Historische Kündigungswelle: Amazon streicht bis zu 30 000 Jobs
#Technologie

Historische Kündigungswelle: Amazon streicht bis zu 30 000 Jobs

Author

Esma Sakalli

 

Die wichtigsten Punkte

Amazon streicht bis zu 30 000 Bürostellen – rund zehn Prozent der Verwaltung – in der größten Entlassungswelle seiner Geschichte. Betroffen sind unter anderem Personal-, Cloud- und Gerätebereiche. CEO Andy Jassy begründet den Schritt mit Effizienzsteigerungen durch KI und Automatisierung. Während Amazon 250 000 Saisonkräfte für Lager einstellt, trifft der Sparkurs vor allem Management- und Bürojobs. Auch andere Tech-Konzerne kürzen massiv.

Größter Stellenabbau in Amazons Geschichte

Amazon steht vor der größten Entlassungswelle seiner Unternehmensgeschichte. Laut übereinstimmenden Berichten von Reuters, CNBC und Forbes will der Online-Gigant bis zu 30 000 Angestellte aus seinen weltweiten Büros entlassen – fast zehn Prozent der gesamten Verwaltung. Betroffen sind Bereiche wie Personalmanagement, Cloud-Dienste, Geräteentwicklung und operative Funktionen. Die Kürzungen beginnen am Dienstag, den 28. Oktober 2025, und sollen schrittweise umgesetzt werden.

Damit übertrifft Amazon den bisherigen Rekord von 27 000 Stellenstreichungen aus den Jahren 2022 und 2023. Diese neue Welle markiert eine strategische Wende: Das Unternehmen will durch Automatisierung und künstliche Intelligenz Kosten senken, Bürokratie abbauen und interne Strukturen verschlanken. CEO Andy Jassy sprach bereits im Juni von „nachhaltigen Effizienzgewinnen“ durch KI, die langfristig zu weniger menschlicher Arbeit führen würden. Derzeit beschäftigt Amazon rund 350 000 Büroangestellte weltweit – bei insgesamt mehr als 1.5 Millionen Mitarbeitern.

KI ersetzt Managementebenen

Hinter den Massenentlassungen steckt ein tiefgreifender Umbau. Amazon beschleunigt den Einsatz von Automatisierung in der Verwaltung, ähnlich wie in seinen Logistikzentren, die bereits stark robotisiert sind. Laut Forbes arbeitet der Konzern an einer massiven Automatisierung, um Aufgaben, die bislang von Menschen erledigt wurden, an KI-Systeme zu übergeben. Reuters berichtet, dass insbesondere mittlere Managementebenen und Supportfunktionen betroffen seien. Ziel sei es, Entscheidungsprozesse zu vereinfachen und den Konzern agiler zu machen.

Mann mit Headset im Büro.Amazon treibt die Automatisierung voran und streicht Managementstellen – ein Schritt, dem auch andere Techkonzerne im Zuge des KI-Umbaus folgen.

Gleichzeitig steht Amazon mit seinem Schritt nicht allein: Auch Microsoft, Meta, Google, Salesforce und Intel haben in diesem Jahr zehntausende Stellen abgebaut – teils mit ähnlicher Begründung. Laut der Plattform Layoffs.fyi verloren bis Ende Oktober 2025 bereits über 98 000 Tech-Angestellte in den USA ihre Jobs. Während der stationäre Handel schwächelt, wächst der Druck auf Technologieunternehmen, profitabel zu bleiben und gleichzeitig die hohen Investitionen in KI zu finanzieren.

Folgen für Arbeitsmarkt und Bildung

Der Schritt hat weitreichende Folgen für den Arbeitsmarkt. Besonders betroffen sind junge Fachkräfte und MBA-Absolventen, die bisher in Amazons Managementstrukturen eine sichere Perspektive sahen. Bildungsinstitute reagieren bereits: Business Schools planen laut Branchenberichten, ihre Lehrpläne stärker auf digitale Transformation und Datenanalyse auszurichten.

Experten sehen in den Entlassungen ein Zeichen dafür, dass die KI-Ökonomie klassische Karrierewege verändert. Während Amazon für die Feiertagssaison rund 250 000 Saisonkräfte im Lagerbereich einstellen will, sinkt die Zahl der Büroarbeitsplätze rapide. Diese Parallelentwicklung zeigt, wie der Konzern physische Effizienz mit digitaler Rationalisierung verbindet. Amazon folgt damit einem klaren Trend: Die Zukunft gehört Unternehmen, die menschliche Arbeit gezielt durch Technologie ergänzen – oder ersetzen. Für viele Beschäftigte beginnt damit eine neue, unsichere Ära im Zeitalter der Automatisierung.

Author

Esma Sakalli

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.