Montag: Palantir verklagt Ex-Ingenieure wegen Gründung von Percepta AI
Palantir Technologies hat zwei ehemalige leitende Ingenieurinnen verklagt, die nach ihrem Ausscheiden das KI-Startup Percepta AI mitbegründet haben. Das Unternehmen wirft ihnen vor, geheime Informationen, Quellcode und Kundendaten genutzt zu haben, um ein Copycat-Produkt zu entwickeln, das Palantirs eigene Software imitiert. Die Klage wurde vor einem Bundesgericht in Manhattan eingereicht und richtet sich nicht direkt gegen den Geldgeber General Catalyst, der Percepta Anfang Oktober gegründet hat.
Der Fall verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen etablierten Techkonzernen und neuen KI-Startups, die ähnliche Unternehmenslösungen entwickeln. Palantir argumentiert, Percepta habe in nur elf Monaten nachgebaut, was man selbst über Jahrzehnte aufgebaut habe. Ob die geltend gemachten Wettbewerbsverbote durchsetzbar sind, bleibt offen. In den USA gelten solche Klauseln oft als schwer durchzusetzen. Beobachter sehen den Streit als Teil einer breiteren Welle von Prozessen um gestohlene Geschäftsgeheimnisse in der KI-Branche.
Dienstag: Agnico Eagle mit Q3-Zahlen
Agnico Eagle Mines hat im dritten Quartal 2025 ein Rekordergebnis erzielt. Der kanadische Goldproduzent förderte 867 000 Unzen Gold und erreichte damit 77 Prozent seines Jahresziels. Der Umsatz stieg auf 3.1 Milliarden US-Dollar, das bereinigte Nettoergebnis auf 1.1 Milliarden US-Dollar bzw. 2.16 US-Dollar je Aktie. Auch der freie Cashflow war mit 1.2 Milliarden US-Dollar so hoch wie nie zuvor. Das Unternehmen nutzte die starken Einnahmen, um 400 Millionen US-Dollar Schulden zu tilgen und 350 Millionen US-Dollar an Aktionäre zurückzugeben.
Das Ergebnis spiegelt vor allem den stark gestiegenen Goldpreis wider, der im Schnitt bei 3.476 US-Dollar pro Unze lag. Zwar erhöhten sich die Förderkosten durch höhere Lizenzabgaben, doch das Unternehmen konnte die Margen ausweiten und seine Bilanz weiter stärken. Moody’s hob die Kreditbewertung auf A3 an, ein Zeichen für Stabilität. Agnico Eagle investiert zudem kräftig in Exploration und neue Projekte, um langfristig von der globalen Goldnachfrage zu profitieren.
Mittwoch: Federal Reserve senkt Zinsen und stoppt QT
Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3.75 bis 4.0 Prozent gesenkt. Die Entscheidung fiel mit 10 zu 2 Stimmen, zwei Mitglieder wollten eine stärkere Senkung. Fed-Chef Jerome Powell betonte auf der anschließenden Pressekonferenz ebenfalls, dass eine weitere Zinssenkung im Dezember „keineswegs eine ausgemachte Sache“ sei. Für einen Fed-Vorsitzenden ist das eine ungewöhnlich deutliche Formulierung, die zeigt, wie vorsichtig die Notenbank trotz der Lockerung bleibt.
Mit dem Ende der Bilanzverkürzung hat die Fed eine geldpolitische Wende vollzogen. Sie entzieht dem Finanzsystem keine Liquidität mehr, im Gegenteil, die Märkte werden mit mehr Geld versorgt. Powell begründete diesen Schritt mit Schwächezeichen am Arbeitsmarkt, wo große Unternehmen wie Amazon und UPS tausende Stellen streichen. Während die Inflation mit rund 3 Prozent weiter über dem Ziel liegt, signalisiert die Fed, dass sie vorerst keine schnelle Serie weiterer Zinssenkungen plant.
Donnerstag: EZB lässt Leitzinsen unverändert
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen zum dritten Mal in Folge unverändert gelassen. Der Einlagenzins, also der Zinssatz, den Banken für Geld bei der EZB erhalten, bleibt bei 2.0 Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, die Inflation habe sich weitgehend stabilisiert, und die Wirtschaft zeige sich robuster als erwartet. Die Entscheidung fiel auf der Ratssitzung in Florenz einstimmig und markiert eine weitere Zinspause nach acht vorherigen Senkungen.
Lagarde hat betont, dass die Notenbank datenabhängig agiere und sich nicht auf einen festen Zinspfad festlege. Hintergrund ist, dass die Inflation mit rund 2.1 Prozent nahe dem Zielwert liegt, während die Wirtschaft im Euroraum leicht wächst. Ökonomen rechnen jedoch damit, dass der Zinssenkungszyklus noch nicht vollständig beendet ist, vor allem, falls sinkende Energiepreise die Teuerung weiter drücken. Parallel treibt die EZB den digitalen Euro voran, der ab 2029 eingeführt werden könnte.
Freitag: Milliardenverlust für VW im dritten Quartal
Volkswagen ist im dritten Quartal 2025 tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzern meldete einen Verlust von rund 1.07 Milliarden Euro, im Vorjahr hatte VW noch 1.56 Milliarden Euro Gewinn erzielt. Hauptgrund sind hohe Sonderbelastungen durch die Tochtermarke Porsche, die selbst knapp eine Milliarde Euro Verlust verbuchte. Insgesamt belasteten Zölle, Abschreibungen und strategische Anpassungen bei Porsche den Konzern mit rund 7.5 Milliarden Euro. Der Umsatz legte zwar leicht auf 80 Milliarden Euro zu, doch die Marge schrumpfte deutlich.
VW hat damit das schwächste Quartal seit der Corona-Krise hinter sich. Besonders der Strategiewechsel bei Porsche, die Rückkehr zu Verbrennern und Hybriden, kostete Milliarden. Hinzu kommen neue US-Zölle, die die Produktion verteuern, und drohende Engpässe bei der Chipversorgung. Während die Kernmarke VW durch Sparmaßnahmen erste Fortschritte zeigt, steckt Konzernchef Oliver Blume unter Druck: Nach drei Jahren im Amt muss er nicht nur mit sinkenden Gewinnen, sondern auch mit wachsender Kritik der Aktionäre umgehen.
Das war es mit unserem Wochenrückblick diese Woche. Wir wünschen allen ein angenehmes Wochenende und Erholung von all den Quartalsberichten.







