Elon Musk jetzt pro Trump: Wie das Attentat Politik und Wirtschaft verändert
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Elon Musk jetzt pro Trump: Wie das Attentat Politik und Wirtschaft verändert

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Simeon Koch

Kaum ein politisches Ereignis hielt die Welt in den letzten Monaten so in Atem wie das gescheiterte Attentat auf Donald Trump in der Nacht auf Sonntag. Ein 20-Jähriger aus dem Bundesstaat Pennsylvania schoss kurz nach Beginn einer Rede mit einem halbautomatischen Gewehr auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten und verletzte ihn am Ohr. Dass Trump seinen Kopf Sekundenbruchteile vor dem ersten Schuss zur Seite drehte, dürfte ihm das Leben gerettet haben. Hinter dem Rednerpult wurde dagegen ein Zuschauer tödlich getroffen, der sich laut Medienberichten schützend vor seine Familie warf. Zwar wurde der Attentäter von einem Scharfschützen kurz darauf getötet, die Debatten um den persönlichen Schutz von Donald Trump kochten dennoch hoch. Und auch auf die globale Wirtschaft nahm der erschreckende Vorfall erheblichen Einfluss: Tesla-Geschäftsführer und SpaceX-Gründer Elon Musk gab kurz nach dem Mordanschlag bekannt, von nun an Trump zu unterstützen. Dessen vermutlich gesteigerte Wahlchancen sorgten zu Wochenbeginn auch im Krypto-Markt für Euphorie.

Trump entgeht dem Tod um Millimeter

Es waren verstörende Szenen, die Samstagnacht deutscher Zeit von Videokameras bei der Wahlkampfveranstaltung im umkämpften Swing State Pennsylvania aufgezeichnet wurden und übers Wochenende durch alle erdenklichen Ecken des Internets geisterten: Donald Trump steht auf einer Rednerbühne und wendet sich dem Publikum zu. Plötzlich fallen mehrere Schüsse. Trump greift sich an den Kopf und sackt zusammen, geht hinter seinem Rednerpult in Deckung. Hinter ihm ducken sich verängstigte Zuhörer weg, panisch bildet sich eine Menschentraube um einen offenbar Getroffenen. Gleichzeitig stürzen Trumps Bodyguards auf die Bühne und werfen sich auf den augenscheinlich verwundeten Republikaner, der aber mit Blut im Gesicht wieder aufsteht, die Faust reckt und in die Menge brüllt: „Fight! Fight! Fight!“: Bilder, die von Beobachtern hinterher als geradezu ikonisch eingestuft wurden und eine entscheidende Rolle in diesem symbolträchtig geführten Wahlkampf spielen könnten. Als Trump wieder aufsteht, dürfte der Angreifer auf einem Dach rund 130 Meter Luftlinie von Trumps Rednerpult entfernt, bereits tot sein – getroffen von einem Scharfschützen der Eliteeinheit Secret Service, die amtierende und ehemalige Präsidenten beschützen soll.

Trump kommt ins Krankenhaus und bekommt Genesungswünsche aus aller Welt. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der englische König Charles meldeten sich. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach Trump Genesungswünsche aus – ebenso wie der argentinische Staatschef Javier Milei, der kanadische Premierminister Justin Trudeau oder auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Selbst der chinesische Präsident Xi Jinping ließ Trump eine Nachricht ausrichten. Und auch aus dem Weißen Haus verurteilten der amtierende Präsident Joe Biden und seine Vizepräsidentin Kamala Harris den Angriff scharf. Trump selbst stimmte in seinen ersten Äußerungen nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus mit Joe Biden überein und betonte, man müsse die tiefen politischen Gräben überwinden. Dafür schrieb der 78-Jährige laut eigener Aussage sogar seine Rede für den Parteitag der Republikaner um, auf dem er offiziell zum Wahlkandidaten seiner Partei gekürt werden soll: "Dies ist eine Chance, das ganze Land, ja sogar die ganze Welt, zusammenzubringen. Die Rede wird ganz anders ausfallen als noch vor zwei Tagen".

Politische Spannungen oder Versöhnung?

Dass Trump nun mildere Töne anschlägt, ist wohl trotzdem nicht zu erwarten. Schon kurz nach dem Attentat kochte die digitale Gerüchteküche hoch. Vermutungen über ein Komplott der Demokraten standen schnell Vermutungen gegenüber, die Republikaner könnten den Anschlag selbst inszeniert haben. Während es für beide Theorien kaum Anhaltspunkte gibt – der Schütze war zwar eingetragener Republikaner, spendete vor Jahren aber auch schon einmal an die Demokraten –, könnte die entstandene Debatte trotz ihrer Ferne zur Realität zu weiteren politischen und sozialen Spannungen führen, denen Präsident Joe Biden schon kurz nach dem Mordanschlag auf Donald Trump zuvorzukommen versuchte. Biden verurteilte die Tat als „krank“ und fügte bei einer Ansprache aus dem Oval Office hinzu: "Wir können nicht zulassen, dass diese Gewalt normalisiert wird. Die politische Rhetorik in diesem Land ist sehr hitzig geworden. Es ist an der Zeit, sie abzukühlen". Alle Amerikaner seien „Nachbarn und Freunde, keine Feinde“ und deshalb löse man „Meinungsverschiedenheiten an der Wahlurne. So machen wir es: an der Wahlurne, nicht mit Kugeln“. Politik dürfe „nie wortwörtlich ein Schlachtfeld“ sein.

Trotz Bidens beschwichtigender Worte schlug das Attentat weit über die internationale Politik hinaus hohe Wellen. Besonders von nordamerikanischen Wirtschafts-Granden wurde Trump dabei der Rücken gestärkt. Noch in der Nacht des Angriffs teilte Amazon-Gründer Jeff Bezos mit: „Unser ehemaliger Präsident hat heute Abend im wahrsten Sinne des Wortes unter Beschuss ungeheuren Mut bewiesen. Wir sind so dankbar für seine Sicherheit und fühlen mit den Opfern und ihren Familien“. Apple-Geschäftsführer Tim Cook fügte hinzu, er „bete für eine schnelle Genesung von Präsident Trump. Meine Gedanken sind bei ihm, seiner Familie und den anderen Opfern. Ich verurteile diese Gewalt aufs Schärfste“. Während Cook und Bezos mit Blick auf ihre Wahlpräferenz zumindest an diesem Abend vage blieben, ließ sich Tesla-Chef Elon Musk zu einem klaren politischen Statement hinreißen und verkündete auf seiner Social-Media-Plattform X, vormals Twitter: „Ich unterstütze Präsident Trump voll und ganz und hoffe auf seine rasche Genesung“. Deutlicher wurde Musk in einem etwas später folgenden Post, als er betonte, dass die USA seit hundert Jahren keinen so starken Kandidaten gehabt hätten.

Elon Musk unterstützt Trump – profitiert der Bitcoin?

Schon in den vergangenen Monaten hatte Musk mehrfach Joe Biden kritisiert und sich damit gegen Trumps Widersacher im Rennen ums Weiße Haus positioniert. Gerüchte über eine mögliche Beraterfunktion im Falle einer Trump-Präsidentschaft dementierte Musk bereits im Mai, vor wenigen Tagen teilte der Milliardär mit: „Nur um eines klarzumachen: Ich spende an keinen der Kandidaten Geld“. Ganz so klar dürfte die Sache dann aber doch nicht sein. So wurde vorgestern bekannt, dass Musk laut der Nachrichtenplattform Bloomberg eine „beträchtliche Summe Geld“ an eine politische Gruppe gespendet haben soll, die Trump in seiner Kampagne unterstützt. Schon früher vielen Trump und Musk durch gegenseitige Zuneigung auf. Trump etwa sagte vor einem Monat: „Ich bin ein großer Fan von Elektroautos. Ich bin ein Fan von Elon. Er macht einen ausgezeichneten Job bei Tesla“. Musk erzählte nach „einigen Gesprächen“ mit dem republikanischen Kandidaten, dass Trump „großer Fan des Cybertrucks“ sei. Nun scheint Musk seinem Edelfan auch finanziell unter die Arme zu greifen – zumindest indirekt. Noch wichtiger als seine offenbar großzügige Spende dürfte aber ohnehin seine öffentliche Unterstützungsbekundung auf Social Media sein, denn Musks Wort hat auch in weiten Teilen der nordamerikanischen Öffentlichkeit Gewicht.

Wie das Trump-Attentat die politischen und wirtschaftlichen Vorzeichen im Wahlkampf verändert, zeigte sich Anfang der Woche auch im Krypto-Markt. Kurz nach dem Mordanschlag erlebte der Bitcoin plötzliche Volatilität, knickte erst nach unten ein, nutzte dann aber den Schwung für einen kräftigen Anstieg, der bis Montagmorgen bis deutlich über $63 000 führte. Damit startete der Bitcoin zum ersten Mal seit Wochen einen überzeugenden Versuch, aus seiner zähen Korrekturbewegung auszubrechen und zog die meisten Altcoins mit nach oben. Profitieren konnten in den vergangenen Tagen besonders etablierte Coins wie XRP, Chainlink, Avalanche oder auch Solana. Stark präsentierte sich auch der Altcoin-Primus Ethereum, nachdem die ETF-Euphorie schon deutlich abzuflauen schien. Getrieben ist die neu aufkeimende Euphorie offenbar von den nun erhöhten Chancen auf einen Trump-Sieg bei der Präsidentschaftswahl im November. Seit Monaten gibt sich Donald Trump Bitcoin-freundlich. So will der Republikaner etwa eine ganze Reihe von Beamten der nordamerikanischen Börsenaufsicht SEC entlassen, die sich der Adaption von Kryptowährungen im traditionellen Finanzmarkt notorisch entgegenstellt. Auch will er etwa Bitcoin-Mining in den Vereinigten Staaten fördern und innovationsfreundliche Gesetze für den Krypto-Markt verabschieden. Wieviel von diesen Wahlversprechen am Ende eingehalten werden, steht freilich in den Sternen. Für hohe Erwartungen auf den Märkten sorgen sie trotzdem. Der aktuelle Hype dürfte – auch, wenn es makaber klingt –vor allem dem Attentat auf Donald Trump zu verdanken sein.

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Simeon Koch

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