Gewinn fällt um 30 Prozent: BYD taumelt im Preiskampf
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Gewinn fällt um 30 Prozent: BYD taumelt im Preiskampf

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte

BYD meldete im zweiten Quartal 2025 einen Gewinnrückgang von 30 Prozent auf 6.37 Milliarden Yuan, obwohl der Umsatz um 14 Prozent auf 201 Milliarden Yuan stieg. Der Preiskampf in China drückte die Margen und ließ die Aktie um acht Prozent fallen, während Europa mit 13 000 Neuzulassungen im Juli Hoffnung auf Wachstum gibt. Bis Ende Juli verkaufte BYD 2.49 Millionen Fahrzeuge, bleibt damit aber hinter dem Jahresziel von 5.5 Millionen zurück.

 

Ein Markt im Fieberrausch

BYD, der weltgrößte Hersteller von Elektrofahrzeugen, hat im zweiten Quartal 2025 einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Der Nettogewinn sank um 30 Prozent auf 6.37 Milliarden Yuan, obwohl der Umsatz um 14 Prozent auf 201 Milliarden Yuan zulegte. Der Grund liegt in einem Preiskrieg, der den chinesischen Automarkt seit Monaten in Atem hält. Tesla, Nio, XPeng und weitere Hersteller liefern sich eine Rabattschlacht, die inzwischen regelrechte Züge eines Fieberrauschs trägt.

Subventionen für Händler, Null-Prozent-Kredite für Käufer und überbordende Marketingkampagnen haben den Wettbewerb so verzerrt, dass selbst Marktführer wie BYD Federn lassen. Die Folge war ein Kurssturz von fast acht Prozent an der Börse in Hongkong – ein klares Signal der Investoren, dass selbst die dominierende Marke nicht immun gegen die Dynamik des Heimatmarktes ist. Zwar warnten die Behörden bereits im Frühjahr, übertriebene Preisnachlässe würden mit Sanktionen geahndet, doch der Druck auf Margen und Gewinne bleibt bestehen.

Europa als Hoffnungsträger

Während der Heimatmarkt zum Risiko wird, setzt BYD zunehmend auf Expansion im Ausland. In Europa hat das Unternehmen binnen zwei Jahren ein dichtes Netz an Showrooms aufgebaut und Fahrzeuge zu aggressiven Preisen platziert. Der Erfolg ist messbar: Im Juli 2025 wurden mehr als 13 000 Neuregistrierungen gezählt – ein Anstieg von 225 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen unterstreichen, dass BYD längst nicht mehr nur eine chinesische Erfolgsstory schreibt, sondern auch international Maßstäbe setzt.

Wir erwarten primär, dass die Aktie von BYD zunächst noch etwas weiter fällt, ehe die türkisfarbene Welle 1 abgeschlossen ist. 

Dennoch reicht das Wachstum nicht aus, um die heimischen Gewinneinbrüche auszugleichen. Analysten hatten mit einem leichten Gewinnanstieg gerechnet, doch die Realität fiel deutlich schwächer aus. Das Unternehmen selbst verweist auf Rekordumsätze im ersten Halbjahr – 371.3 Milliarden Yuan – und einen Gewinnanstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch diese positiven Zahlen verdecken nicht, dass die Profitabilität im Kerngeschäft massiv unter Druck steht. Für Anleger stellt sich die Frage, ob BYD in Europa schnell genug skalieren kann, um die Verluste aus China abzufedern.

Zwischen Überangebot und Vision

Die eigentliche Gefahr liegt weniger im Quartalsergebnis als in der Struktur des Marktes. Durchschnittliche Autopreise in China sind in den vergangenen zwei Jahren um 19 Prozent gefallen und liegen derzeit bei rund 165 000 Yuan. Professorin Laura Wu von der Nanyang Technological University warnt: Dauerhafte Preissenkungen könnten in eine gefährliche Überproduktion münden. Zwar profitieren Verbraucher kurzfristig von günstigeren Preisen, doch die Branche droht in ein Ungleichgewicht zu geraten, das langfristig ganze Hersteller ins Wanken bringen könnte.

Dennoch mahnen Investoren wie Judith MacKenzie zur Gelassenheit: BYD habe einen „meteoritischen Aufstieg“ hinter sich, Rückschläge seien in diesem Stadium unvermeidlich. Dass das Unternehmen Tesla bereits 2024 beim Jahresumsatz überholte, zeigt die Stärke der Marke und die breite Akzeptanz von Hybrid- und Elektrofahrzeugen. BYD bleibt ambitioniert: Das Ziel von 5.5 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025 steht – auch wenn bis Ende Juli erst 2.49 Millionen ausgeliefert wurden. Die kommenden Monate entscheiden, ob BYD seine globale Erfolgsgeschichte fortschreiben kann oder ob der Preiskrieg in China die Expansion ins Wanken bringt.

FAQ

Kann man in BYD investieren?

Ja, Anleger können in BYD investieren, da die Aktie an mehreren Börsen gehandelt wird. Ob sich ein Einstieg lohnt, hängt jedoch von der persönlichen Risikobereitschaft und der Einschätzung des harten Wettbewerbs im chinesischen Markt ab.

Ist der Autohersteller BYD börsennotiert?

BYD ist an der Börse in Hongkong notiert und wird dort rege gehandelt. Zusätzlich sind auch über ADRs Investitionen an westlichen Märkten möglich.

Hat BYD eine Zukunft?

BYD gilt als einer der größten und innovativsten E-Auto-Hersteller der Welt und expandiert massiv in internationale Märkte wie Europa. Trotz des Preiskampfes in China sehen viele Experten langfristig gute Chancen für das Unternehmen.

Was ist das Kursziel von BYD für 2025?

Analysten geben je nach Schätzung unterschiedliche Kursziele an, viele sehen nach den jüngsten Rückschlägen wieder Potenzial für eine Erholung. Die Spannbreite reicht von vorsichtigen Bewertungen bis zu optimistischen Prognosen, die ein deutliches Aufwärtspotenzial andeuten.

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Esma Sakalli

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