HKCM-Wochenrückblick: Moody’s stuft USA herab, Musks Politik-Rückzug, Bitcoin treibt Metaplanet
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HKCM-Wochenrückblick: Moody’s stuft USA herab, Musks Politik-Rückzug, Bitcoin treibt Metaplanet

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Carlo Schmid

Montag: Moody’s stuft USA herab

Die Rating-Agentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit der USA noch vor dem Wochenende von AAA auf AA1 herabgestuft und damit als letzte der drei großen Ratingagenturen dem Land die Spitzenbewertung entzogen. Die anderen beiden großen Agenturen, Fitch und S&P Global, hatten die USA bereits 2023 respektive 2011 abgewertet. Bei Moody's war es das erste Downgrade seit 1917. Begründet wird der Schritt mit wachsenden Sorgen über die steigende Staatsverschuldung und das chronische Haushaltsdefizit. Die US-Regierung wies die Entscheidung als politisch motiviert zurück.

Moody’s sieht die Schuld an der Schuldenkrise bei mehreren Regierungen und dem Kongress, die seit Jahren mehr ausgeben als einnehmen. Besonders heftig kritisiert wird der geplante Ausbau des Steuersenkungspakets von 2017, das weitere Billionen kosten könnte. Bereits jetzt übersteigt die US-Staatsverschuldung das Bruttoinlandsprodukt – ein Verhältnis, das zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg erreicht wurde. Ein hoher Schuldenstand kann das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit eines Landes gefährden und langfristig zu wirtschaftlichen Verwerfungen führen.

Dienstag: Elon Musk zieht sich politisch zurück

Elon Musk hat angekündigt, Tesla noch mindestens fünf Jahre als CEO zu führen und sich gleichzeitig politisch zurückziehen zu wollen. Beim Qatar Economic Forum erklärte er, künftig deutlich weniger Zeit und Geld in politische Aktivitäten zu investieren. Die Tesla-Aktie stieg nach seinen Aussagen zwischenzeitlich um 3.6 Prozent. Musk betonte, es gehe ihm dabei nicht um Geld, sondern um Kontrolle über die Zukunft des Unternehmens.

Der Rückzug bezieht sich laut Musk sowohl auf politische Ausgaben als auch auf seine persönliche Beteiligung an politischen Themen, wie dem Department of Government Efficiency (DOGE). In den letzten Jahren war er regelmäßig öffentlich in politische Debatten eingebunden und stand dabei in der Kritik, unter anderem wegen seiner Nähe zur Trump-Regierung und kontroversen Aussagen. Zwischenzeitlich kamen sogar Gerüchte auf, der Tesla-Vorstand würde einen neuen Geschäftsführer suchen, um Musk zu ersetzen. Nun erklärte er: „Ich denke, ich habe genug getan“.

Mittwoch: Metaplanet-Aktie explodiert dank BTC

Die Aktie des japanischen Unternehmens Metaplanet hat sich in den letzten Handelstagen nahezu verdoppelt, nachdem Bitcoin ein neues Allzeithoch erreicht hatte. Das Unternehmen hält inzwischen rund 7800 Bitcoins im Wert von etwa 800 Millionen US-Dollar. CEO Hiroki Takahashi erklärte, man wolle sich damit unabhängiger vom Yen und dem japanischen Finanzsystem aufstellen. Das Handelsvolumen stieg sprunghaft an, viele Marktbeobachter fühlten sich an den Hype um die Meme-Aktie GameStop erinnert.

Metaplanet folgt dabei einer Strategie, wie sie MicroStrategy in den USA vorgemacht hat: Der US-Softwarekonzern hatte sich bereits 2020 bewusst in Bitcoin eingekauft – als Schutz vor Dollar-Inflation und als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Diese Entscheidung hatte die Aktie von MicroStrategy damals in die Höhe getriebenAuch in Japan sorgen hohe Staatsschulden, ein schwächelnder Yen und Negativzinsen für wachsende Skepsis gegenüber traditionellen Finanzanlagen.

 

Donnerstag: Trump hält Memecoin-Dinner ab

Donald Trump hat am Donnerstag auf seinem privaten Golfplatz in Virginia ein exklusives Dinner für Investoren seiner Kryptowährung $TRUMP abgehalten. Rund 220 Gäste, darunter viele internationale Krypto-Millionäre, mussten eine gewisse Zahl an $TRUMP-Token halten, um sich einen Platz bei der Veranstaltung zu sichern. Die 25 größten Wallet-Besitzer erhielten VIP-Zugang, teure Luxusuhren und persönlichen Kontakt zum Ex-Präsidenten. Demokraten kritisieren die Aktion als Korruption in Reinform und fordern politische Konsequenzen.

Zu den Gästen gehörte auch der chinesische Krypto-Unternehmer Justin Sun, dessen Investment allein 18.5 Millionen US-Dollar betrug. Über die Hälfte der Teilnehmer stammt laut Blockchain-Analyse aus dem Ausland. Demokratische Senatoren fordern eine Offenlegung der Gästeliste und ein Verbot solcher Finanzprodukte für Politiker. Memecoins sind Kryptowährungen mit oft ironischem oder popkulturellem Bezug – sie gelten als hochriskant und stark spekulationsgetrieben.

Freitag: Deutschland startet besser ins Jahr als gedacht

Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal 2025 überraschend stark gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte laut Statistischem Bundesamt um 0.4 Prozent zu, doppelt so viel wie zunächst gemeldet. Gründe dafür sind gestiegene Exporte und Investitionen, vor allem wegen erwarteter US-Zölle, denen viele Firmen offenbar zuvorkommen wollten. Auch der Konsum privater Haushalte zog leicht an, während der Staat erstmals seit zwei Jahren weniger ausgab.

Trotz des positiven Starts warnen Ökonomen vor zu viel Euphorie. Der Effekt könnte ein einmaliger Vorzieheffekt im Zuge des sich zuspitzenden Handelskonflikts mit den USA sein. Die Bundesbank rechnet für das laufende Quartal bereits mit einer Stagnation. Langfristig hängt vieles von erfolgreichen Handelsgesprächen mit den USA und von Reformen der Regierung Merz ab. Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben daher trotz des guten Auftakts durchwachsen.

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Carlo Schmid

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