Experiment in New York: Coinbase zahlt bedingungsloses Krypto-Einkommen
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Experiment in New York: Coinbase zahlt bedingungsloses Krypto-Einkommen

Author

Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

In New York startet ein von Coinbase finanziertes Pilotprojekt, bei dem 160 junge Erwachsene mit geringem Einkommen jeweils 12 000 US-Dollar in Form des Stablecoins USDC erhalten. Die erste Auszahlung umfasst 8.000 Dollar, danach folgen fünf monatliche Raten von je 800 Dollar. Durchgeführt wird das Programm von der Hilfsorganisation GiveDirectly. Es soll herausfinden, ob ein bedingungsloses Einkommen in Kryptowährung den Zugang zu Wohnen und Bildung erleichtert und ob Zahlungen über Krypto tatsächlich günstiger und einfacher sind als über herkömmliche Bankwege.

Hintergrund des Projekts

Das Programm trägt den Namen Future First und wird von Coinbase finanziert. Die gemeinnützige Organisation GiveDirectly setzt es um. Insgesamt nehmen 160 junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren teil, die in New York City leben und ein geringes Einkommen haben. Die Teilnahmeplätze wurden verlost. Die Idee dahinter: Menschen sollen ohne Bedingungen finanzielle Unterstützung bekommen und selbst entscheiden, wie sie das Geld nutzen.

Wie die Zahlungen funktionieren

Jeder Teilnehmer erhält insgesamt 12 000 Dollar in der Kryptowährung USDC. Zuerst wird eine größere Summe von 8.000 Dollar ausgezahlt, danach folgen fünf monatliche Zahlungen à 800 Dollar. Die Empfänger bekommen das Geld in einer Wallet von Coinbase gutgeschrieben. Von dort aus können sie es auf ihr Bankkonto überweisen, mit einer Coinbase-Debitkarte bezahlen, Bargeld abheben oder die Coins verzinst liegen lassen. Oder irgendwas ganz anderes, was die Teilnehmer mit dem Geld machen, bleibt ganz ihnen überlassen.

Warum gerade USDC?

Bei USDC handelt es sich um einen sogenannten Stablecoin. Das bedeutet, er ist direkt an den US-Dollar gekoppelt und soll dadurch keine großen Kursschwankungen haben, wie man sie von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen kennt. Hinter USDC stehen Dollar-Reserven und kurzfristige US-Staatsanleihen. Ziel ist es, eine stabile digitale Währung zu bieten, die sich fast genauso nutzen lässt wie Bargeld oder Überweisungen, aber schneller und oft günstiger transferiert werden kann.

Geringe Kosten und mögliche Hürden

Ein Vorteil des Programms ist, dass die Abwicklung über die Blockchain deutlich günstiger ist als bei klassischen Bank- oder Prepaid-Karten. Laut GiveDirectly kostete die erste Tranche von 800 Dollar in der Abwicklung nur 26 Cent. Allerdings gibt es auch Einschränkungen: Viele alltägliche Ausgaben wie Miete oder Studiengebühren können nicht direkt in USDC bezahlt werden. Deshalb bietet das Projekt den Teilnehmern Schulungen an, um den Umgang mit der Kryptowährung zu erleichtern und Risiken wie Spekulation zu vermeiden.

Ziele und Forschungshypothese

Ein zentrales Ziel des Projekts sei es zu prüfen, ob ein hoher Anfangsbetrag sinnvoller ist als kleinere monatliche Raten. Frühere Programme von GiveDirectly haben gezeigt, dass größere Summen es Menschen erleichtern, ein Geschäft zu gründen oder sich langfristig zu stabilisieren. Mit Future First wird nun erstmals getestet, ob diese Wirkung auch bei den Teilnehmern des New Yorker Projekts eintritt und ob Krypto-Zahlungen tatsächlich Vorteile bringen.

Von GiveCrypto zu Future First

Coinbase hatte bereits ein Spendenprogramm namens GiveCrypto. Dieses wurde 2023 eingestellt, weil es nach Einschätzung des Unternehmens keine nachhaltige Wirkung erzielt hatte. Rund 2.6 Millionen Dollar aus diesem Programm wurden anschließend an GiveDirectly weitergegeben und halfen dabei, das neue Projekt in New York zu starten.

Bedeutung im größeren Zusammenhang

Das Experiment in New York ist Teil einer größeren Debatte über ein mögliches Grundeinkommen in den USA. Viele Städte und Organisationen testen derzeit, ob bedingungslose Zahlungen die Armut wirksam lindern können. Bisherige Ergebnisse solcher Projekte sind gemischt: Manche Studien zeigen klare Vorteile, andere eher geringe Effekte. Mit dem Einsatz von Kryptowährungen kommt nun ein neuer Aspekt hinzu, nämlich die Frage, ob digitale Währungen Zahlungen schneller, günstiger und flexibler machen können, ohne die Teilnehmenden zusätzlich zu belasten. Und ob ein großer Auszahlungsbetrag am Anfang des Projekts eine positivere Auswirkung hat als monatliche kleinere Beträge über einen längeren Zeitraum.

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Carlo Schmid

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