Montag: Einzelhandel in der Eurozone wächst stärker als gedacht
Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sind im Juni 2025, laut dem Statistikamt der Europäischen Union, überraschend stark um 3.1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Deutlich mehr als die von Ökonomen erwarteten 2.6 Prozent. Zwar lag das monatliche Wachstum mit 0.3 Prozent knapp unter den Prognosen, doch die Daten der Vormonate wurden deutlich nach oben korrigiert. Besonders stark legten laut Eurostat die Verkäufe von Nicht-Lebensmitteln (+4.3 Prozent) und Kraftstoffen (+4.0 Prozent) zu. Spanien und Deutschland führten das Wachstum an, mit Jahreszuwächsen von 6.4 Prozent bzw. 4.8 Prozent.
Die Zahlen zeigen laut Eurostat, dass die Eurozone trotz globaler Handelsunsicherheiten wirtschaftlich robuster ist als erwartet. Ein Grund dafür ist die stabile Binnennachfrage, also der Konsum innerhalb der eigenen Länder. Diese trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität bei, während externe Belastungen wie Handelskonflikte abgefedert werden. Die Zahlen stützen auch andere positive Indikatoren, etwa zur Industrieproduktion und zum Bruttoinlandsprodukt.
Dienstag: Google investiert eine Milliarde in KI-Ausbildung an US-Unis
Google hat am Mittwoch angekündigt, in den kommenden drei Jahren eine Milliarde US-Dollar in die Ausbildung zu Künstlicher Intelligenz (KI) an US-amerikanischen Hochschulen und Non-Profit-Organisationen zu investieren. Mehr als 100 Universitäten, darunter Texas A&M und die University of North Carolina, nehmen bereits teil. Neben Geld umfasst das Paket auch Cloud-Guthaben, Forschungsressourcen und eine kostenlose Version des Gemini-Chatbots für Studierende.
Mit dem Schritt reagiert Google auf den zunehmenden Einfluss von KI im Bildungsbereich und auf die Konkurrenz: Microsoft etwa hat kürzlich vier Milliarden Dollar für ähnliche Initiativen zugesagt. Kritiker befürchten jedoch, dass KI-Tools wie Chatbots das kritische Denken schwächen könnten. Google will laut Senior Vice President James Manyika gemeinsam mit den Hochschulen herausfinden, wie sich die Technologie sinnvoll einsetzen lässt.
Mittwoch: Telekom plant KI-Gigafactory mit Nvidia – Mega-Rechenzentrum für NRW?
Die Deutsche Telekom hat sich mit Nvidia und dem kanadischen Investor Brookfield zusammengetan, um ein großes Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in Nordrhein-Westfalen zu errichten. Das bestätigte Telekom-CEO Tim Höttges am Donnerstag nach Bekanntgabe der Quartalszahlen. Zwar läuft die Standortauswahl noch, doch favorisiert wird eine Region mit vorhandener guter Infrastruktur wie Nordrhein-Westfalen.
Geplant ist laut Höttges eine sogenannte Gigafactory, ein besonders leistungsstarkes Datenverarbeitungszentrum für KI-Anwendungen. Diese Anlagen bilden das technische Rückgrat für rechenintensive Aufgaben wie maschinelles Lernen. Mit Nvidia bringt die Telekom dabei einen der weltweit führenden Chiphersteller ins Boot. Die Initiative reiht sich ein in den europaweiten Wettlauf um strategische KI-Infrastruktur mit wachsendem Wettbewerb unter deutschen Unternehmen.
Donnerstag: Ripple greift zu: Stablecoin-Plattform Rail für 200 Millionen Dollar übernommen
Ripple hat angekündigt, die auf Stablecoin-Zahlungen spezialisierte Plattform Rail für rund 200 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Der Deal soll im vierten Quartal 2025 abgeschlossen werden, vorausgesetzt, die Regulierungsbehörden stimmen zu. Rail wickelt laut eigenen Angaben 10 Prozent aller globalen Stablecoin-Zahlungen ab. Ripple will mit dem Kauf seine Marktstellung im boomenden Stablecoin-Sektor weiter festigen und seine eigene Stablecoin RLUSD stärken.
Stablecoins sind Kryptowährungen, die im Wert an den US-Dollar gekoppelt sind, um stabile Transaktionen zu ermöglichen. Sie gewinnen zunehmend an Bedeutung im internationalen Zahlungsverkehr. Rail bietet hier mit schnellen, kostengünstigen Abwicklungen eine gefragte Lösung. Der Deal folgt auf eine neue US-Regelung zu Stablecoins. Laut Ripple ist der Markt nun reif für skalierbare Anwendungen im Zahlungsverkehr.
Freitag: GPT-5 ist da: OpenAI bringt neues Modell
OpenAI hat das lang erwartete LLM GPT-5 veröffentlicht, das ab sofort für alle 700 Millionen ChatGPT-Nutzer verfügbar ist. Die neue Version soll besonders im Unternehmensbereich punkten, etwa bei Softwareentwicklung, Finanzthemen und medizinischen Fragen. CEO Sam Altman lobt das Modell als Experten auf Doktorandenniveau. GPT-5 erscheint in einer Phase, in der Tech-Konzerne wie Microsoft und Amazon Milliarden in KI investieren und dringend auf Rendite hoffen.
Mit GPT-5 setzt OpenAI auf sogenannte Test-Time-Compute-Technologie: Das Modell nutzt bei schwierigen Aufgaben mehr Rechenleistung, um bessere Antworten zu liefern. Dennoch ist GPT-5 laut Altman noch weit von echter menschlicher Intelligenz entfernt, es kann zum Beispiel nicht selbstständig lernen. Die Erwartungen an den Technologiesprung vom Vorgänger GPT-4 wurden nur teilweise erfüllt. Trotzdem hofft OpenAI auf wirtschaftlichen Erfolg und auf eine Bewertung von bis zu 500 Milliarden Dollar.







