Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.
Amazon: Grünes Licht für milliardenschwere KI-Partnerschaft
Amazon atmet auf: Die britische Wettbewerbsbehörde (CMA) hat entschieden, dass Amazons Partnerschaft mit dem KI-Startup Anthropic nicht weiter untersucht wird. Grund dafür: Der Fall liegt nicht in ihrer Zuständigkeit. Damit bleibt die geplante $4-Milliarden-Investition von Amazon in Anthropic auf Kurs und das Unternehmen kann seinen Einfluss im KI-Sektor weiter ausbauen. Ähnlich wie bei Microsoft, das kürzlich ebenfalls die Genehmigung für seine Zusammenarbeit mit dem KI-Startup Flulection AI erhalten hat, zeigt sich ein Trend: Große Tech-Unternehmen sichern sich frühzeitig strategische Allianzen im KI-Sektor, um ihre Position in diesem Markt weiter zu festigen. Die Partnerschaft von Alphabet, welche gleichermaßen in das KI-Startup Anthropic investiert haben, wird jedoch weiterhin geprüft. Anthropic, gegründet von den ehemaligen OpenAI-Führungskräften Dario und Daniela Amodei, versichert, dass die Milliardeninvestitionen die Unabhängigkeit des Unternehmens nicht beeinträchtigen. Trotz der wachsenden Aufmerksamkeit der Kartellbehörden weltweit scheint die Zusammenarbeit zwischen Amazon und Anthropic in Großbritannien also keine größeren Bedenken ausgelöst zu haben – zumindest vorerst.
"No Soft Landing": BlackRock-CEO Fink warnt vor Rezession
Larry Fink, CEO von BlackRock, warnt vor überzogenen Zinssenkungserwartungen der US-Notenbank Federal Reserve (kurz: Fed). In einem Interview betonte Fink, dass es unter Umständen keine „weiche Landung“ geben werde, sondern eine Rezession trotz positiver Wirtschaftsdaten in naher oder fernerer Zukunft bevorstehen könne. Beim Nachrichtensender Bloomberg bezeichnete Fink die aktuellen Marktprognosen als unrealistisch: "Die Menge an Lockerungen, die vom Markt erwartet wird, ist verrückt", sagte der BlackRock-Chef und wies darauf hin, dass es zwar Spielraum für Zinssenkungen gebe, aber nicht in dem vom Markt erwarteten Ausmaß von etwa 190 Basispunkten bis Ende 2025. Dennoch betonte er die anhaltende Stärke der US-Wirtschaft und kritisierte die öffentliche Fokussierung auf schwächelnde Wirtschaftssegmente. Trotz jüngster Rezessionsängste und geopolitischer Risiken sieht Fink vorerst kein unmittelbares systemisches Risiko für die Märkte. Er argumentierte, dass die Expansion der globalen Kapitalmärkte zu einer breiteren Risikostreuung geführt habe. Dennoch dämpfte Fink die jüngst wieder aufkeimende Euphorie nach der positiven Marktreaktion auf die überraschend starke Zinssenkung der Fed. Schließlich sei ein „Soft Landing“, wie es Fed-Chef Jerome Powell als Ziel ausgegeben hat, keine abgemachte Sache.
EU will Zoll-Verhandlungen über chinesische Elektroautos fortsetzen
Die Europäische Kommission zeigt sich offen für Verhandlungen mit China, um die geplanten Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge möglicherweise zu verhindern. Das erklärte Martin Lucas, Generaldirektor für Handelsschutz, vor dem Europäischen Parlament am Montag. Die technischen Gespräche mit China hätten fast täglich an Intensität gewonnen und könnten sich bis weit ins vierte Quartal ziehen. Am Freitag sollen die EU-Mitgliedsstaaten darüber entscheiden, ob sie endgültige Zölle für die nächsten fünf Jahre unterstützen. Diese treten in Kraft, wenn nicht eine qualifizierte Mehrheit von 15 Ländern, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, dagegen votiert. Bereits im August hatte die EU Zölle auf importierte, in China produzierte Elektrofahrzeuge angekündigt. Diese reichen von 7.8 Prozent für Tesla-Modelle bis zu 35.3 Prozent für Fahrzeuge von SAIC und anderen Herstellern, die laut der Untersuchung der Kommission nicht kooperiert haben sollen. Die Zölle kämen zusätzlich zu dem in der EU üblichen Einfuhrzoll von 10 Prozent auf Fahrzeuge.
Verizon verkauft 6000 Masten: Milliarden-Deal mit Vertical Bridge
Verizon macht Kasse und verlagert das Lastenheft: Der nordamerikanische Konzern unseres US-Titans Pakets wird Rechte zur Vermietung, zum Betrieb und zur Verwaltung von über 6000 Mobilfunkmasten in allen 50 Bundesstaaten und Washington D.C. an das Infrastrukturunternehmen Vertical Bridge abgeben. Verizon bleibt dabei als Mieter für die nächsten zehn Jahre im Spiel – mit der Option, das Ganze auf 50 Jahre auszudehnen. Die Transaktion im Wert von $3.3 Milliarden, darunter ein Barerlös von $2.8 Milliarden, soll bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Der Deal folgt dem Trend, dass Mobilfunkanbieter ihre Masten lieber an unabhängige Betreiber abgeben. Analysen betonen dabei, dass solche Türme in unabhängigen Händen oft mehr wert sind, da sie besser an mehrere Unternehmen vermietet werden können. Vertical Bridge, das über mehr als 500 000 Standorte in den USA verfügt, profitiert von der steigenden Nachfrage nach drahtloser Infrastruktur. Besonders Technologien wie Künstliche Intelligenz und 5G treiben den Bedarf an Konnektivität voran. Kapital für den Deal wird vom Vermögensverwalter DigitalBridge sowie Kanadas zweitgrößtem Pensionsfonds CDPQ bereitgestellt. Zusätzlich zu diesem Deal hatte Verizon kürzlich angekündigt, den Glasfaser-Internetanbieter Frontier Communications für $20 Milliarden zu übernehmen.
CEO will bleiben: Führungsfrage nach Covestro-Kauf durch Adnoc
Der Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi übernimmt den deutschen Kunststoffhersteller Covestro für bis zu 16€ Milliarden, wobei CEO Markus Steilemann plant, das Unternehmen auch nach der Übernahme weiterzuführen. Adnoc bietet 62€ je Covestro-Aktie und plant eine zusätzliche Kapitalerhöhung von 1.2€ Milliarden. Die Übernahme soll im zweiten Halbjahr 2025 abgeschlossen sein. Steilemann betonte: "Ich habe einen laufenden Vertrag bis 2028. Und um es sehr deutlich zu sagen, der Vertrag hat auch weiterhin Gültigkeit und Bestand." Er sieht in Adnoc einen langfristig orientierten Partner, der Covestro auf die "Überholspur" bringen könne. Eine Investitionsvereinbarung sichert Covestro Eigenständigkeit bis Ende 2028 zu, wobei Adnoc in diesem Zeitraum keine wesentlichen Änderungen vornehmen darf und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Der Hauptsitz bleibt in Leverkusen. Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Wendepunkt für Covestro, das erst 2015 von Bayer an die Börse gebracht wurde und nun Teil eines globalen Chemiegiganten wird. Für Adnoc ist die Übernahme ein wichtiger Schritt in seiner Strategie, zu einem der größten Chemieunternehmen weltweit aufzusteigen.
Krypto-Riese Hashdx beantragt dualen ETF mit Bitcoin und Ethereum
Der Vermögensverwalter Hashdex hat einen Antrag auf Zulassung eines dualen Krypto-ETFs eingereicht, der sowohl Bitcoin als auch Ethereum abbilden soll. Dies geht aus einem Dokument hervor, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Sollte die nordamerikanische Börsenaufsicht SEC dem Antrag zustimmen, wäre der Hashdex Nasdaq Crypto Index US ETF der erste Spot-ETF in Nordamerika, der mehr als eine Kryptowährung umfasst. Derzeit wird erwartet, dass der Fonds etwa 80.3 Prozent in Bitcoin und 19.7 Prozent in Ether investiert, basierend auf der Marktkapitalisierung. Zusätzlich würde der Fonds Barreserven halten, jedoch zunächst keine weiteren Kryptowährungen aufnehmen. Andere Vermögensverwalter, wie Franklin Templeton verfolgen ähnliche Strategien mit dualen ETFs. Solche Produkte könnten eine einfache und kostengünstige Möglichkeit bieten, ein breites Krypto-Engagement ins Portfolio zu integrieren – ähnlich wie beim Kauf des S&P 500 über ETFs. Nach der Einführung von US-Spot-ETFs für Bitcoin und Ethereum Anfang des Jahres sind bereits über $20 Milliarden in verschiedene Krypto-Fonds geflossen.
Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!






