Forscher warnen: Zölle von 30 Prozent könnten deutsches Wachstum bremsen
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Forscher warnen: Zölle von 30 Prozent könnten deutsches Wachstum bremsen

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Carlo Schmid

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung und die Bundesbank warnen vor den Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle von 30 Prozent auf EU-Importe, die ab dem 1. August in Kraft treten könnten und die deutsche Wirtschaft erheblich belasten würden.

Laut einer Studie des IMK könnten diese Zölle die beginnende Erholung der deutschen Konjunktur spürbar beeinträchtigen. Die Forscher erwarten, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland in den Jahren 2025 und 2026 um etwa einen Viertelprozentpunkt niedriger ausfallen könnte als bisher prognostiziert. Besonders betroffen wäre der Exportsektor, da die USA ein bedeutender Absatzmarkt für deutsche Produkte sind. Die Bundesbank sieht in den Zöllen ein „beachtliches konjunkturelles Abwärtsrisiko“ und warnt vor zusätzlichem Gegenwind für deutsche Exporteure.

Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum

Die aktuelle Prognose des IMK geht für das laufende Jahr von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 Prozent aus, während für das kommende Jahr ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet wird. Sollten die Zölle jedoch in Kraft treten, könnte das Wachstum in diesem Jahr stagnieren und im nächsten Jahr nur noch 1,2 Prozent betragen. Die Bundesbank prognostiziert ebenfalls eine Stagnation des BIP im zweiten Quartal, nachdem die Wirtschaft im ersten Quartal überraschend um 0,4 Prozent gewachsen war. Dieser Anstieg war auf vorgezogene Lieferungen in Erwartung der Zölle zurückzuführen, deren Effekte nun auslaufen.

Die Bundesbank betont, dass die deutsche Wirtschaft derzeit keinen Ausweg aus ihrer Krise findet. Trotz einer Aufhellung der wirtschaftlichen Stimmung aufgrund geplanter Investitionen der Bundesregierung bleibt die Industrie schwach ausgelastet. Verbraucher halten ihr Geld zurück, und die Bauwirtschaft steckt in der Krise. Der Arbeitsmarkt zeigt sich hingegen stabil.

Unterschiedliche Einschätzungen der Folgen

Während die Bundesbank die Zölle als erhebliches Risiko für die deutsche Wirtschaft ansieht, beurteilt das IMK die potenziellen Folgen als verkraftbar. Die Zölle würden die Konjunkturerholung belasten, aber nicht vollständig abwürgen. Auch die deutschen Maschinenbauer zeigen sich verhalten optimistisch. In einer Umfrage des Branchenverbands VDMA bewerten 31 Prozent der befragten Unternehmen ihre Absatzchancen in den USA als „sehr gut“ oder „gut“, während ein Viertel von schlechten Chancen berichtet.

Die EU-Kommission versucht derweil, eine Eskalation des Zollstreits mit den USA zu vermeiden. Trotz vorbereiteter Gegenzölle auf US-Produkte setzt die Kommission auf Verhandlungen. EU-Chefverhandler Maros Sefcovic reist zu Gesprächen nach Washington, um eine Lösung zu finden. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel drängt auf eine zügige Einigung, jedoch nicht um jeden Preis. Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betont, dass die EU nicht alle Forderungen der USA akzeptieren werde.

Ausblick auf die kommenden Entwicklungen

Laut IMK könnte die deutsche Wirtschaft trotz der drohenden US-Zölle von 30 Prozent auf EU-Importe insgesamt glimpflich davonkommen: Die Zölle würden das Wachstum zwar spürbar dämpfen, aber nicht komplett abwürgen. Für Deutschland erwartet das Institut bei Inkrafttreten der Maßnahmen Einbußen von rund 0.25 Prozentpunkten pro Jahr, vor allem wegen schwächerer Exporte. Für 2025 rechnet das IMK sogar mit einem stagnierenden Wachstum. In den USA dürften die Folgen dagegen deutlich heftiger ausfallen.

Dort prognostiziert das IMK Wachstumsverluste von 0.6 Prozentpunkten in diesem und 0.7 Prozentpunkten im kommenden Jahr, bedingt durch höhere Inflation und eine restriktivere Geldpolitik. Entscheidend für Deutschland bleibt neben der Umsetzung der geplanten Investitionsoffensive vor allem, ob es gelingt, einen Deal mit den USA zu schließen, um die Zölle doch noch abzuwenden.

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Carlo Schmid

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