HKCM-Wochenrückblick: Neuralink-Finanzspritze, Merz’ Steuerreform, Verluste bei Crowdstrike und Chaos um Trumps Krypto-App
#Trendmärkte

HKCM-Wochenrückblick: Neuralink-Finanzspritze, Merz’ Steuerreform, Verluste bei Crowdstrike und Chaos um Trumps Krypto-App

Author

Carlo Schmid

Neuralink, das Neurotechnologie-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk, hat seine laufende Finanzierungsrunde aufgestockt und sich nun insgesamt rund 650 Millionen Dollar gesichert. Zuletzt kamen 43 Millionen Dollar hinzu, die in laufende klinische Studien fließen sollen. Neuralink testet derzeit Hirnimplantate, die Menschen mit Lähmungen ermöglichen sollen, Geräte allein durch Gedanken zu steuern.

Die Technik basiert auf winzigen Elektroden, die direkt ins Gehirn eingepflanzt werden. Ziel ist es, neurologische Erkrankungen zu behandeln und eine Schnittstelle zwischen Mensch und Computerchip zu schaffen, ohne Hände, Sprache oder Bewegung. Die Technik wird bei Patient:innen eingesetzt, die sich sonst nicht bewegen oder kommunizieren können. Und erste Tests zeigen sogar schon, dass gelähmte Menschen durch das Implantat bereits in der Lage sind, mit ihren Gedanken einen Cursor zu bewegen oder zu schreiben.

Dienstag: Friedrich Merz will Steuersenkung

Friedrich Merz plant gemeinsam mit Finanzminister Lars Klingbeil ein Entlastungspaket in Höhe von 46 Milliarden Euro für deutsche Unternehmen, das bis 2029 schrittweise greifen soll. Ab Juli 2025 sollen Firmen 30 Prozent ihrer Investitionen in neue Maschinen und E-Fahrzeuge steuerlich absetzen können. Ab 2028 sinkt der Körperschaftsteuersatz schrittweise von 15 auf 10 Prozent. Ziel ist es, die lahmende deutsche Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, vor allem mit Blick auf den angeschlagenen Industriestandort.

Aktuelle Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe zeigen erstmals seit Monaten leichte Entspannung: Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie stieg im Mai auf 45.4 Punkte, bleibt aber weiter unter der Wachstumsmarke von 50. Die Auftragseingänge stabilisieren sich, vor allem dank einer leichten Erholung der Exportnachfrage. Trotzdem bleibt das Umfeld schwierig: Unternehmen kämpfen weiterhin mit hohen Energiepreisen, schwacher Inlandsnachfrage und geopolitischen Unsicherheiten.

Mittwoch: Crowdstrike meldet überraschenden Q1-Verlust

Crowdstrike hat im ersten Quartal des Kalenderjahres 2025 trotz starker Umsätze einen Nettoverlust von 17 Millionen US-Dollar gemeldet. Der Umsatz jedoch stieg um 33 Prozent auf rund 921 Millionen Dollar. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel leicht. Besonders gefragt waren weiterhin Cloud-Sicherheitslösungen und KI-basierte Produkte wie Charlotte AI. Analysten zeigten sich überrascht von dem Nettoverlust.

Der Verlust erklärt sich durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie gestiegene Betriebskosten. Crowdstrike setzt laut eigenen Aussagen auf langfristiges Wachstum und investiert stark in neue Technologien, um sich im umkämpften Markt für Cybersicherheit zu behaupten. Mit dieser Strategie will das Unternehmen schnell und langfristig wachsen und nimmt dafür auch kurzfristige Verluste in Kauf. So lautet die firmeneigene Analyse und Erklärung der Verluste.

Donnerstag: Verwirrung um Krypto-Wallets der Trumps

Eine neue App namens „$TRUMP Wallet“ sorgt für Aufsehen: Es soll sich angeblich um ein offizielles Krypto-Projekt rund um Donald Trump handeln. Entwickelt wurde sie von der Meme-Coin-Firma Fight Fight Fight LLC zusammen mit der NFT-Plattform Magic Eden. Nutzer sollen darüber Trump-Memecoins handeln können. Doch kurz nach dem Launch erklärten Donald Trump Jr. und Eric Trump öffentlich, dass sie nichts mit dem Projekt zu tun haben. Die App sei nicht von der Trump-Familie autorisiert worden, betonten beide.

Stattdessen kündigten Trumps Söhne eine eigene Krypto-Wallet an – entwickelt mit ihrem Unternehmen World Liberty Financial. Damit konkurrieren nun mehrere Firmen um die Marke „Trump“ im Krypto-Markt, darunter auch Trump Media und American Bitcoin. Für Außenstehende ist kaum zu erkennen, welches Projekt tatsächlich legitim ist. Beobachter warnen vor wachsender Intransparenz, denn viele Projekte werben mit dem Trump-Namen, ohne dass klar ist, wer wirklich dahintersteht.

Freitag: Broadcom-Quartalszahlen 

Broadcom meldete für das zweite Quartal 2025 einen Umsatzanstieg von 20 Prozent auf 15 Milliarden US-Dollar – ein neuer Rekordwert, getragen vom boomenden KI-Geschäft. Die KI-Umsätze stiegen im Jahresvergleich um 46 Prozent auf 4.4 Milliarden Dollar und sollen im laufenden Quartal auf 5.1 Milliarden wachsen. Trotz der starken Zahlen fiel die Aktie nachbörslich um über 4 Prozent. Grund waren Gewinnmitnahmen sowie ein unter den Erwartungen liegender Gewinn je Aktie von 1.58 US-Dollar (erwartet: 1.65 US-Dollar). 

Das operative Ergebnis (Non-GAAP EBITDA) legte dennoch um 35 Prozent auf 10 Milliarden Dollar zu. Für das dritte Quartal erwartet Broadcom einen Umsatz von 15.8 Milliarden US-Dollar, unterstützt durch das wachsende Softwaregeschäft nach der VMware-Übernahme (+25 Prozent). CEO Hock Tan bleibt optimistisch: Die Nachfrage nach KI-Chips sei bis mindestens 2026 gesichert.


Das war's schon mit dem Wochenrückblick. Wir wünschen Ihnen ein erholsames Wochenende!

Author

Carlo Schmid

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.