Das Wichtigste in Kürze:
- Infineon verzeichnet stark steigende Nachfrage nach Chips für KI-Rechenzentren.
- Der Konzern investiert gezielt in Produktion und Kapazitäten, etwa in Dresden.
- Neben KI stabilisieren sich auch Kerngeschäft und Automotive-Sparte.
KI-Rechenzentren als neuer Wachstumstreiber
Der Boom rund um Künstliche Intelligenz verändert die Halbleiterindustrie spürbar. Während sich die Aufmerksamkeit vieler Marktteilnehmer auf große Chipdesigner richtet, gewinnt Infineon als Spezialist für Stromversorgungslösungen an Bedeutung.
Vorstandschef Jochen Hanebeck sieht insbesondere bei Halbleitern für KI-Rechenzentren eine stark steigende Nachfrage. „Wir sehen eine stark steigende Nachfrage, und vieles deutet darauf hin, dass dies auch in den nächsten Jahren so bleiben wird. Wir können momentan gar nicht so viel liefern, wie die Kunden bestellen.“
Für das im Oktober gestartete Geschäftsjahr stellt das Management wachsende Umsätze bei stabilen Margen in Aussicht. Im Bereich der Stromversorgungslösungen rechnet Infineon mit Erlösen von rund 1.5 Milliarden Euro. Der strukturelle Ausbau von Rechenzentren gilt dabei als langfristiger Trend, nicht als kurzfristige Übertreibung.
Keine Angst vor einer KI-Blase
Sorgen vor einer möglichen KI-Blase teilt Hanebeck ausdrücklich nicht. Vielmehr warnt er davor, einen fundamentalen Technologiewandel zu unterschätzen. Künstliche Intelligenz steigere die Produktivität in zahlreichen Bereichen, auch innerhalb des Konzerns. Bei Infineon komme KI unter anderem im Chip-Design, in der Software-Entwicklung und in der Fertigung zum Einsatz.
Diese internen Effizienzgewinne ergänzen das externe Marktwachstum. Zugleich profitiert Infineon von einer breiteren Entwicklung im Halbleitermarkt, etwa durch stabilere Lieferketten und geopolitische Entscheidungen, die Investitionen und Produktion in Asien erleichtern könnten.
Investitionen und stabilere Geschäftsbereiche
Parallel zum KI-Geschäft treibt Infineon den Ausbau seiner Produktionskapazitäten voran. Am Standort Dresden wird eine neue Fabrik schneller hochgefahren als ursprünglich geplant. Nach Investitionen von rund zwei Milliarden Euro in Bau und Infrastruktur beginnt nun die Ausstattung mit Anlagen. Auch abseits von KI zeigt sich das Unternehmen robuster.
Das Kerngeschäft stabilisiert sich, und aus der Automotive-Sparte kommen wieder vorsichtige positive Signale, nachdem sich die Nachfrage der Autobauer langsam erholt. Für Infineon ergibt sich damit ein Gesamtbild, in dem mehrere Geschäftsbereiche gleichzeitig tragen.






