Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.
Montag – VW: neuer Mann im Reich der Mitte
Nach Jahrzehnten der Marktführerschaft in China musste Volkswagen diese Position im vergangenen Jahr an den im Reich der Mitte heimischen BYD-Konzern abgeben. Begründet werden kann dieses „Abrutschen“ damit, dass VW vor allen Dingen auf dem in China boomenden E-Auto-Markt in den vergangenen Jahren den Anschluss verloren hat. Volkswagens China-Chef Ralf Brandstätter setzt nun eine wichtige personelle Änderung durch: So soll der bislang als Vorstand der Marke VW tätige Thomas Ulbrich in China ab dem 1. April für die Entwicklungsaktivitäten des gesamten Konzerns verantwortlich sein. Brandstätter führt aus: „Mit Thomas Ulbrich wird nun ein führender Entwicklungs- und Softwareexperte unseres Konzerns die Lokalisierung und Vernetzung der Entwicklungsaktivitäten in der Region weiter vorantreiben“. Es ist nicht Ulbrichs erster Einsatz in China, bereits zwei Mal war er für den VW-Konzern im Laufe seiner Karriere im ostasiatischen Land aktiv. Apropos aktiv – im Rahmen unserer Analyse des VW-Wertpapiers haben wir für unsere DAX40-Aktienpaket-Kunden vor kurzem einen blauen Tradingbereich aktiviert, welcher für langfristige Einstiege auf der Long-Seite genutzt werden konnte. Dieser Bereich ist zwar weiterhin aktiv, sollte – wenn überhaupt – aber lediglich noch im Rahmen unseres alternativen Counts erneut angelaufen werden.
Dienstag – Bedenken der EU-Behörden: Amazon sagt iRobot-Übernahme ab
Der Onlinehändler Amazon hat die geplante $1.4 Milliarden schwere Übernahme des nordamerikanischen Staubsaugerherstellers iRobot aufgrund des Widerstands der EU-Kartellbehörde abgeblasen. Die europäischen Wettbewerbshüter äußerten Bedenken hinsichtlich möglicher Beeinträchtigungen des Wettbewerbs, insbesondere aufgrund etwaiger Zugangseinschränkungen für iRobots Konkurrenten auf der Amazon-Handelsplattform. Es ist nicht das erste Mal, dass Amazon wegen einer möglichen Ausnutzung seiner Marktmacht im Fokus von Kartellbehörden steht. Aktuell sieht sich das von Jeff Bezos gegründete Unternehmen diesbezüglich auch mit einer Klage seitens der nordamerikanischen Wettbewerbshüter (engl.: Federal Trade Commission; kurz: FTC) konfrontiert. Derweil erhält das börsennotierte Unternehmen iRobot, das im vergangenen Jahr einen Umsatzeinbruch um rund 25 Prozent verkraften musste, aufgrund des nun nicht realisierten Deals eine Entschädigungszahlung in Höhe von $94 Millionen. Übrigens: Wir haben in diesem Artikel just heute die jüngsten Quartalsberichte einiger Tech-Giganten unter die Lupe genommen – und anderem auch die von Amazon.
Mittwoch – PayPal kündigt Abbau von 2500 Stellen an
Die Entlassungswelle im nordamerikanischen Technologiesektor nimmt kein Ende: Nun ist es der Onlinebezahldienst PayPal, der bereits zum zweiten Mal innerhalb von nur zwölf Monaten etliche Stellen abbaut. So streicht das von CEO Alex Chriss geführte Unternehmen ganze 2500 Jobs, was einem Anteil von neun Prozent an der Gesamtbelegschaft entspricht. Begründet wird dieser Schritt abermals damit, dass PayPal effizienter werden und hierzu die „Komplexität“ verringern und die „Automatisierung“ vorantreiben müsse. Wenngleich die PayPal-Aktie, die wir im Rahmen unseres TECH33-Aktienpakets regelmäßig für unsere Kunden analysieren, weiterhin nicht so richtig in Schwung kommt, tut sich fundamental betrachtet doch einiges beim kalifornischen Unternehmen: Falls Sie mehr dazu erfahren möchten, schauen Sie doch mal hier vorbei.
Donnerstag – Adidas: besser als erwartet, aber nicht zufriedenstellend
Wir hatten bereits im Mai vergangenen Jahres über die Misere berichtet, in welcher sich der Sportartikelhersteller Adidas im Zuge der Aufkündigung der Partnerschaft mit dem in Verruf geratenen Musiker und Designer Kanye West wiederfand. Nun sind es tatsächlich diese Yeezy-Produkte gepaart mit einem durchaus gut gelaufenen Weihnachtsgeschäft, die dem von Bjørn Gulden geführten Unternehmen statt einem antizipierten Verlust in Höhe von 100€ Millionen im Jahr 2023 einen 268€-Millionen-Gewinn bescherten (2022: 669€ Millionen). Und dennoch ist man im Hause Adidas alles andere als zufrieden: So sackte der Umsatz des Herzogenauracher Konzerns – primär aufgrund der Abwertung des argentinischen Pesos – um rund fünf Prozent auf 21.4€ Milliarden ab. Der ehemalige Puma-Chef Gulden, der seit Januar 2022 im Adidas-Chefsessel sitzt, kündigte an, „Adidas wieder zu einem guten Unternehmen zu machen“. Dieser Prozess sei aber ein Marathon und kein Sprint.
Freitag – Intel: Verzögerung beim Bau von Chip-Fabrik
Der Chip-Konzern Intel stampft derzeit rund um den Globus neue Fabriken aus dem Boden – unter anderem auch in Magdeburg. Während dieses Projekt Unternehmensaussagen zufolge dem Zeitplan entsprechend verläuft, muss das Dow30-Unternehmen die Fertigstellung eines neuen $20 Milliarden schweren Fertigungsstandorts in der nordamerikanischen Provinz Ohio auf das Jahr 2026 verschieben. Die Verzögerung beim Bau dieser Fabrik hänge mit der „trüben Branchenkonjunktur“ zusammen; Experten verweisen in diesem Zusammenhang aber auch auf die schleppende Auszahlung staatlicher Subventionen. Dennoch sei man „fest entschlossen, das Projekt fertigzustellen“. Der Technologieriese Intel, dessen Anteilsschein wir in unserem US-Titans-Aktienpaket analysieren, konnte derweil mit den jüngst veröffentlichten Quartalszahlen die Prognosen übertreffen: Beim Umsatz steht hier ein Plus in Höhe von zehn Prozent auf $15.4 Milliarden zu Buche, der Gewinn konnte (nach einem Verlust im Vergleichszeitraum des Vorjahres in Höhe von $664 Millionen) auf knapp $2.7 Milliarden gesteigert werden.
Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!







