Das Wichtigste in Kürze:
- LVMH verfehlt mit 19 524 Milliarden US-Dollar den Konsens um 2646 Milliarden US-Dollar.
- Das Halbjahres-EPS von LVMH übertrifft die Prognose um 9.05 US-Dollar.
- Uhren und Schmuck steigert den organischen Umsatz im zweiten Quartal um elf Prozent.
| Q2 2026 Quartalsergebnisse | Ist-Wert | Schätzung |
|---|---|---|
| Umsatz | $19.524B | $22.17B |
| EPS | $11.52 | $2.47 |
| Weine und Spirituosen | $1.324B | N/A |
| Mode und Lederwaren | $8.899B | N/A |
| Parfüms und Kosmetik | $1.876B | N/A |
LVMH im zweiten Quartal 2026: Umsatz unter den Erwartungen
LVMH hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 19 524 Milliarden US-Dollar erzielt. Damit blieb der Luxuskonzern deutlich unter der Analystenerwartung von 22.17 Milliarden US-Dollar und verfehlte den Konsens um 2646 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahreswert von 19 499 Milliarden US-Dollar entsprach dies dennoch einem leichten Anstieg um 0.1 Prozent. Organisch wuchs der Quartalsumsatz um drei Prozent beziehungsweise um vier Prozent ohne die Belastungen durch den Nahostkonflikt.
Beim Ergebnis lag der Wert über den Erwartungen: Das EPS von 11.52 US-Dollar übertraf die Prognose von 2.47 US-Dollar um 9.05 US-Dollar und stieg im Jahresvergleich um 0.8 Prozent. Allerdings bezieht sich diese Kennzahl auf das erste Halbjahr 2026, da LVMH kein separates EPS für das zweite Quartal veröffentlichte. Der Halbjahresumsatz sank ausgewiesen um drei Prozent von 39 810 Milliarden auf 38 644 Milliarden US-Dollar, während er organisch um zwei Prozent zulegte.
Uhren und Schmuck stützen LVMH, Mode bleibt Belastung
Das Segment Uhren und Schmuck war der stärkste Wachstumstreiber von LVMH. Der Umsatz im zweiten Quartal erreichte 2782 Milliarden US-Dollar, 6.7 Prozent mehr als im Vorjahr. Organisch betrug das Wachstum elf Prozent. Eine Umsatzschätzung lag nicht vor. Im ersten Halbjahr stieg der Segmentumsatz ausgewiesen um drei Prozent und organisch um neun Prozent auf 5225 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn erhöhte sich um neun Prozent auf 831 Millionen US-Dollar.
Mode und Lederwaren blieb dagegen der zentrale Schwachpunkt. Der Umsatz im zweiten Quartal von 8899 Milliarden US-Dollar sank um 1.2 Prozent. Eine Konsensschätzung war nicht verfügbar. Das organische Wachstum von einem Prozent verfehlte jedoch die Erwartung von 1.7 Prozent. Im Halbjahr erzielte das Segment 18 146 Milliarden US-Dollar, ausgewiesen minus fünf Prozent und organisch minus ein Prozent. Der operative Gewinn sank um sieben Prozent auf 6195 Milliarden US-Dollar. Weine und Spirituosen kamen auf 2598 Milliarden US-Dollar und 582 Millionen US-Dollar operativen Gewinn, Parfüms und Kosmetik auf 3914 Milliarden und 417 Millionen US-Dollar sowie der selektive Einzelhandel auf 8406 Milliarden und 893 Millionen US-Dollar. Sonstige Aktivitäten und Eliminierungen steuerten 356 Millionen US-Dollar Umsatz sowie minus 228 Millionen US-Dollar zum operativen Ergebnis bei.
Analyse für LVMH: Cashflow und Margen im Fokus
Operativ zeigte sich LVMH widerstandsfähiger, als der ausgewiesene Umsatzrückgang vermuten lässt. Der operative Halbjahresgewinn sank zwar um vier Prozent auf 8691 Milliarden US-Dollar, die operative Marge gab jedoch nur leicht von 22.6 Prozent auf 22.5 Prozent nach. Eine Bruttomarge wurde nicht ausgewiesen. Auch für den operativen Cashflow lagen weder ein aktueller Wert noch eine Veränderung zum Vorjahr vor.
Der freie Cashflow erhöhte sich dagegen um zwei Prozent auf 4100 Milliarden US-Dollar und spricht für eine weiterhin hohe Innenfinanzierungskraft. Der den Anteilseignern von LVMH zurechenbare Nettogewinn lag bei 5697 Milliarden US-Dollar nach 5698 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Einschließlich nicht beherrschender Anteile stieg der Nettogewinn von 5915 Milliarden auf 6019 Milliarden US-Dollar. Zugleich sank die Nettoverschuldung um 19 Prozent auf 8245 Milliarden US-Dollar, während das Eigenkapital um vier Prozent auf 69 694 Milliarden US-Dollar wuchs. Für Anleger können die solide Bilanz und der Cashflow die Risiken aus der schwachen Umsatzdynamik teilweise abfedern.
Ausblick und Prognose für LVMH
LVMH bestätigte seinen strategischen Fokus auf Markenbegehrlichkeit, Produktqualität und Exzellenz im Einzelhandel, verzichtete angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten aber auf ein numerisches Umsatz- oder Gewinnziel. Damit fehlt Anlegern ein konkreter Anker für die zweite Jahreshälfte. Belastend wirkten im ersten Halbjahr Währungseffekte von fünf Prozentpunkten sowie Konsolidierungseffekte von einem Prozentpunkt.
Operativ liefern mehrere Bereiche dennoch Chancen. Weine und Spirituosen wuchsen im zweiten Quartal und im Halbjahr organisch um jeweils fünf Prozent. Der operative Halbjahresgewinn legte um elf Prozent zu. Der selektive Einzelhandel erreichte im zweiten Quartal ein organisches Plus von sechs Prozent und steigerte den operativen Gewinn im Halbjahr um zwei Prozent, gestützt durch das globale Retail- und Reisegeschäft. Entscheidend bleibt jedoch eine Erholung bei Mode und Lederwaren. LVMH plant zudem eine Zwischendividende von 5.50 US-Dollar je Aktie, die am dritten Dezember 2026 ausgezahlt werden soll.
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