Was wurde beim Commerzbank-Geheimtreffen besprochen?
Beim Geheimtreffen zwischen Ex-Chef Manfred Knof und Unicredit-CEO Andrea Orcel wurde über eine mögliche Fusion der Commerzbank mit der Unicredit-Tochter HypoVereinsbank gesprochen. Während Knof behauptet, das Treffen sei harmlos gewesen, berichten Insider von „konstruktiven" Gesprächen. Der Skandal liegt darin, dass Knof weder den Vorstand noch den Aufsichtsrat informierte und damit das Vertrauen im Abwehrkampf gegen die Übernahme durch Unicredit massiv beschädigte.
Starke Zahlen, vergiftete Atmosphäre
Eigentlich könnte die Commerzbank feiern. Mit einem Vorsteuergewinn von über einer Milliarde Euro im dritten Quartal läuft das operative Geschäft hervorragend. Doch der Nettogewinn sank um acht Prozent auf 591 Millionen Euro, was vor allem an einer höheren Steuerlast lag. Die guten Zahlen gehen im Getöse um das Geheimtreffen unter. Die Bank befindet sich in einer paradoxen Situation: Operativ stark, aber führungstechnisch in einer tiefen Krise.
Der Verrat des Ex-Chefs
Die Enthüllung des Treffens von Ex-Chef Manfred Knof mit Unicredit-Chef Andrea Orcel ist ein Dolchstoß für die Commerzbank. Während die Belegschaft und das neue Management um die Eigenständigkeit kämpfen, verhandelte Knof hinter ihrem Rücken mit dem Angreifer. Betriebsratschef Sascha Uebel spricht von „Verrat". Der Aufsichtsrat prüft nun rechtliche Schritte. Der Vorfall wirft ein düsteres Licht auf die Corporate Governance der Bank und schwächt ihre Position im Übernahmepoker erheblich.
Unicredit in Lauerstellung
Unicredit hält bereits fast 30 Prozent an der Commerzbank und wartet geduldig auf den richtigen Moment zum Zuschlag. Das Geheimtreffen spielt den Italienern perfekt in die Karten. Es sät Misstrauen innerhalb der Commerzbank und könnte den Widerstand gegen eine Übernahme aufweichen. Orcel kann sich zurücklehnen und zusehen, wie sich die Commerzbank selbst zerlegt. Die Enthüllung des Treffens war ein strategischer Sieg für Unicredit, ohne dass sie einen Cent mehr investieren mussten.
Die Rolle der Bundesregierung
Die Bundesregierung, seit der Finanzkrise Großaktionär bei der Commerzbank, ist alarmiert. Sie will die Eigenständigkeit der Bank erhalten und eine Übernahme durch Unicredit verhindern. Doch der Skandal um das Geheimtreffen erschwert die Situation. Die Regierung muss sich fragen, wie verlässlich die Führung der Bank ist. Der Vorfall könnte den politischen Willen stärken, eine Lösung zu finden, die die Commerzbank vor dem Zugriff ausländischer Konkurrenten schützt – doch die Optionen sind begrenzt.
FAQ
Warum ist das Geheimtreffen ein so großer Skandal?
Das Treffen untergräbt die gesamte Abwehrstrategie der Commerzbank gegen die Übernahme durch Unicredit. Es erweckt den Anschein, dass der damalige CEO nicht hinter der offiziellen Linie der Bank stand und eigenmächtig handelte. Dies zerstört das Vertrauen von Mitarbeitern, Kunden und Aktionären.
Wie reagiert die Commerzbank auf den Skandal?
Die neue Führung unter CEO Bettina Orlopp zeigte sich „extrem überrascht". Der Aufsichtsrat hat eine juristische Prüfung eingeleitet, um eine mögliche Pflichtverletzung von Ex-Chef Knof zu untersuchen. Der Betriebsrat fordert „maximale Konsequenzen".
Steht die Übernahme durch Unicredit jetzt kurz bevor?
Nicht unmittelbar. Unicredit hält sich strategisch zurück, da der Aktienkurs der Commerzbank hoch ist. Eine Übernahme wäre teuer. Der Skandal schwächt jedoch die Verhandlungsposition der Commerzbank und könnte Unicredit langfristig in die Hände spielen.
Was bedeutet der Skandal für die Commerzbank-Aktie?
Die Aktie könnte kurzfristig unter Druck geraten, da die Unsicherheit zunimmt. Da wir ein Elliott-Wellen-Analysehaus sind sehen wir entsprechend Fundamentalereignisse lediglich als Katalysator für Bewegungen und nicht als Ursache. Allerdings sehen wir die Commerzbank-Aktie in einem Aufwärtstrend verortet. Zugang zu allen Zielzonen und potenziellen Szenarien erhalten Sie hier.


Primär dürfte sich die Commerzbank-Aktie noch weiter nordwärts ausdehnen um das Top der laufenden (a) in Blau abzulegen. Zugang zu allen Zielzonen und potenziellen Szenarien erhalten Sie hier.


