Hermès liefert den nächsten Luxus-Beweis trotz Umsatzdämpfer
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Hermès liefert den nächsten Luxus-Beweis trotz Umsatzdämpfer

Author

Muriel Ayari

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hermès verfehlt mit 8163 Milliarden Euro die Umsatzprognose.
  • Der Gewinn je Aktie übertrifft mit 21.47 Euro den Konsens.
  • Der freie Cashflow steigt um 18 Prozent.

Q2 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz€8.163B€8.28B
EPS€21.47€20.81
Frankreich€753M€764M
Europa ohne Frankreich€1.165B€1.18B
Europa gesamt€1.918B€1.95B

Hermès im zweiten Quartal 2026: Gewinn über Konsens, Umsatz darunter

Im Zahlenwerk zum zweiten Quartal 2026 für das am 30. Juni beendete erste Halbjahr erzielte Hermès einen Umsatz von 8163 Milliarden Euro. Damit blieb der Luxuskonzern um 117 Millionen Euro unter der Analystenschätzung von 8.28 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Erlöse um zwei Prozent; wechselkursbereinigt betrug das Wachstum sechs Prozent. Im zweiten Quartal beschleunigte es sich auf sieben Prozent.

Der Gewinn je Aktie lag mit 21.47 Euro um 0.66 Euro über der Erwartung von 20.81 Euro, blieb im Jahresvergleich jedoch unverändert. Der Bruttogewinn erreichte 5807 Milliarden Euro bei Umsatzkosten von minus 2356 Milliarden Euro. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 71.1 Prozent.

Das wiederkehrende operative Ergebnis stieg um ein Prozent auf 3351 Milliarden Euro und entsprach dem operativen Ergebnis. Kommunikationsausgaben von 301 Millionen Euro, Vertriebs- und Verwaltungskosten von 1598 Milliarden Euro sowie sonstige Aufwendungen von netto 558 Millionen Euro drückten die operative Marge von 41.4 auf 41.0 Prozent.

Lederwaren und Amerika stützen das Wachstum

Lederwaren und Sattlerei blieben der wichtigste Produktbereich von Hermès. Der Umsatz stieg wechselkursbereinigt um zehn Prozent auf 3761 Milliarden Euro, verfehlte aber die Erwartung von 3.81 Milliarden Euro. Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich auf 46 Prozent. Neue Modelle und zusätzliche Produktionskapazitäten stützten die Nachfrage.


Eine Birkin- oder Kelly-Tasche bleibt der wichtigste Wachstumstreiber von Hermès.


Regional lieferte Amerika mit einem Plus von 15 Prozent das stärkste Wachstum. Der Umsatz von 1585 Milliarden Euro blieb allerdings unter dem Konsens von 1.61 Milliarden Euro. Japan wuchs um elf Prozent auf 798 Millionen Euro, während Europa ohne Frankreich um neun Prozent auf 1165 Milliarden Euro zulegte. Asien-Pazifik ohne Japan blieb mit zwei Prozent Wachstum und 3533 Milliarden Euro schwächer.

Seide und Textilien wuchsen um zehn Prozent auf 469 Millionen Euro, sonstige Hermès-Bereiche um fünf Prozent auf 1065 Milliarden Euro. Konfektionsmode und Accessoires erreichten 2198 Milliarden Euro, ein Plus von zwei Prozent. Parfüm und Schönheitspflege sanken um vier Prozent auf 233 Millionen Euro, Uhren stagnierten bei 269 Millionen Euro.

Analyse zu Hermès

Die Cashflow-Entwicklung bleibt ein zentraler fundamentaler Faktor für Hermès. Der operative Cashflow stieg um 16 Prozent auf 2699 Milliarden Euro, der freie Cashflow um 18 Prozent auf 2182 Milliarden Euro. Vor Veränderungen des Working Capital wurden 2694 Milliarden Euro erwirtschaftet; das Working Capital steuerte weitere sechs Millionen Euro bei.



Die operativen Investitionen beliefen sich auf 344 Millionen Euro. Davon entfielen 197 Millionen Euro auf Geschäfte und Distribution, 75 Millionen Euro auf Produktion und Handwerksbereiche sowie 71 Millionen Euro auf Immobilien und Konzernprojekte. Hinzu kamen 173 Millionen Euro für Leasingverbindlichkeiten und 52 Millionen Euro für Finanzinvestitionen. Hermès zahlte Dividenden von 1924 Milliarden Euro und kaufte eigene Aktien für 160 Millionen Euro zurück.

Der Nettogewinn betrug 2238 Milliarden Euro bei einer Marge von 27.4 Prozent. Bereinigt waren es 2508 Milliarden Euro beziehungsweise 30.7 Prozent. Nach 90 Millionen Euro Nettofinanzertrag, 23 Millionen Euro Beteiligungsergebnis, minus neun Millionen Euro Minderheiten und 1217 Milliarden Euro Steueraufwand lag die effektive Steuerquote bei 35.4 Prozent.


Elliot-Wellen-Analyse Chart



Ausblick und Prognose

Hermès bestätigte sein mittelfristiges Ziel für das Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen, gab jedoch keine konkrete Prognose für das nächste Quartal ab. Neue Werkstätten, zusätzliche Produktionskapazitäten, die Erweiterung des Filialnetzes und die integrierte Distribution sollen das Wachstum unterstützen. Der Konzern beschäftigte zum Halbjahresende 27 107 Beschäftigte.

Die Bilanz bietet dafür finanziellen Spielraum. Hermès verfügte über liquide Mittel von 12.3 Milliarden Euro und eine bereinigte Netto-Cashposition von 12 926 Milliarden Euro, die sich um 153 Millionen Euro erhöhte. Zu den Vermögenswerten von 24.8 Milliarden Euro zählten 8.7 Milliarden Euro langfristige Vermögenswerte, 2.7 Milliarden Euro Vorräte und 1.1 Milliarden Euro sonstige kurzfristige Aktiva. Dem standen 19.0 Milliarden Euro Eigenkapital sowie 2.2 Milliarden Euro langfristige und 3.6 Milliarden Euro kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber.

Für die Anlageentscheidung bleibt der Währungsgegenwind ein wesentlicher Faktor: Sechs Prozent wechselkursbereinigtes Wachstum führten nur zu einem ausgewiesenen Umsatzplus von zwei Prozent. Margendruck und die Schwäche einzelner Kategorien begrenzen kurzfristig das Überraschungspotenzial.

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Hermès International Société en commandite par actions Fundamentaldaten - Jahresabschlüsse

   

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