Das Wichtigste in Kürze
- Berühmte Analysten liefern sich einen Kleinkrieg um BTC-Bärenmarktprognosen
- Ben Cowen erwartet den Bitcoin-Boden im vierten Quartal 2026 (Vierjahreszyklus)
- Für Matthew Hyland ist der Bärenmarkt so gut wie beendet (Risk-On-Indikatoren)
Guten Morgen!
Bitcoin steckt seit Monaten bei rund 60 000 Dollar fest. Gleichzeitig eskaliert im Kryptomarkt ein Kleinkrieg der Systeme. Oder besser gesagt: der Prognosemodelle. Auf der einen Seite steht Benjamin Cowens Vierjahreszyklus, der Bitcoin noch vor einem finalen Tief im vierten Quartal sieht. Auf der anderen Seite erwarten namhafte Analysten wie Matthew Hyland, dass der Makro-Risikozyklus bereits gedreht hat und BTC gemeinsam mit Altcoins bald folgen sollte. Beide Modelle beanspruchen historische Muster für sich und werden dem anderen Lager gegenüber immer feindseliger. Aber wer hat recht?
Bitcoin vor dem finalen Crash – oder schon im nächsten Bullrun?
Für Benjamin Cowen, einen US-amerikanischen Physiker und ehemaligen NASA-Forscher, der sich vor einigen Jahren dem Kryptomarkt zuwandte, ist 2026 vor allem eines: ein Midterm-Jahr. Historisch waren 2014, 2018 und 2022 die schwächsten Phasen des Bitcoin-Zyklus (jeweils US-Midterm-Wahljahre), wobei die finalen Tiefpunkte meist im vierten Quartal erreicht wurden. Auch der bisherige Verlauf passt für ihn erstaunlich gut ins Muster: Auf das Hoch bei 126 000 Dollar im Oktober letzten Jahres folgte ein deutlicher Absturz, unterbrochen von einer kleinen Sommererholung in den letzten Wochen. Deshalb hält Cowen einen Boden im Oktober oder November weiterhin für plausibel.
Benjamin Cowen ist sich sicher: Das Bärenmarkt-Muster von 2022 wiederholt sich für Bitcoin. Inklusive Zyklustief im vierten Quartal?
Aktuell sieht Cowen sogar ein bekanntes Warnsignal: Bitcoin schloss Mitte August erneut unter seinem 200-Wochen-Durchschnitt. Auch 2022 war der Kurs im August unter diese langfristige Durchschnittslinie gefallen, hatte sich kurz darüber erholt und war anschließend erneut darunter gerutscht. Für Cowen fügt sich dieses Verhalten in das historische Bild ein. Der jüngste Rückgang muss demnach nicht der Beginn einer neuen Abwärtsphase sein – sondern könnte Teil der letzten Etappe sein.
Lesetipp: Bitcoin-Boden drin? Warum der PMI und Kupfer/Gold für Bitcoin so wichtig sind
Hyland betrachtet Bitcoin weniger isoliert und stellt den größeren Makro-Risikozyklus in den Mittelpunkt. Für ihn drehen wichtige Verhältnisse wie der Kupferpreis im Verhältnis zum Goldkurs und verschiedene Pro-Risiko-Indikatoren nach einer ungewöhnlich langen Risk-off-Phase wieder nach oben. Dazu kommt ein ISM-PMI von 55.6 Punkten. Hyland sieht darin eine Konstellation, die an die frühen Phasen der Aufwärtsbewegungen von 2016 und 2020 erinnert – und spricht deshalb von einer Max Opportunity (größtmögliche Chance) im Kryptomarkt.
Die andere (bullische) Seite: Matthew Hyland erwartet, dass die Korrelation zwischen PMI, Kupfer/Gold und dem Krypto-Bullrun hält.
Auch bei Bitcoin selbst sieht Hyland Hinweise auf einen bereits abgeschlossenen Boden. Ein von ihm hervorgehobenes Fraktal deutet auf den 1. Juli als Ende des rund einjährigen Abwärtstrends hin. Bullische Divergenzen bei Bitcoin und Ethereum (steigender Momentumsindikator RSI bei gleichzeitig fallenden Kursen) sprechen aus seiner Sicht ebenfalls dafür, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Während Cowen also auf die zeitliche Wiederholung des Zyklus schaut, glaubt Hyland, dass die entscheidende Veränderung bereits in den Markt- und Makrodaten stattgefunden hat.
Der Krypto-Krieg wird hässlicher
Der Konflikt lässt sich auf eine einfache Frage reduzieren: Muss Bitcoin im vierten Quartal noch einmal deutlich fallen – oder war das Tief Anfang Juli bereits der entscheidende Wendepunkt? Cowens Anhänger verweisen auf die erstaunliche Ähnlichkeit zu 2022, Hylands Lager auf drehende Makro-Indikatoren und bullische Divergenzen. Der Ton wird dabei zunehmend ironisch: Hyland spottete zuletzt über jene, die angeblich am 6. Oktober gemeinsam den „exakten“ Bitcoin-Boden kaufen wollen.
Ist Bitcoin im Bärenmarkt schon viel weiter als Ben Cowen denkt? Bei Bitcoin und Ethereum (hier BTC vs. S&P 500) sieht Matthew Hyland bullische Divergenzen wie zum Bärenmarkttief 2022.
Genau darin liegt allerdings die Schwäche beider Lager. Ein Vierjahreszyklus funktioniert nur, solange sich die Vergangenheit auf die Zukunft übertragen lässt. Dasselbe gilt für Pro-Risiko-Indikatoren wie Ausbrüche bei PMI und Kupfer/Gold. Beide Thesen folgen historischen Mustern, die in der Vergangenheit überlappten (wie etwa 2017 und 2021, als Vierjahreszyklus und PMI-Zyklus quasi perfekt zusammenfielen), jetzt aber ihre Synchronität verloren haben. Beide Lager werfen sich gegenseitig vor, kollektiv und blind an das eigene Modell zu glauben. Dabei ist genau das typischerweise problematisch: Schließlich geschieht an der Börse nur selten das, woran alle glauben.
Hyland wirft Ben Cowen vor, blind an den Vierjahreszyklus zu glauben. Dabei stützen sich beide auf eine ähnliche Prämisse: die Wiederholung historischer Muster. Wer hat recht?
Am Markt selbst ist die Entscheidung bislang nicht gefallen. Bitcoin bleibt nach einem erneut liquiditäts- und schwankungsarmen Wochenende bei rund 63 500 Dollar schwach. Ethereum hat die jüngste Schwäche besser verkraftet und notiert wieder bei rund 1900 Dollar. Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung liegt bei 2.16 Billionen Dollar; Bitcoin stellt davon rund 1.3 Billionen und kommt auf eine Dominanz von knapp 59 Prozent. An den Aktienmärkten bleibt die Risikobereitschaft dagegen hoch: Der S&P 500 schloss bei 7785 Punkten, der Nasdaq-100 bei 30 046 (beide vorbörslich am Montagmorgen höher). Gold notiert bei 4450 Dollar, der WTI-Ölpreis bei knapp 82 Dollar.
Lesetipp: Ciao, Vierjahreszyklus? Auf diese drei (Bullrun-) Signale warten Bitcoin & Altcoins seit 2022!
HKCM-Gewinner und -Verlierer
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| AMD | +6.50 |
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| Lumen Technologies | +5.00 |
| Broadcom | -5.94 |
| Cloudflare | -4.55 |
| CrowdStrike | -3.80 |
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