HKCM-Wochenrückblick 15.01.2024 – 19.01.2024
#Global Markets

HKCM-Wochenrückblick 15.01.2024 – 19.01.2024

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Simeon Koch

Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.

Montag – Vanguard blockiert Bitcoin-ETFs

Die erste Handelswoche für die Bitcoin-ETFs ist vorbei und sie war für den ganzen Markt aufwühlend. Erst vermeldeten Statistiker einen rekordverdächtigen Start mit rund $10 Milliarden Handelsvolumen der neuen Bitcoin-Spot-ETFs in den ersten drei Handelstagen, dann wurde bekannt, dass Grayscale Teile seiner Bestände liquidiert, während der Kurs stark korrigierte – mehr dazu erfahren Abonnenten unseres BTC/ETH-Pakets im Marktupdate am Wochenende. Schon am Montag versetzte Vanguard, mit $7.7 Billionen Einlagen der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, der ETF-Euphorie einen Dämpfer: Auf seiner Plattform ermöglichte Vanguard seinen Kunden keinen Zugang zu den neu genehmigten Bitcoin-Anlageprodukten und warnte ausdrücklich vor entsprechenden Investitionen. Zudem hege man „keine Pläne, künftig Bitcoin-ETFs oder andere kryptobezogene Produkte anzubieten“, hieß es in einem Statement. Grund dafür sei die „hohe Volatilität“, die „unserem Ziel zuwiderläuft, Investoren zu schützen“. Auch Bitcoin-Futures-Produkte sind nicht mehr bei Vanguard verfügbar. Verwunderlich erscheint dieser Schritt vor allem wegen der hohen Vanguard-Investitionen in Bitcoin-Mining-Firmen und das Software-Unternehmen MicroStrategy, einen der größten Bitcoin-Wale überhaupt, dessen Aktie als Proxy für Investitionen in die Kryptowährung gilt.

Dienstag – VW vor Tesla, aber neue Probleme im Dieselskandal

Volkswagen hat Tesla von der Spitze des deutschen E-Auto-Markts verdrängt – das belegen Verkaufszahlen, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden. Demnach verkaufte VW, antriebsübergreifend nach wie vor der größte Autobauer der Welt, im Jahr 2023 hierzuland 70 628 elektrische Neuwagen, was einem Anstieg um fast zwölf Prozent entspricht. Bei Tesla schlug das letzte Jahr in Deutschland mit einem Absatzrückgang von neun Prozent auf nunmehr 63 685 Neuzulassungen zu Buche. Damit verliert Tesla nach der globalen E-Auto-Krone, die sich der chinesische Autokonzern BYD aufgesetzt hat, auch die Vormachtstellung in Deutschland. Bei Volkswagen dürfte nach einem Gerichtsentscheid aus Schleswig-Holstein indes die Anspannung wegen neuer Probleme im Dieselskandal steigen. Laut dem Urteil sollen viele Dieselmodelle von VW selbst und den Konzernmarken Audi und Seat weiterhin mit unzulässigen Abschaltvorrichtungen ausgestattet sein. Erst kürzlich kam wieder Fahrt in die Aufarbeitung des vor Jahren aufgedeckten Skandals, als der Betrugsprozess gegen den ehemaligen VW-Boss Martin Winterkorn wieder aufgenommen wurde. VW drohen neue Klagen, der Konzern will das Urteil anfechten.

Mittwoch – Elon Musk will KI-Entwicklung stoppen

Der Tesla-CEO und reichste Mensch der Welt, Elon Musk, hat Mitte der Woche in einem X-Post (vormals Twitter) angekündigt, die KI-Forschung in seinem größten Unternehmen auf Eis legen zu wollen. Es sei ihm nicht geheuer, die disruptive Innovation weiter voranzutreiben, bis er zumindest ein Viertel des Mitspracherechts in der Firma innehabe. Musks Aktienanteile belaufen sich derzeit auf etwa 13 Prozent, nachdem er für den Twitter-Kauf Wertpapiere in Milliardenhöhe liquidiert hatte. Solange er die Schwelle von etwa 25 Prozent Stimmrecht nicht erreiche, plane er, künftige KI-Forschung in seine anderen Unternehmen auszulagern, um sie der Entscheidungsgewalt von Tesla zu entziehen. Anleger warfen Musk in der Folge Erpressung vor – schließlich basiere der Wert von Tesla auf den Versprechen, die Musk für die technologischen Entwicklungen der Zukunft, allen voran jene von KI-Anwendungen, getätigt habe. Eine Auslagerung könne daher zu einem herben Wertverlust führen, befürchten Investoren. Spekulationen um einen Machtkampf im Tesla-Vorstand schob Musk direkt einen Riegel vor. Das Board sei „großartig“, es gebe „überhaupt keinen Streit“. Wie es mit der Aktie des E-Auto-Giganten weitergeht, analysieren wir regelmäßig im beliebten Tech33-Paket.

Donnerstag – Google will 12 000 Stellen streichen

Internen Berichten zufolge plant Alphabet, der Mutterkonzern von Suchmaschinen-Gigant Google, in diesem Jahr drastische Stellenkürzungen. Das teilte Geschäftsführer Sundar Pichai den Mitarbeitern vor wenigen Tagen mit. Damit sollen Führungsebenen innerhalb des Unternehmens abgebaut werden, um Effizienz und Geschwindigkeit bei Entscheidungen und der Koordination zu erhöhen. In einer Mitteilung an die Angestellten schrieb Pichai: „Wir haben ehrgeizige Ziele und werden dieses Jahr unsere Prioritäten ernstnehmen“. Dabei seien die Entlassungen „nicht so weitreichend wie im vergangenen Jahr und werden nicht jede Abteilung betreffen“. Von 2019 bis 2022 hatte man die Belegschaft von knapp 120 000 auf rund 190 000 aufgestockt, die erste größere Entlassungswelle schwappte im Januar 2023 über die Google-Mutter hinweg, damals mussten 12 000 Mitarbeiter gehen, gleichbedeutend mit sechs Prozent der gesamten globalen Kapazitäten. Nun stehen weitere 12 000 Stellen vor dem Aus, betroffen davon sollen die Hardware-Teams für das Handy Pixel, die Smart-Home-Sparte und die Sportuhr Fitbit sein sowie Teile des Augmented Reality-Teams.

Freitag – US-Kongress verhindert Shutdown durch Sondergesetz

Den nordamerikanischen Behörden drohte der Finanzstillstand wegen einer Überziehung des Etats. Kurz vor der finanziellen Paralyse sprang dann aber das nordamerikanische Parlament in die Bresche und verabschiedete rechtzeitig ein Übergangsgesetz, welches die Situation vorerst entspannt. Chuck Schumer, Mehrheitsführer der demokratischen Partei im Senat, einer der beiden Kammern der US-amerikanischen Volksvertretung, gab anschließend Entwarnung: „Wir haben gute Nachrichten für Amerika. Es wird am Freitag keinen Stillstand geben“. Wäre die Übergangslösung gescheitert, hätten zahlreiche Staatsbedienstete unbezahlten Zwangsurlaub nehmen müssen, viele Ämter, Museen und Nationalparks hätten vorübergehend geschlossen. Das Sondergesetz erlaubt eine Überbrückungsfinanzierung von rund $1.6 Billionen bis März, hatte aber Streitigkeiten zwischen den politischen Lagern entfacht – schließlich beträgt die nationale Verschuldung satte $34.4 Billionen. Kombiniert mit der hohen Zinslast bereitet sie der Politik Sorgen, die Republikaner Kürzungen der Staatsausgaben. Die fulminante Entwicklung der großen Indizes beeinträchtigte das in den letzten Monaten nicht. Chancen für lukrative Einstiege bestehen weiterhin – regelmäßige Updates dazu gibt es in unseren Analysen zum Tech-Index Nasdaq, dem Dow Jones (US-Industrie) und natürlich dem S&P500. Die wichtigsten nordamerikanischen Aktien analysieren wir auch einzeln im US-Titans-Paket.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Simeon Koch

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