostizieren, hierüber halten wir unsere Kunden im Rahmen unserer täglichen Updates natürlich auf dem Laufenden.

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Florian Winter

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