HKCM-Wochenrückblick: Deutsche Kauflaune, Salesforce und Zscaler überzeugen, 10 Millionen XRP und Optimismus bei Canopy Growth
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HKCM-Wochenrückblick: Deutsche Kauflaune, Salesforce und Zscaler überzeugen, 10 Millionen XRP und Optimismus bei Canopy Growth

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Carlo Schmid

Montag: Kauflaune der Deutschen weiterhin gedämpft

Das größte deutsche Marktforschungsunternehmen GfK-Institut hat Prognosedaten veröffentlicht, die zeigen, dass die Kauflaune der Deutschen für Juni leicht zunehmen könnte. Der Konsumklimaindex soll demnach um 0.9 Punkte auf -19.9 steigen, bleibt damit aber knapp unter den Erwartungen der Analysten von -19.0. Bessere Einkommenserwartungen sorgen für vorsichtigen Optimismus, doch viele Deutsche wollen ihr Geld weiterhin lieber sparen als ausgeben.

Laut Experten spiegelt sich darin eine allgemeine Unsicherheit wider. Angesichts der trüben Wirtschaftsaussichten und des dritten Jahres ohne Wachstum bleibt die Kauflust gedämpft. So deutet der niedrige Indexwert an, dass die Erholung des Konsums nur schleppend vorankommt – und damit auch die Erholung der deutschen Wirtschaft insgesamt langsam voranschreitet.

Das GfK-Institut ist Deutschlands größtes Marktforschungsunternehmen, das jeden Monat den sogenannten GfK-Konsumklimabericht veröffentlicht.

Dienstag: Salesforce überzeugt im Q1

Salesforce hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen übertroffen: Mit einem Umsatz von 9.83 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 2.58 US-Dollar pro Aktie hat das Unternehmen Analystenprognosen leicht geschlagen. CEO Marc Benioff kündigte gleichzeitig die größte Übernahme seit Jahren an: Für 8 Milliarden US-Dollar soll der Datenmanagement-Spezialist Informatica übernommen werden. Während die Börse eher verhalten reagierte, zeigte sich das Management optimistisch, auch für das kommende Jahr.

Die Informatica-Übernahme ist ein strategischer Schachzug, um Salesforce als führenden Anbieter für KI-gestützte Datenanalyse zu stärken. Der Zukauf gilt als kluger Schritt, weil er laut Analysten besser in die Wachstumsstrategie passt als frühere Mega-Deals wie Slack. Gleichzeitig spart Salesforce laut eigenen Angaben Kosten: Der interne KI-Einsatz entlaste schon jetzt 500 Mitarbeitende im Kundenservice. Anleger dürfen sich zudem über eine angehobene Jahresprognose freuen.

Mittwoch: Zscaler mit gutem Q1 2025

Zscaler hat im ersten Quartal 2025 mit einem Umsatz von 678 Millionen US-Dollar die Erwartungen übertroffen. Das entspricht einem Wachstum von 22.6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn lag bei 84 Cent je Aktie, 10.8 Prozent über den Analystenschätzungen. Für das zweite Quartal plant das Unternehmen einen Umsatz von etwa 706 Millionen US-Dollar. CEO Jay Chaudhry betonte die wachsende Bedeutung der Zero-Trust-Sicherheitslösungen.

Zscaler bietet Unternehmen eine Cloud-Sicherheitsplattform, die den Zugriff auf digitale Anwendungen wie E-Mails, Dateien oder Software-Tools sicherer macht. Jeder einzelne Zugriff – egal ob von außen oder innerhalb des Unternehmens – wird überprüft, um Angriffe zu verhindern. Dieses sogenannte Zero Trust Exchange-Modell funktioniert nach dem Prinzip: Niemals vertrauen, immer prüfen. Trotz eines leichten Rückgangs der operativen Marge bleibt Zscaler profitabel und baut seine Marktpräsenz weiter aus. Analysten blicken daher optimistisch auf die kommenden Quartale.

Donnerstag: Hyperscale Data investiert in XRP

Hyperscale Data hat angekündigt, dass seine Tochterfirma Ault Capital Group bis Ende 2025 bis zu 10 Millionen US-Dollar in die Kryptowährung XRP investieren will. Ziel sei es, die Finanzdienstleistungen der Tochterfirma zu erweitern und neue Produkte rund um Blockchain und Krypto zu entwickeln. XRP ist für schnelle und günstige Transaktionen bekannt und soll dabei helfen, moderne Finanzlösungen für Unternehmen bereitzustellen.

Mit diesem Schritt will Hyperscale Data den Wert von Ault Capital Group steigern, um die Tochterfirma zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Der Verkauf soll Ende 2025 über die Bühne gehen, damit  Hyperscale sich wieder ganz auf sein Kerngeschäft, den Betrieb von Rechenzentren, konzentrieren kann.  Das Investment in XRP ist also eine Art Aufwertung, um die Tochterfirma für Käufer attraktiver zu machen.

Freitag: Canopy Growth: Optimismus trotz sinkender Umsätze

Am Freitag hat Canopy Growth seine Zahlen für das erste Quartal im Kalenderjahr 2025 und das gesamte Geschäftsjahr 2024 vorgelegt. Während der Umsatz im ersten Quartal um 11 Prozent auf 65 Millionen kanadische Dollar (CAD) sank, konnte das Unternehmen seine Schulden um fast 50 Prozent reduzieren. Das Geschäft mit medizinischem Cannabis in Kanada legte um 13 Prozent zu. CEO Luc Mongeau zeigte sich optimistisch, dass eine neue strategische Ausrichtung den Weg für profitables Wachstum ebnen kann.

Obwohl das Unternehmen im gesamten Jahr einen Verlust von 604 Millionen kanadischen Dollar hatte, konnte es sein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das sogenannte bereinigte EBITDA, um 60 Prozent verbessern. Dieses „bereinigte EBITDA“ ist eine Kennzahl, die zeigt, wie gut das tägliche Geschäft läuft – ohne Nebenkosten wie Zinsen oder Steuern. Canopy Growth will laut eigenen Aussagen zukünftig auf medizinisches Cannabis in internationalen Märkten fokussieren und mit einer strafferen Kostenstruktur die Profitabilität steigern und schwarze Zahlen schreiben.

Freitag: US-China-Gespräche stocken

US-Finanzminister Scott Bessent hat erklärt, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China ins Stocken geraten seien. Um Fortschritte zu erzielen, schlug er ein Telefonat zwischen Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping vor. Die Gespräche mit chinesischen Vertretern sollen in den nächsten Wochen fortgesetzt werden, große Handelsabkommen seien fast abgeschlossen. Dennoch blieben die Spannungen hoch, auch wegen US-Plänen, chinesischen Studenten Visa zu entziehen.

Hintergrund: Die Verhandlungen drehen sich um Zölle von über 100 % auf gegenseitige Warenimporte, deren Rücknahme Mitte Mai in Genf nur für 90 Tage verhandelt worden war. Zusätzlich behindern US-Maßnahmen gegen Teile der chinesischen Technologiebranche (z. B. Huawei) und neue Handelsbarrieren die Gespräche. Bessent betont, dass sich die Haltung der Handelspartner bislang nicht geändert habe, was auf ein gewisses Vertrauen hindeutet. Ein direktes Gespräch der Staatschefs könnte laut dem US-Finanzminister die festgefahrenen Verhandlungen in Bewegung bringen.

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Carlo Schmid

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