Horror-Quartal für Coinbase: Wie tief fällt die COIN-Aktie?
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Horror-Quartal für Coinbase: Wie tief fällt die COIN-Aktie?

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Simeon Koch

Der Krypto-Winter ist da. Nach dem Earnings-Debakel des größten US-Neobrokers Robinhood (wo Krypto-Verluste eine große Rolle spielten) trifft es auch die führende US-Kryptobörse Coinbase hart. Kaum ist der Shitstorm um den kontroversen Super-Bowl-Werbespot verhallt, macht die Börse erneut negative Schlagzeilen: Im vierten Quartal verbuchte Coinbase den größten Verlust seit dem Bärenmarkt 2022. Das Handelsvolumen ging zurück, Krypto-Investments implodierten. Die Aktie befindet sich im freien Fall, die verbalen Bemühungen um Schadensbegrenzung fruchten kaum. Wird es jetzt so richtig ungemütlich für das Krypto-Flaggschiff der USA?

Krypto-Krise: Größter Verlust seit dem Bärenmarkt

Das war alles andere als souverän: Nach der gestrigen Earnings-Enttäuschung geriet nicht nur die Coinbase-Aktie in ernste Turbulenzen. Auch die Plattform selbst musste Transaktionen pausieren und entschuldigte sich hinterher bei ihren Nutzern. Damit setzt sich die Coinbase-Pechsträhne des ersten Quartals fort: Erst der Streit mit großen Banken um das gescheiterte Krypto-Gesetz CLARITY Act, dann der umstrittene Super-Bowl-Auftritt und nun die schwachen Quartalszahlen.


Umsatz stagniert, Gewinn bricht ein: Coinbase hat im vierten Quartal den größten Verlust seit dem Bärenmarkt 2022 eingefahren.


Zwar steigerte Coinbase den Umsatz um neun Prozent auf 7.2 Milliarden Dollar, das vierte Quartal blieb aber in mehrfacher Hinsicht defizitär: Der Umsatz ging 1.7 Milliarden Dollar zurück, ein Minus von 23 Prozent im Jahresvergleich und fünf Prozent weniger als im Vorquartal. Besonders das klassische Handelsgeschäft schwächelte: Die Transaktionserlöse fielen im Quartalsvergleich um sechs Prozent auf 983 Millionen Dollar – rund ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor.

Das Abo- und Servicegeschäft, das eigentlich Stabilität bringen soll, konnte den Rückgang nicht ausgleichen. Es erzielte im vierten Quartal 727 Millionen Dollar Umsatz, drei Prozent weniger als zuvor. Hauptgrund waren niedrigere durchschnittliche Kryptopreise. Zwar wuchsen die auf der Plattform gehaltenen Krypto-Bestände mengenmäßig weiter, ihr geringerer Wert schlug sich jedoch direkt in niedrigeren Einnahmen nieder. Denn der massive Quartalsverlust von 667 Millionen Dollar erklärt sich vor allem durch Bewertungsverluste.


Harte Zeiten für Coinbase: Alle wichtigen Kennzahlen im Jahresvergleich rot, der Nettogewinn implodiert. Schuld daran: das interne Krypto-Portfolio.


Coinbase verbuchte 718 Millionen Dollar Minus auf das eigene Krypto-Investmentportfolio, größtenteils nicht realisiert. Hinzu kamen 395 Millionen Dollar Verlust aus strategischen Beteiligungen. Parallel stiegen die Kosten spürbar. Die operativen Ausgaben wuchsen 2025 um 35 Prozent auf 5.7 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal lagen sie bei 1.5 Milliarden Dollar, neun Prozent mehr als zuvor. Treiber waren höhere Ausgaben für Technik, Marketing und Verwaltung, Übernahmen sowie steigende Prämienzahlungen für Stablecoin-Nutzer.

Bärenmarkt-Blues: Coinbase laufen die Käufer davon

Beim Handelsvolumen zeigt sich ein klarer Bruch zwischen Gesamtjahr und Schlussquartal. Für 2025 meldet Coinbase ein Plus von 156 Prozent auf 5.2 Billionen Dollar. Im vierten Quartal hingegen ließ die Aktivität nach. Private Anleger handelten Kryptowährungen im Wert von 56 Milliarden Dollar, sechs Prozent weniger als im Vorquartal.


Der Bärenmarkt macht sich bemerkbar: Das Handelsvolumen geht bei institutionellen (blau) und privaten Käufern (rot) zurück.


Institutionelle Kunden zogen sich noch stärker zurück. Ihr Spot-Handelsvolumen sank um 13 Prozent auf 215 Milliarden Dollar. Dennoch stiegen die institutionellen Transaktionserlöse um 37 Prozent auf 185 Millionen Dollar. Grund dafür war das wachsende Derivategeschäft, bei dem Investoren auf Preisentwicklungen setzen, ohne die Kryptowährungen direkt zu halten.

Weitere transaktionsnahe Einnahmen fielen um sechs Prozent auf 64 Millionen Dollar, unter anderem wegen geringerer Nutzung von Sofortüberweisungen. Stabiler entwickelte sich das Stablecoin-Geschäft: Die durchschnittlich auf der Plattform gehaltene USDC-Summe stieg um 18 Prozent auf 17.8 Milliarden Dollar. Stablecoins sind an klassische Währungen gekoppelt und gelten als weniger schwankungsanfällig.

„Nie so schlecht, wie es scheint“: Wie tief fällt die COIN-Aktie?

Für das laufende Jahr bleibt das Management vorsichtig. „Krypto ist zyklisch, und es ist nie so gut oder so schlecht, wie es scheint“, hieß es im Earnings-Bericht. Zudem wies Coinbase darauf hin, dass bis zum 10. Februar im ersten Quartal schon rund 420 Millionen Dollar an Transaktionserlösen erzielt wurden. Beschwichtigen ließen sich die Anleger davon nicht. Allein am gestrigen Donnerstag fiel die COIN-Aktie um acht Prozent, seit Mitte Oktober hat das Papier 65 Prozent seines Börsenwerts verloren. Vom Allzeithoch am 17. Juli bei gut 444 Dollar sind es fast 70 Prozent Minus.

Strategisch setzt der Konzern auf den Ausbau der Everything Exchange, also einer Plattform für Kryptowährungen, Derivate und weitere Anlageklassen. Zudem sollen Stablecoins, Zahlungsinfrastruktur und die hauseigene Base-Blockchain (eine Layer-2-Lösung auf Ethereum) wachsen. Mit 11.3 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln sieht sich Coinbase gut gerüstet – doch das Vertrauen der Anleger ist angeknackst. Kein Wunder in einem Markt, dessen Emotion mindestens so volatil ist wie die Preise der wichtigsten Kryptowährungen, die zuletzt eklatant schwächelten.

Trotz der heftigen Abverkäufe in den letzten Monaten hat die Coinbase-Aktie laut unserer Analyse ihre übergeordnete Korrektur noch nicht abgeschlossen. Eine zwischenzeitliche Rallye gegen den Abwärtstrend ist möglich, sollte gegebenenfalls aber auf halbem Weg zu den Oktober-Hochs scheitern. Spätestens danach erwarten wir einen finalen Abverkauf in Richtung der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke und womöglich darunter. Abonnenten unseres Tech33-Analysepakets erhalten Preisziele und Einstiegszonen für lukrative Trades – für Coinbase und eine Reihe weiterer Top-Technologie-Titel wie Nvidia, Apple, Microsoft oder Tesla.

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Simeon Koch

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