Fed, EZB, BoJ, BoC: Die Woche der großen Zinsentscheide
#Global Markets

Fed, EZB, BoJ, BoC: Die Woche der großen Zinsentscheide

Author

Arcan Askin

In der Kalenderwoche 44, stehen Zinsentscheidungen in Kanada, den USA, der Eurozone und Japan im Zentrum. Daneben folgen BIP-, Inflations- und PMI-Daten.

Dienstag: Kreditumfrage der EZB und Lagarde-Rede

Am Dienstag veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Bankkreditumfrage. Sie erfasst Kreditvergaberichtlinien der Banken und die Kreditnachfrage. Damit liefert sie Hinweise auf die Finanzierung von Haushalten und Unternehmen. Vorwerte und Prognosen sind nicht angegeben. Am Abend spricht EZB-Präsidentin Christine Lagarde; eine Rede kann die Einordnung der EZB zu Inflation und Wirtschaft ergänzen, ist aber keine eigene Kennzahlenveröffentlichung.

Mittwoch: BoC und Fed entscheiden über ihre Leitzinsen

Die Bank of Canada (BoC) veröffentlicht ihren geldpolitischen Bericht und den begleitenden Beschlusstext. Der Kalender erwartet für den kanadischen Leitzins einen Anstieg von 2.25 auf 2.50 Prozent. Höhere Leitzinsen erhöhen grundsätzlich die Finanzierungskosten, niedrigere Sätze verbilligen Kredite. Eine Pressekonferenz begleitet die Veröffentlichung.

Am Abend folgt die Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed). Der Zinssatz soll laut Prognose unverändert bei 4.00 Prozent bleiben. Die Erklärung zur Geldpolitik und die anschließende Pressekonferenz des Federal Open Market Committee (FOMC), dem geldpolitischen Entscheidungsgremium der Fed, erläutern den Beschluss.

Donnerstag: US-Preisdruck, Wachstum und EZB-Beschluss

Die USA veröffentlichen die Kernrate des Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE). Sie klammert Energie und Nahrungsmittel aus und misst den Preisauftrieb außerhalb dieser häufig schwankenden Komponenten. Auf Jahresbasis soll sie von 3.00 auf 3.10 Prozent steigen, auf Monatsbasis von 0.20 auf 0.30 Prozent. Höhere Raten stehen für stärkeren Preisauftrieb, niedrigere für einen geringeren.

Zudem wird das annualisierte US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet. Das BIP misst den Wert aller im Land produzierten Güter und Dienstleistungen. Die annualisierte Rate soll von 2.20 auf 3.20 Prozent steigen; höhere Raten bedeuten ein stärkeres Wachstumstempo. Beim BIP-Preisindex werden nach 6.10 Prozent 3.50 Prozent prognostiziert. Dieser Index misst die Preisentwicklung der im BIP enthaltenen Güter und Dienstleistungen. Höhere Werte stehen für stärkeren Preisauftrieb.

Am Nachmittag entscheidet die EZB. Der Hauptrefinanzierungssatz soll bei 2.65 Prozent und der Zinssatz der Einlagefazilität bei 2.50 Prozent bleiben. Über den Hauptrefinanzierungssatz können Banken regulär Liquidität bei der EZB aufnehmen; die Einlagefazilität verzinst kurzfristig bei der Zentralbank hinterlegte Überschüsse. Der geldpolitische Begleittext und die Pressekonferenz erläutern den Beschluss.

Freitag: Japan, europäisches BIP und deutsche Preise

Japan veröffentlicht den Tokioter Verbraucherpreisindex. Der VPI lag auf Jahresbasis zuvor bei 2.70 Prozent, die Kernrate ohne Lebensmittel und Energie bei 3.00 Prozent. Beide Indizes zeigen die Preisentwicklung im Raum Tokio gegenüber dem Vorjahr; höhere Raten bedeuten stärkere Teuerung. Die Bank of Japan (BoJ) entscheidet zudem über ihren Leitzins, der bei 1.25 Prozent bleiben soll. Ihre geldpolitische Erklärung und Pressekonferenz begleiten den Beschluss.

In Deutschland soll das saisonbereinigte BIP im Quartalsvergleich von 0.30 auf 0.10 Prozent sinken. Die nicht saisonbereinigte Jahresrate soll von 1.00 auf 1.10 Prozent steigen. Für die Eurozone wird ein Rückgang der saisonbereinigten Quartalsrate von 0.60 auf 0.20 Prozent und der Jahresrate von 1.20 auf 1.10 Prozent erwartet. Saisonbereinigung entfernt regelmäßig wiederkehrende Einflüsse und erleichtert den Vergleich mit dem Vorquartal.

Für Deutschland lag der VPI auf Jahresbasis zuvor bei 3.30 Prozent. Beim europaweit vergleichbaren HVPI wird ein Rückgang von 3.30 auf 3.10 Prozent erwartet. Die VPI-Monatsrate soll nach 0.60 Prozent unverändert bei 0.00 Prozent liegen.

Samstag: Chinas Einkaufsmanagerindizes

Zum Wochenschluss veröffentlicht China die NBS-Einkaufsmanagerindizes (EMI). Der Industrie-EMI soll bei 50.10 Punkten bleiben, der Dienstleistungs-EMI von 50.20 auf 50.50 Punkte steigen. Die Indizes beruhen auf Unternehmensbefragungen. Werte über 50 Punkten stehen üblicherweise für eine Ausweitung der Geschäftsaktivität gegenüber dem Vormonat, Werte darunter für einen Rückgang.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!

Author

Arcan Askin

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.