HKCM-Wochenrückblick: MicroStrategy im Nasdaq, Mercedes mit Level 3-Autonomie und Rheinmetalls Milliardenauftrag
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HKCM-Wochenrückblick: MicroStrategy im Nasdaq, Mercedes mit Level 3-Autonomie und Rheinmetalls Milliardenauftrag

Es ist Freitag und wir lassen eine spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Wochenrückblick an.

Montag – MicroStrategy im Nasdaq 100

Bitcoin-Showdown in der Wall Street! MicroStrategy, bekannt für Software und seinen unersättlichen Bitcoin-Hunger, darf ab dem 23. Dezember beim großen Nasdaq 100 mitspielen. Mit dieser Aufnahme erhält der 25 Billionen Dollar schwere Index nicht nur Zugang zu den größten Technologieunternehmen, sondern auch zu MicroStrategys gigantischem Bitcoin-Vorrat im Wert von über 40 Milliarden Dollar – etwa 2 % der gesamten weltweiten Bestände.

Die Firma hat ihre Bitcoin-Bestände in diesem Jahr dabei verdoppelt, trotz eines Nettoverlusts von 340 Millionen Dollar im letzten Quartal. Aber wer braucht schon Gewinn, wenn man Bitcoin hat? (Ist MicroStrategys Bitcoin-Modell ein Schneeballsystem?) Über dieses Thema hatten wir übrigens – noch vor der Aufnahme – bereits ausführlich in diesem Artikel berichtet. Neben MicroStrategy ziehen übrigens auch Palantir und Axon in den Index ein – und ersetzen Illumina, Super Micro und Moderna.

Dienstag – Mercedes erhält Genehmigung für autonomes Fahren

Mercedes-Benz hat als erster deutscher Autobauer die Freigabe für automatisiertes Fahren mit bis zu 95 Kilometern pro Stunde erhalten. Die Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) gilt für die Luxusmodelle S-Klasse und EQS und erlaubt teilautonomes Fahren der Stufe 3 – allerdings nur unter strengen Bedingungen: Ein vorausfahrendes Fahrzeug und die rechte Autobahnspur sind Pflicht. Verkaufsstart für den überarbeiteten „Drive Pilot“ ist Frühjahr 2025. Damit überholt Mercedes den Münchner Rivalen BMW, der mit seinem Stauassistenten bislang bei maximal 60 km/h bleibt.

Zwar bietet BMW ein System, bei dem Fahrer die Hände bis 130 km/h vom Lenkrad nehmen können, die Verantwortung bleibt jedoch weiterhin vollständig beim Fahrer. Mercedes hingegen bringt mit der neuen Freigabe ein echtes Level-3-System in die Spur. Das Timing könnte dabei entscheidender kaum sein: Während Mercedes im autonomen Fahren punktet, läuft es im Kerngeschäft eher schleppend. Die Elektrofahrzeuge bleiben Ladenhüter, die Luxusstrategie stößt an ihre Grenzen, und die Aktie dümpelt im Tief.

Mittwoch – UniCredit auf Shoppingtour

UniCredit-Chef Andrea Orcel macht keine halben Sachen. Mit nunmehr 28 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank kommt der italienische Großbanker seinem Übernahmeziel bedenklich nahe – ganz zur Freude des Aktienmarkts, aber zum Leidwesen von Gewerkschaften und Politikern. Das Bundesfinanzministerium dürfte sich von Orcels „transparentem Vorgehen“ genauso überrumpelt fühlen wie damals beim Teilausstieg des Bundes, der Anfang September in einer nächtlichen Blitzaktion genutzt wurde, um bei Deutschlands zweitgrößter Privatbank groß einzusteigen.

Nun steht Orcel mit einem Fuß in Frankfurt – und dem anderen in der Kritik. Während die Gewerkschaft Ver.di vor Stellenstreichungen und einem „HVB 2.0“-Schrumpfkurs warnt, schwärmt UniCredit von „substanziellen Werten“ in der Commerzbank, die sie „herausschälen“ möchte. Übersetzung: Effizienzsteigerungen und Sparprogramme. Dass Orcel die Übernahme liebevoll „Konsolidierung des europäischen Bankensektors“ nennt, dürfte die knapp 40 000 Commerzbank-Mitarbeiter dabei eher weniger beruhigen.

Donnerstag: Amazon-Streik in den USA

Am Donnerstag traten Arbeiter in sieben US-amerikanischen Amazon-Standorten, darunter New York, Atlanta und San Francisco, in den größten Streik gegen das Unternehmen an, den die Teamsters-Gewerkschaft je organisiert hat. Die Beschäftigten protestieren gegen hohe Arbeitsquoten und den damit verbundenen Druck, der ihrer Gesundheit schadet. Amazon wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass der Streik keine wesentlichen Auswirkungen auf die Betriebsabläufe habe. Trotz der symbolischen Bedeutung der Aktion beteiligte sich nur ein kleiner Teil der über 800 000 US-Mitarbeitenden des Unternehmens.

Der Streik ist Teil einer wachsenden Bewegung in verschiedenen Branchen, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. International fand die Aktion Unterstützung, etwa durch Solidaritätsstreiks in Deutschland. Amazon, das sich weiterhin gegen Gewerkschaften wehrt, hat zwar jüngst Milliarden in Lohnerhöhungen investiert, steht aber weiterhin wegen Sicherheitsmängeln und hoher Belastung in der Kritik. Die Proteste zeigen, dass die Arbeitsbedingungen im E-Commerce-Sektor zunehmend unter Beobachtung stehen und der Druck auf Marktführer wie Amazon wächst.

 

Freitag: Milliardenauftrag für Rheinmetall

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat von der Bundeswehr zwei Großaufträge im Wert von knapp 1.7 Milliarden Euro erhalten. Gemeinsam mit Partnern wie KNDS und Blackned wird das Unternehmen mehr als 10 000 Fahrzeuge der Landstreitkräfte mit digitalen Kommunikationssystemen ausstatten. Ziel ist es, Soldaten, Fahrzeuge und Sensoren effizient zu vernetzen und den Informationsaustausch in Echtzeit zu ermöglichen.

Die Projekte sollen bis Mitte 2030 abgeschlossen sein und die Einsatzfähigkeit der Truppe signifikant verbessern. Die Aufträge wurden an der Börse positiv aufgenommen: Die Rheinmetall-Aktie stieg um 2.4 Prozent und verzeichnete auf Jahressicht ein Plus von über 116 Prozent. Das Düsseldorfer Unternehmen profitiert damit weiterhin von der gestiegenen Nachfrage nach moderner Rüstungstechnologie und baut seine führende Position im europäischen Verteidigungssektor aus.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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