Mit KI generiert
Das Wichtigste in Kürze
Trotz Rekordumsatz verlor die Meta-Aktie einen Tag nach den Quartalszahlen 7 Prozent, Anleger sorgen sich um die gewaltigen KI-Investitionen.
Unser Long-Trade vom 09. Oktober wurde nach dem Kursrutsch ausgestoppt.
Primär rechnen wir weiter mit steigenden Kursen, eine größere Korrektur ist aber nicht ausgeschlossen.
Es gibt Tage, an denen ein Konzern eigentlich in die Knie gehen müsste. Für Meta war der vergangene Mittwoch so ein Tag. Ein Richter in New Mexico verurteilte den Facebook-Konzern zu einer Strafe von 25 Milliarden US-Dollar, verzinst mit 15 Prozent pro Jahr. Das ist das Fünffache jener 5 Milliarden US-Dollar, die Meta 2019 an die US-Handelsbehörde FTC zahlen musste und die damals als Rekordstrafe galten. Wenige Stunden später legte Meta seine Quartalszahlen vor und meldete einen Rekordumsatz von 64.6 Milliarden US-Dollar. Die Aktie stieg nachbörslich um fast 4 Prozent.
Doch die Freude währte nur eine Nacht. Am Donnerstag drehte die Stimmung und die Aktie schloss mit einem Minus von 7 Prozent. Kurz darauf griff auch der Stopp für unseren Long-Trade, den wir Anfang Oktober in unserem TECH33-Aktien-Paket und unserem KI-Aktien-Paket kommuniziert hatten. Spannend ist jetzt die Frage, wie es laut unserer Analyse weitergeht.
Was steckt aktuell hinter Meta?
Meta gehört zu den bekanntesten Konzernen der Welt. Zum Imperium von Mark Zuckerberg zählen Facebook, Instagram, WhatsApp sowie der Messenger, die zusammen täglich von 3.64 Milliarden Menschen genutzt werden. Das ist fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Bezahlen müssen die Nutzer dafür nichts, denn Meta verdient sein Geld mit Werbung. Von den 64.6 Milliarden US-Dollar Umsatz im dritten Quartal stammten 63.06 Milliarden US-Dollar aus dem Anzeigengeschäft. Und das wächst kräftig: Meta zeigte 10 Prozent mehr Anzeigen und erzielte dafür im Schnitt 14 Prozent höhere Preise.
Abseits der bekannten Apps arbeitet Meta an der Technik von morgen. Die Sparte Reality Labs entwickelt VR-Headsets der Marke Quest sowie smarte Brillen, die gemeinsam mit Ray-Ban entstehen und Fotos, Musik und KI-Funktionen direkt ins Brillengestell integrieren. Noch ist das ein teures Hobby: Im dritten Quartal verlor die Sparte 4.13 Milliarden US-Dollar bei gerade einmal 443 Millionen US-Dollar Umsatz. Die größte Wette des Konzerns ist inzwischen jedoch die künstliche Intelligenz. In eigenen Forschungslaboren entwickelt Meta KI-Modelle, die künftig Milliarden Nutzern als persönliche Assistenten dienen sollen. Dafür baut der Konzern gigantische Rechenzentren. Das größte davon, Hyperion, soll künftig bis zu fünf Gigawatt Strom benötigen und damit so viel wie eine Großstadt.

Instagram, Facebook und Co.: Mit seinen Apps erreicht Meta täglich fast die Hälfte der Weltbevölkerung.
Strafen als Rechnungsposten
Die Strafe aus New Mexico ist nur der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Niederlagen vor Gericht. Ende August einigte sich Meta mitten im laufenden Prozess mit den Generalstaatsanwälten von mehr als 50 US-Bundesstaaten und Territorien. Der Vorwurf: Facebook und Instagram seien bewusst so gestaltet, dass sie Jugendliche süchtig machen. Der Vergleich kostet Meta bis zu 18.59 Milliarden US-Dollar. Ende September befand dann eine Jury in New Mexico, dass der Konzern seine Nutzer mit Aussagen zu Datenschutz und Hassrede in mehr als 43 Millionen Fällen getäuscht hat. Hintergrund ist der Datenskandal um Cambridge Analytica. Meta will gegen das Urteil in Berufung gehen.
Wer jetzt erwartet, dass Meta den Gürtel enger schnallt, kennt Mark Zuckerberg schlecht. Allein in diesem Jahr will der Konzern bis zu 145 Milliarden US-Dollar investieren, vor allem in Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Das ist fast das Sechsfache der neuen Strafe. Im dritten Quartal flossen 34.9 Milliarden US-Dollar in den Ausbau, mehr als das operative Geschäft an Geld einbrachte. Das gab es zuletzt 2012. Milliardenstrafen wirken da beinahe wie ein Rechnungsposten auf dem Weg zur Superintelligenz.
Von der Muse geküsst, von der Rechnung eingeholt
Anfang September stellte Meta seinen KI-Assistenten Muse vor. Die App kletterte kurz darauf auf Platz eins im App Store, in den USA und Kanada richteten mehr als 10 Millionen Menschen innerhalb von sechs Wochen einen eigenen Muse-Assistenten ein. Die Börse reagierte euphorisch: Zeitweise lag das Plus im September bei mehr als 30 Prozent, die Aktie steuerte damit auf ihren stärksten Monat seit Juli 2013 zu. Mit einem Hoch bei 780.80 US-Dollar fehlten nur noch wenige Dollar bis zum Rekord. Doch auf dem letzten Meta zum Allzeithoch geriet die Aktie ins Stolpern.
Nach den Quartalszahlen rückte dann die Kehrseite in den Fokus. Aus einer Pflichtmitteilung ging hervor, dass Meta künftige Zahlungsverpflichtungen für Rechenzentren, Energie und Rechenleistung von rund 825 Milliarden US-Dollar eingegangen ist, nach knapp 700 Milliarden US-Dollar im Juli. Dazu kam ein breiter Ausverkauf bei Technologiewerten: Auch Nvidia, AMD und Intel gaben am Donnerstag deutlich nach. Bemerkenswert: Mindestens 13 Analystenhäuser erhöhten nach den Zahlen ihre Kursziele für Meta. An der Börse half das zunächst wenig.
Kurswechsel bei Meta, Kurswechsel bei uns?
Dass ein Trade ausgestoppt wird, ist ein ganz normaler Bestandteil der technischen Analyse. Wie jede gute wissenschaftliche These muss sich auch eine seriöse Chartanalyse widerlegen lassen. Der Stop-Loss legt dabei von Anfang an fest, ab welchem Punkt die Notbremse gezogen wird, wenn ein Trade nicht aufgeht wie erwartet. So begrenzt der Stop-Loss zugleich das Risiko. Die spannende Frage lautet nun: Wechselt Meta den Kurs, und müssen wir unseren Analysekurs gleich mit ändern?

Nach der Zwischenkorrektur rechnen wir mit Anstiegen über das Zwischenhoch bei 780.80 US-Dollar.
Primär sehen wir die Aktie weiterhin in einer übergeordneten Aufwärtsbewegung und werten den Kursrutsch als Zwischenkorrektur, die sich ihrem Ende nähern dürfte. Gelingt es der Meta-Aktie, oberhalb der Unterstützung bei 597.50 US-Dollar wieder Aufwärtsdynamik zu entwickeln, dürfte sie zunächst den Widerstand bei 780.80 US-Dollar ins Visier nehmen. Wird diese Hürde überwunden, liegt das Allzeithoch bei 796.25 US-Dollar nur noch wenige Dollar entfernt und der Weg zu neuen Rekorden wäre frei.
Alternativ ist auch ein Rückfall unter die Unterstützung bei 597.50 US-Dollar denkbar. Sollte die Aktie diese Marke nachhaltig unterschreiten, müssten wir unser Szenario überdenken. Dann wäre angesichts der Nervosität rund um die KI-Investitionen auch eine größere Korrektur bis in den Bereich der Unterstützung bei 518.31 US-Dollar möglich.
Milliardenstrafen, neue Prozesse, KI-Rechnungen in Rekordhöhe: An Schlagzeilen mangelt es bei Meta nicht. Am starken Fundament des Konzerns ändert das jedoch wenig. Für uns bedeuten tiefere Kurse deshalb vor allem neue Chancen und mehr Luft nach oben. Wie es bei Meta weitergeht, erfahren Mitglieder unseres TECH33-Aktien-Pakets und unseres KI-Aktien-Pakets in wöchentlichen Updates.
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
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