Guten Morgen,
es ist wenige Wochen her, da entbrannte zwischen dem Claude-Entwickler Anthropic und dem US-Verteidigungsministerium (allen voran Kriegsminister Pete Hegseth) ein Streit auf offener weltpolitischer Bühne. Nachdem bekannt wurde, dass das KI-Modell Claude bei der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zur Anwendung gekommen war, untersagte Anthropic dem US-Militär die Nutzung seiner Modelle für vergleichbare militärische Zwecke.
Die US-Regierung drohte mit der Aufkündigung sämtlicher gemeinsamer Verträge, bezeichnete Anthropic als ein „Lieferketten-Risiko“ und verlegte sich auf die Nutzung der Konkurrenzprodukte von Google und OpenAI. Gestern nun kamen Anthropic und die Vertreter der Trump-Regierung wieder zusammen. Anlass war das neue KI-Modell Mythos – laut Anthropic das „bisher leistungsstärkste für Coding und agentische KI“.
Laut ersten Berichten soll Mythos nie dagewesene Gefahren für Cyber-Security darstellen. Deshalb gab Anthropic bekannt, vor der offiziellen Publikation des Modells zunächst den größten Software-Firmen der Welt die Möglichkeit zu geben, Sicherheitsprogramme darauf vorzubereiten. Ähnliches gilt für die US-Regierung, wie Anthropics Mitgründer Jack Clark in Washington erklärte: „Wir haben zwar einen Streit, aber das soll uns nicht daran hindern, die nationale Sicherheit zu priorisieren.“
Für Unruhe sorgt Anthropics Fortschritt vor allem beim Konkurrenten OpenAI, der ähnliche wie SpaceX einen historischen Börsengang vorbereitet. Im vergangenen Monat sammelte OpenAI 122 Milliarden Dollar von Investoren ein – die größte Fundraising-Runde in der Geschichte des Silicon Valley. Laut Medienberichten äußern nun jedoch wichtige Investoren Bedenken. Manche erwarten sogar, dass Anthropics Umsatzwachstum jenes von OpenAI schon bald deutlich überflügeln könnte.
Für den Tech-Sektor ist die lebhafte Konkurrenz kurz vor den historischen Börsengängen der beiden KI-Giganten keine schlechte Nachricht. Der Nasdaq-100 schloss gestern mit einem Plus von gut einem Prozent bei knapp 25 400 Punkten, der S&P 500 rutschte mit 6816 Punkten und einem Minus von 0.11 Prozent nur marginal in den roten Bereich. Der DAX klopft wieder bei den 24 000 Punkten an (+1.02 Prozent), der japanische Nikkei legte 1.67 Prozent zu auf 57 877 Punkte.
Zwar bleibt der Energie-Sektor unruhig, die wichtigsten Brennstoffe haben ihren jüngsten Anstieg aber vorerst pausiert. Die Referenzölsorte WTI schloss gestern bei rund 92 US-Dollar und verlor damit erneut die ominöse 100-Dollar-Marke. Der Erdgas-Preis befindet sich seit dem Zwischenhoch Anfang März weiterhin in einer langsamen Korrektur und fiel gestern unter 2.70 Dollar. Der Goldpreis klettert zwar weiter in Richtung 4780 Dollar, das explosive Momentum vom Jahresbeginn scheint aber verflogen zu sein.
HKCM-Tops und -Flops
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
Oracle Corp. | +12.69 |
Snowflake, Inc. | +10.84 |
Cloudflare, Inc. | +10.20 |
CRISPR Therapeutics | +7.05 |
Newmont Corp. | -3.64 |
Christian Dior SE | -2.0 |
Dividenden
JPMorgan Chase
BlackRock
Johnson&Johnson
Marketmover
US-Erzeugerpreisindex (PPI) Y/Y (vorher. 3.40 Prozent | erw. 4.60 Prozent)
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