Grayscale-CEO kündigt, MicroStrategy kauft: Die BTC-Superwale singen
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Grayscale-CEO kündigt, MicroStrategy kauft: Die BTC-Superwale singen

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Simeon Koch

Jetzt ist es also so weit. Vor einigen Tagen hat sich die nordamerikanische Börsenaufsicht (SEC) mit sieben Aspiranten auf Bitcoin-Spot-ETFs getroffen und eine Deadline gesetzt: Wer in der ersten potenziellen Zulassungswelle Anfang Januar dabei sein will, muss bis zum heutigen Freitag, dem 29. Dezember, die letzten Änderungen an seinem Antrag vornehmen. Daraufhin entließ Grayscale, mit rund 600 000 Bitcoin im hauseigenen Bitcoin Trust (GBTC) einer der größten Bitcoin-Wale überhaupt, seinen CEO – laut Gerüchten auf Drängen der SEC. Der zweite bekannte institutionelle Superwal, Michael Saylors MicroStrategy, stockt die eigenen BTC-Bestände derweil weiter auf.

Grayscale opfert CEO für BTC-ETF

Die Information über die neue Deadline der SEC für die letzten Änderungen an den aussichtsreichsten Anträgen ließen laut Reuters zwei Führungskräfte der teilnehmenden Vermögensverwalter durchsickern, zu denen Blackrock, Grayscale, Ark Invest und 21 Shares zählten. Laut diesen Insidern deutete die Börsenaufsicht an, sie könne eine Genehmigung in den ersten Geschäftstagen 2024 erteilen. An dem Treffen nahmen laut Protokollen auch Vertreter der US-amerikanischen Technologiebörse Nasdaq und der Chicagoer Optionsbörse Cboe teil, wo der ETF künftig gehandelt werden soll.

In Erwartung des Börsendebüts der ersten Bitcoin Spot-ETFs entledigt sich Grayscale – offenbar auf Drängen der SEC – seines CEOs Barry Silbert, der mit 1. Januar zurücktritt. Diese Personalentscheidung geht aus einem SEC-Dokument hervor und wurde gestern publik. Silbert hatte sich in den zurückliegenden Verhandlungsrunden entschieden dagegen gewehrt, den ETF-Antrag auf die Bargeld-Variante umzustellen und damit Bitcoin-Ein- und Auszahlungen auszuschließen. Durch die Umstellung auf diesen Modus ändert sich übrigens nichts daran, dass die Anbieter Bitcoin auch tatsächlich halten müssen, wenn sie ETF-Anteile ausgeben wollen.

Ark Invest verkauft GBTC- und Coinbase-Anteile

Die SEC machte die sogenannte Cash-Redemption, der auch Blackrock nach zähen Verhandlungen zustimmte, zur Bedingung einer Zulassung, weshalb Grayscale nun ebenfalls einlenkte und dafür die Hürde Barry Silbert aus dem Weg schaffen musste. Offiziell schweigen sich alle Parteien über die Gründe für die Abdankung aus. Wie Insider munkeln, soll Silbert aber das nötige Bauernopfer gewesen sein, um die Genehmigung der SEC für die Umwandlung des hauseigenen Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) in einen Spot-ETF zu forcieren, an der Grayscale schon seit Jahren arbeitet. Silberts Nachfolger wird Mark Shifke, Finanzvorstand der Muttergesellschaft Digital Currency Group (DCG).

Am gestrigen Donnerstag wurde dann bekannt, dass sich Ark Invest unter der Ägide von Star-Investorin Cathie Woods aus dem GBTC zurückzieht. Noch vor einem Jahr war Ark Invest mit etwa 1% des gesamten Fonds der größte Anteilseigner, in den letzten Monaten hat Cathie Woods ihr Engagement aber sukzessive reduziert. So wurden im Oktober $2.5 Millionen und vor etwa zwei Wochen rund $28 Millionen aus dem GBTC gezogen. Nun hat Woods also auch die verbliebenen $200 Millionen in GBTC-Anteilen liquidiert, die Hälfte davon tauschte Ark in den indirekten Bitcoin Futures ETF Bito und avanciert damit schlagartig zum zweitgrößten Bito-Halter. Im selben Schritt verkaufte der Vermögensverwalter auch knapp 150.000 Coinbase-Aktien im Wert von knapp $30 Millionen.

MicroStrategy hält jetzt 1% aller Bitcoins

Auch der zweite weithin bekannte institutionelle BTC-Superwal, Michael Saylors Softwareunternehmen MicroStrategy, hat seinen Rachen wieder aufgerissen und 14 620 Bitcoins im Wert von rund $615 Millionen akkumuliert. Besonders auf der Plattform X, vormals Twitter, positioniert sich Michael Saylor schon seit Jahren als Bitcoin-Befürworter. In den letzten bärischen Monaten kaufte MicroStrategy immer wieder auf dem Spot-Markt und hält nun mit rund 190 000 Bitcoins nahezu 1% der aktuellen Umlaufmenge der größten Kryptowährung. Mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von gut $31 000 ist die Position nach der jüngsten Rallye deutlich im Plus.

Wegen der immensen Bitcoin-Bestände und der daraus zu erwartenden Bilanzgewinne nutzten private und institutionelle Investoren die Aktie des Unternehmens in der Vergangenheit als Proxy für eine Investition in das orange Krypto-Flaggschiff. Ob diese Tendenz anhält, wenn die SEC offizielle Anlageprodukte von Blackrock und Co. Anfang Januar genehmigen dürfte, ist fraglich. Keineswegs fraglich erscheinen hingegen die langfristigen Renditeaussichten eines Bitcoin-Investments – schließlich dürfte der Krypto-Primus durch potenzielle Spot-ETFs nicht nur breite Akzeptanz und institutionelle Anerkennung, sondern auch immense Liquiditätszuflüsse aus billionenschweren Märkten hinzugewinnen. Es lohnt sich also, die weitere Kursentwicklung im Auge zu behalten.

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Simeon Koch

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