Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.
Tencent Music liefert starke Zahlen
Bevor der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba am Dienstag seine Zahlen präsentierte, war am Montag bereits der Musikstreaming-Dienstleister Tencent Music an der Reihe: Das chinesische Pendant zum schwedischen Unternehmen Spotify legte im abgelaufenen Quartal eine beeindruckende Performance aufs Parkett, konnte es doch die Umsätze im Jahresvergleich um 3.4 Prozent auf $937 Millionen nach oben schrauben und somit die Erwartungen um ganze $27 Millionen übertreffen. Auch seinen Nettogewinn steigerte Tencent Music deutlich auf $197 Millionen. Zurückzuführen sind die guten Zahlen vorrangig auf ein starkes Nutzerwachstum in Höhe von 20.2 Prozent, sodass nun rund 113.5 Millionen Menschen den Dienst der Streamingplattform in Anspruch nehmen. Ebenfalls positiv aufgenommen haben dürften die Anleger die Nachrichten hinsichtlich einer ab sofort ausgeschütteten Dividende; die Rendite soll bei einem Prozent liegen. In den letzten zwölf Monaten konnte sich der Wert einer Tencent Music-Aktie nahezu verdoppeln. Auch wir sind übrigens im Rahmen unseres China-Titans-Aktienpakets bereits eingestiegen.
Softbank: viertes Quartal macht Hoffnung
Im letzten Newsflash haben wir über den japanischen Tech-Investor Softbank berichtet, welcher gemeinsam mit den nordamerikanischen Börsenschwergewichten Microsoft und Nvidia mehr als $1 Milliarde in das britische KI-Start-up Wayve investiert. Heute soll es abermals um den Softbank-Konzern gehen: Im Ende März abgelaufenen vierten Geschäftsquartal fuhr das Unternehmen – unter anderem aufgrund des Hypes rund um Künstliche Intelligenz – einen Gewinn in Höhe von rund $1.5 Milliarden ein. Somit lag man deutlich über den Erwartungen der Analysten. Die schwache Performance zu Beginn des Geschäftsjahres konnte man aber auch mit diesem starken Schlussquartal nicht ausgleichen. Für das Gesamtjahr steht ein Verlust von etwa $1.45 Milliarden zu Buche. Im Großen und Ganzen bleibt das Bild beim hochverschuldeten Konzern also vorerst eher trüb.
Amazon steckt $8.4 Milliarden in Cloud-Infrastruktur in Deutschland, AWS-CEO tritt zurück
Im Rahmen seiner Cloud-Sparte plant der Online-Gigant Amazon abermals umfangreiche Investitionen in Deutschland: Wie heute bekanntgegeben wurde, sollen hierzulande insgesamt rund $8.4 Milliarden (7.8€ Milliarden) investiert werden, um eine Cloud-Computing-Infrastruktur speziell für Europa aufzubauen. Bis Ende 2025 werden hierzu in Brandenburg mehrere Rechenzentren errichtet. Bereits im vergangenen Jahr hatte Amazon angekündigt, zukünftig Daten auf Servern innerhalb der EU zu speichern, um den Datenschutzbestimmungen für Regierungsstellen und Kunden in stark regulierten Branchen gerecht zu werden. Nun lässt der Tech-Konzern also Taten folgen. Ebenfalls am heutigen Mittwoch wurde öffentlich, dass der AWS-CEO Adam Selipsky nach drei Jahren sein Amt niederlegt. In seine Fußstapfen steigt wohl Matt Garman, der bei AWS zuletzt für den Bereich Sales und Marketing verantwortlich zeichnete.
Bayer: Umsatz erwartungsgemäß deutlich rückläufig
Nach zahlreichen Niederlagen vor Gericht konnte der Pharma- und Chemiekonzern Bayer in der Causa Monsanto zuletzt endlich mal wieder einen (Teil-)Erfolg verzeichnen. Nichtsdestotrotz wirken sich die Folgen der Übernahme des nordamerikanischen Agrarmittelkonzerns weiterhin negativ auf die Bilanz des Leverkusener Unternehmens aus: Im ersten Quartal ging der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um über 4 Prozent auf etwa 13.76€ Milliarden zurück. Auch beim bereinigten operativen Gewinn verzeichnete Bayer einen Rückgang um 1.3 Prozent auf rund 4.4€ Milliarden, lag hiermit aber immer noch deutlich über den Prognosen der Analysten, die mit lediglich 4.15€ Milliarden gerechnet hatten. Die Bayer-Aktie befindet sich letztlich seit dem Jahr 2015 auf einer unschönen Talfahrt; vom Allzeithoch weg ratterte sie in der Spitze über 80 Prozent nach unten. Wenngleich wir primär noch einen weiteren Rücksetzer auf neue Tiefs erwarten, notiert das Wertpapier aktuell in einer Preisspanne, die wir für den Aufbau von langfristigen Positionen als durchaus interessant bewerten. Ob, und wo genau wir bei Bayer einsteigen, erfahren unsere Abonnenten in den täglichen Updates.
Nach Streit mit Regierung: Petrobras-CEO Prates räumt seinen Stuhl
Erst im Januar 2023 trat Jean Paul Prates die Stelle an der Spitze des brasilianischen Mineralölunternehmens Petrobras an – und zwar als fünfter CEO innerhalb von nur drei Jahren. Nun ist auch für den 55-Jährigen schon wieder Schluss beim in Rio de Janeiro ansässigen Konzern, an welchem der brasilianische Staat offiziell 36.8 Prozent der Anteile und darüber hinaus mehr als die Hälfte der Stimmrechte hält. Nach einem Streit mit der linksgerichteten Regierung von Luiz Inácio Lula da Silva um die Ausschüttung einer außerordentlichen Dividende wurde Prates nun seines Amtes enthoben; Insidern zufolge zeichnete die Regierung in Brasilia persönlich für diese Entscheidung verantwortlich. So hatte Präsident da Silva, der im Januar 2023 seine zweite Präsidentschaft im südamerikanischen Land antrat und Prates selbst als CEO einsetzte, den Petrobras-Chef zuletzt zunehmend dazu gedrängt, die Ausschüttungen an Investoren zu reduzieren und stattdessen in Bereiche wie erneuerbare Energien und Raffinerien zu investieren. Hiermit scheint Prates wohl aber nicht einverstanden gewesen zu sein.
Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!




